Kehl bastelt am BVB-Kader: Drei Spieler müssen im Sommer gehen

Simon Zimmermann
Beim BVB stehen zahlreiche Personalentscheidungen an
Beim BVB stehen zahlreiche Personalentscheidungen an / Lars Baron/GettyImages
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Sebastian Kehl hat derzeit alle Hände voll zu tun. Bei zahlreichen Spielern stehen Vertrags-Verhandlungen und -Entscheidungen an - acht Verträge laufen im Sommer aus. Bei drei BVB-Akteuren soll bereits eine Entscheidung gefallen sein.


Langsam aber sicher tritt Sebastian Kehl aus dem großen Schatten von Michael Zorc heraus. Der BVB-Sportdirektor will dem schwargelben Kader seinen Stempel aufdrücken. Im kommenden Sommer wird er dafür eine große Möglichkeit haben. Schließlich laufen dann zahlreiche Verträge aus.

Bei gleich acht Spielern endet der Vertrag am 30.6. dieses Jahres. Betroffen sind (Stand jetzt) Marco Reus, Mats Hummels, Youssoufa Moukoko, Mo Dahoud, Anthony Modeste, Raphael Guerreiro, Felix Passlack und Luca Unbehaun.

Verträge laufen aus: Drei BVB-Spieler sollen im Sommer gehen

Bei drei dieser Akteure soll laut Sportbild bereits eine Entscheidung gefallen sein: Sie bekommen keinen neuen Vertrag und müssen gehen. Betroffen seien demnach Raphael Guerreiro, Anthony Modeste und Felix Passlack.

Bei den letzten beiden dürfte die Entscheidung nicht sonderlich überraschen. Eigengewächs Passlack ist nicht mehr als ein Backup - wenn überhaupt. Die Klasse, um dem BVB weiterzuhelfen, hat der 24-Jährige nur sehr bedingt. Ähnlich scheint es bei Modeste zu sein. Der Franzose kam aus Köln, um den Ausfall von Haller zu kompensieren. In der Hinrunde schaffte das der 34-Jährige nicht wirklich. Jetzt wo Haller wieder fit ist, hat Modeste keine großen Aussichten mehr - und keine Zukunft in Dortmund.

Bei Guerreiro ist der Fall schon etwas spezieller. Der Portugiese gehört seit Jahren zum Stammpersonal. Defensiv hat der 29-Jährige aber große Schwächen, weshalb er offenbar nicht mehr als Idealbesetzung hinten links in einer Viererkette betrachtet wird. Zudem dürften bei ihm auch finanzielle Faktoren eine Rolle spielen.

Kehl will Grundgehälter reduzieren

Klar ist, dass Kehl beim BVB eine neue Gehaltsstruktur integrieren möchte. Die BVB-Spieler sollen weniger fixes Grundgehalt kassieren und dafür in Form von Prämien leistungsorientierter bezahlt werden.

Bei Youssoufa Moukoko geht man finanziell dennoch an die Schmerzgrenze. Der 18-Jährige soll gehalten werden, ein finales Angebot liegt ihm vor. Kehl hatte Moukoko jüngst eine Deadline auferlegt: Noch in dieser Woche wird eine Entscheidung erwartet.

Der Balanceakt bei Reus

Bei den Routiniers Mats Hummels und Marco Reus will man sich dagegen mehr Zeit lassen. Während Hummels damit einverstanden zu sein scheint, haben sich die Fronten bei Reus verhärtet. Der BVB-Kapitän ist sauer, weil der Klub so spät auf ihn zugekommen ist. Einen klaren Vertrauensbeweis vermisse er, heißt es. Der BVB will das Gehalt von Reus deutlich reduzieren. Aktuell soll er mit geschätzten zwölf Millionen Euro Grundgehalt im Jahr der Topverdiener im Kader sein.

Für Kehl wird eine mögliche Verlängerung mit Reus ein schmaler Grad. Sein Berater soll bereits auf Klubssuche sein - sollte der Kapitän gehen, droht Unruhe in der Mannschaft. Und auch marketingtechnisch wäre sein Abgang nicht leicht zu verkraften.

Auch beim auslaufenden Vertrag mit Mo Dahoud sollen die Gespräche im Verlauf der Rückserie weitergehen. Beide Seiten wollen grundsätzlich weiter zusammenarbeiten. Kehl will laut Sportbild allerdings auch bei Dahoud das Grundgehalt reduzieren und dafür höhere Prämien anbieten. Derzeit soll Dahoud rund acht Millionen Euro im Jahr bekommen.

Auf Kehl kommen bis zum Sommer also wegweisende Aufgaben zu. Neben den auslaufenden Verträgen gibt es 13 weitere Spieler im Kader, deren Arbeitspapier nur noch bis 2024 gültig ist. Darunter auch die Streichkandidaten (und Topverdiener) Nico Schulz, Emre Can und Thorgan Hazard, die jährlich bis zu 20 Millionen Euro an Gehalt verschlingen.


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