Klopp hat über Thiago "nichts zu sagen" - Streit mit Lampard beigelegt

Florian Bajus
Derzeit noch Spieler des FC Bayern: Thiago
Derzeit noch Spieler des FC Bayern: Thiago / DeFodi Images/Getty Images
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Bis nach der Champions League bleibt Thiago beim FC Bayern, danach strebt der Mittelfeldspieler einen Wechsel an. Jürgen Klopp äußert sich zurückhaltend über die Gerüchte über einen Transfer zum FC Liverpool, deutlich mehr hatte er über das Wortgefecht mit Frank Lampard nach dem 5:3-Sieg über den FC Chelsea zu sagen.

Wohin es Thiago, der seinen Vertrag beim FC Bayern nicht verlängern will, zieht, ist auch Wochen nach dem Bekanntwerden der gescheiterten Verhandlungen unklar. BILD und Sport Bild nennen immer wieder den FC Liverpool als einzigen ernstzunehmenden Kandidaten.

Nachdem eine Verpflichtung des frischgebackenen englischen Meisters aufgrund von Sparmaßnahmen zweifelhaft erschien, will BILD erfahren haben, dass Jürgen Klopp grünes Licht für den Thiago-Transfer gegeben hat. Der 53-Jährige lässt sich allerdings nicht in die Karten blicken: "Ich habe keine Ahnung, wer nächstes Jahr für mich spielt", sagte Klopp gegenüber Sky (zitiert via SID, auf Sport1). Zu den Gerüchten um Thiago gebe es "nichts zu sagen". Der Spanier sei "ein toller Spieler, aber ein Spieler von Bayern München."

Nach dem 5:3-Heimsieg über den FC Chelsea lobte Klopp die Mittelfeldspieler Naby Keita und Curtis Jones. Letzterer sei "bereit" für den Sprung zu den Profis. Mit Jones würden insgesamt sieben Spieler um einen der drei Plätze in der Zentrale kämpfen. Ohne den Verlust eines Leistungsträgers erscheint die Verpflichtung eines weiteren Mittelfeldspielers unrealistisch, zumal die Bayern für Thiago trotz der Restvertragslaufzeit von einem Jahr eine Ablösesumme zwischen 30 und 40 Millionen Euro verlangen sollen.

Klopp kontert Lampard - und hat in einem Punkt recht

Ausführlicher äußerte sich Klopp zu dem Zwist mit Chelsea-Coach Frank Lampard. Der 42-Jährige klagte nach dem Aufeinandertreffen am Mittwoch über das Verhalten der Liverpooler Bank und warf den Reds Arroganz vor. "Wir sind nicht arrogant. Wir sind so ziemlich genau das Gegenteil", entgegenete Klopp auf der Pressekonferenz vor dem letzten Saisonspiel gegen Newcastle United (Sonntag, 17 Uhr). Lampard müsse lernen, "das Ganze nach dem Schlusspfiff abzustellen. Hinterher noch darüber zu reden, ist nicht okay. Während des Spiels sind diese Worte in Ordnung, aber nach dem Schlusspfiff muss sich das Buch schließen. Das hat er nicht gemacht, und das mag ich nicht", sagte Klopp.

Auseinandersetzungen mit Klopp sind keine Seltenheit. Der frühere Trainer von Mainz 05 und Borussia Dortmund wurde in der Geschichte des DFB-Sportgerichts von allen Trainern am häufigsten verurteilt. "Mindestens sechs oder sieben" Verfahren seien gegen ihn gelaufen, sagte Hans Eberhard Lorenz, Vorsitzender des DFB-Sportgerichts, gegenüber BILD.

Auch in England eckt der Erfolgstrainer an, nachtragend war er aber noch nie. Das sollte auch Lampard nicht sein - denn wenn schon keine Fans in den Stadien zugelassen sind, dürfen Emotionen erst recht auf der Bank entstehen. Zumal im Wettkampfmodus die Gemüter automatisch erhitzen. Doch was auf dem Platz passiert, bleibt auch auf dem Platz. Spätestens im Innenraum des Stadions sollten derartige Streitigkeiten ad acta gelegt werden.

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