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Gut für DFB-Team? Kai Havertz spielt lieber auf der Neun

Simon Zimmermann
Kai Havertz hat sich an die Neuner-Rolle gewöhnt
Kai Havertz hat sich an die Neuner-Rolle gewöhnt / Visionhaus/GettyImages
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Beim FC Chelsea hat sich Kai Havertz langsam aber sicher zu einer Nummer neun entwickelt. Eine Rolle, in der er sich mittlerweile wohlfühlt. Und mit der er auch beim DFB-Team eine Problemposition besetzen könnte.


Die Mittelstürmer-Position bei der deutschen Nationalmannschaft ist seit Jahren vakant. Eigentlich schon seit dem letzten WM-Triumph 2014. Miro Klose beendete seine DFB-Karriere, ein Nachfolger konnte sich auf der Neun nicht festspielen.

Vor allem deshalb, weil es in Deutschland an echten Mittelstürmern mangelt. Häufig wurde seither getestet, häufig musste ein Spieler als sogenannte "falsche Neun" herhalten. Auch Kai Havertz. Wobei man mittlerweile die Frage stellen kann, ob sich der 23-Jährige beim FC Chelsea nicht schon zur "echten Neun" entwickelt hat?

"Meine Position ist mir nicht so wichtig. Ob ich auf der Zehn, auf der Neun oder auf der rechten Seite spiele, ich will der Mannschaft helfen und das Vertrauen des Trainers rechtfertigen", erklärte Havertz dem kicker. Der 28-fache Nationalspieler hat aber eine Präferenz: "Ich kann mich in jede Position hineinversetzen. Natürlich fällt es mir auf der Zehn etwas schwerer, weil ich bei Chelsea in den vergangenen eineinhalb Jahren eigentlich nur Mittelstürmer gespielt habe und das zwei komplett verschiedene Rollen sind."

Havertz im DFB-Team: Endlich dauerhaft auf der Neun?

Für Bundestrainer Hansi Flick sollten das erfreuliche Aussagen sein. Während sich Timo Werner in der Rolle der alleinigen Spitze nicht sonderlich wohlfühlt, könnte Havertz diese Rolle auch im DFB-Team dauerhaft übernehmen. Bei den Blues füllte er sie in den letzten Monaten überwiegend aus und zeigte, dass der gelernte offensive Mittelfeldspieler einer Mannschaft auf der Neun viel bringen kann.

Ein klassischer Torjäger im engeren Sinne à la Lewandowski, Kane und Co. wird Havertz wohl nie werden. Mit ihm in der Spitze kann eine Mannschaft dafür sehr variabel agieren. Während sich der 23-Jährige in den Zehnerraum oder die Halbräume fallen lässt, können andere ins Zentrum stoßen - wie zum Beispiel Thomas Müller oder Chelsea-Teamkollege Timo Werner.

Havertz-Torquote ist ebenfalls nicht die eines echten Torjägers von internationalem Format. 24 Treffer waren es bislang in 100 Pflichtspielen für Chelsea, ein Tor hat er in sechs Premier-League-Spielen der laufenden Saison erzielt.

"Der Wechsel zu Chelsea war das Beste, was ich machen konnte. Ich habe mir in diesen zwei Jahren einen Kindheitstraum erfüllt."

Kai Havertz, via kicker

Dennoch besitzt Havertz eine gewisse Abschlussstärke und ist immer für ein Tor gut. Deutlich - auf allerhöchstem Niveau - war das etwa beim letztjährigen Champions-League-Viertelfinale, als er im Hinspiel gegen Real Madrid das zwischenzeitliche 1:2 erzielte. Auf der anderen Seite markierte ein gewisser Karim Benzema gleich drei Treffer.

Jener Benzema ist eine "natürliche" Nummer neun. Dennoch könnte sich Havertz gerade vom Franzosen viel abschauen. Auch Benzema lässt sich gerne fallen und ist im Kombinationsspiel integriert.

Wie plant Flick mit Havertz?

Hansi Flick setzte Havertz bislang häufiger auf dem Flügel oder im offensiven Mittelfeld ein. Hier ist das DFB-Team stark und tief besetzt. In der heißen Phase der WM-Vorbereitung könnte der Bundestrainer aber nun vermehrt auf Havertz im Sturmzentrum bauen. Der 23-Jährige selbst würde das wohl begrüßen, kennt diese Rolle mittlerweile bestens.

Aufschlüsse dürften schon die kommenden beiden Nations-League-Duelle gegen Ungarn (Freitag) und England (Montag) geben. Dann will die deutsche Mannschaft die Serie unter Flick ausbauen. "Solch eine Serie von 13 Spielen ohne Niederlage, wie wir sie hingelegt haben, tut uns natürlich gut, weil du spürst, dass der Neuanfang Früchte trägt. Wenn wir auch die nächsten beiden Spiele so bestreiten, kann uns das viel Selbstbewusstsein fürs Turnier geben", befand Havertz.


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