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Bayern München

Jude Bellingham war dem FC Bayern zu teuer

Dominik Hager
Über Dortmund ins Nationalteam: Jude Bellingham hat in seiner Karriere bislang alles richtig gemacht.
Über Dortmund ins Nationalteam: Jude Bellingham hat in seiner Karriere bislang alles richtig gemacht. / Chloe Knott - Danehouse/Getty Images
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"Wer nichts riskiert, verliert." So oder so ähnlich lässt sich das Agieren auf dem Transfermarkt manchmal auch ganz gut umschreiben. Im Fall von Jude Bellingham hat der BVB riskiert und damit genau ins Schwarze getroffen. Der junge Engländer kam vor einem Jahr für 23 Millionen Euro von Birmingham City zum BVB. Dort hat es der Youngster innerhalb von einem Jahr zum Leistungsträger geschafft. Darüber kann man sich als Konkurrent schon mal mächtig ärgern. Vor allem, wenn man selbst am Spieler dran gewesen ist, wie es beim FC Bayern laut Sport-Bild-Angaben der Fall war.


Jude Bellingham gehört zweifellos zu den Spielern, die das Potenzial zum ganz großen Star haben. Der Youngster bringt alles mit, was ein kompletter Mittelfeldspieler benötigt. Bellingham vereint Athletik, Dynamik, Mentalität und Technik, wie es in diesem Alter bislang kaum ein Spieler geschafft hat. Sogar in der Champions League legte der Engländer hervorragende Auftritte hin und wurde von Pep Guardiola geadelt.

Bei der laufenden EM spielt er zudem bereits eine größere Rolle als Teamkollege Jadon Sancho. Seit seinem Wechsel zur Borussia ist das Top-Talent förmlich durch die Decke geschossen. Dies gilt auch für seinen Marktwert, der sich laut transfermarkt.de von elf auf 50 Millionen Euro gesteigert hat. In der Realität dürfte er jedoch schon deutlich mehr wert sein.

FC Bayern hatte Bellingham bereits seit 2018 im Visier

Die Bayern dürften diese Entwicklung mit einem sehr dicken Hals beobachten. Der Klub soll laut Angaben der Sport Bild bereits 2018 auf den talentierten Ausnahmespieler aufmerksam geworden sein.

Ein Jahr später luden die Bayern Bellingham zum DFB-Pokalfinale 2019 gegen Leipzig (3:0) ein. Dort verfolgte der damals 15-Jährige die Partie umringt von Vereinslegenden wie Claudio Pizarro und Mitarbeiter Johannes Mösmang.

Der Klub nahm jedoch im Anschluss Abstand von einem Transfer, da die hohe Ablöseforderung die Bosse abgeschreckt hatte. Ein wenig verständlich ist das schon, zumal Transfers von derartig jungen Spielern immer eine gewisse Gefahr darstellen. Da gehört schon einiges an Risikobereitschaft dazu.

Für den FC Bayern ist es zumindest ein wenig besänftigend, dass der Spieler einem Wechsel wohl selbst nicht zugestimmt hätte. Dem Bericht zufolge wollte er seine ersten Profischritte bei seinem Heimatverein in Birmingham machen. Ein Jahr später entschied er sich, trotz finanziell besserer Gebote aus München und Manchester, für den BVB.

Eine "reife" Leistung: Bellingham hat bislang alles richtig gemacht

Seine bisherige Karriereplanung beweist ganz gut, wie reif Bellingham trotz seiner Jugend schon ist. Ein Youngster, der sich nicht von einem Stadionbesuch beim Pokalfinale oder einem satten Gehaltsvorschlag von seinem Weg abbringen lässt, besitzt einen klaren Kopf und gefestigten Charakter.

Nach den Gesprächen mit Michael Zorc und Sebastian Kehl sah der junge Spieler in Dortmund letztendlich die beste Perspektive. Ein wenig trickste der Klub aber auch, indem man Bellingham anhand eines Videos die Stimmung im Signal Iduna Park und seine Zukunft im BVB-Dress aufzeigte.
Bislang bleibt festzuhalten, dass der junge Kicker mit seiner Entscheidung alles richtig gemacht hat.

In München wird man sich hingegen die Haare raufen, zumal der Klub seit längerer Zeit nach einem weiteren starken, zentralen Mittelfeldspieler sucht. Einen derart starken und ambitionierten Akteur, wie Jude Bellingham, wird jedoch nur schwer auszugraben sein. Dies gilt für diese Transferphase ganz besonders, zumal dem Klub alles jenseits von zehn bis zwölf Millionen zu teuer zu sein scheint.

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