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Javier Pastore Spanische Provinz statt Königsklasse

Guido Müller
Spielt nun für den FC Elche: Javier Pastore
Spielt nun für den FC Elche: Javier Pastore / Nicolò Campo/Getty Images
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Seine allerbesten Jahre dürfte Javier Pastore (32) mittlerweile hinter sich haben. Dennoch bleibt die Verpflichtung des Argentiniers durch den spanischen Low-Budget-Klub FC Elche bemerkenswert.


Denn Javier Pastore gehörte bislang in die Kategorie "Internationale Spitzenklasse". Im Sommer 2011 waren die Dienste des Offensivmanns dem französischen Top-Klub Paris St. Germain immerhin 43 Millionen Euro wert, die an die US Palermo überwiesen wurden.

Pastores Bilanz aus sieben Jahren bei PSG: 19 Titel!

Javier Pastore, Blaise Matuidi
Bei PSG spielte Pastore (re.) mit vielen Weltstars - wie Blaise Matuidi / John Berry/Getty Images

Sieben Jahre blieb Pastore im Star-Ensemble des Hauptstadtklubs, holte dabei stolze 19 Titel (5 Meisterschaften, 4 Pokalsiege, 5 Liga-Pokale sowie 5 nationale Supercups), ehe er im Sommer 2018 für 24,7 Millionen Euro an die AS Rom verkauft wurde.

Nach drei Jahren in der Ewigen Stadt hatten die Giallorossi in diesem Jahr allerdings keine Verwendung mehr für den dribbelstarken Flügelstürmer - und lösten den eigentlich noch bis 2023 laufenden Vertrag in beiderseitigem Einvernehmen auf.

Plötzlich stand ein 29-facher argentinischer Nationalspieler ohne Arbeitgeber da. Und diese Chance nutzte ein spanischer Klub, der in Spanien eigentlich eher das Image eines Provinzklubs verkörpert. Wer kennt außerhalb der iberischen Landesgrenze schon den FC Elche?

Doch ausgerechnet dieser seit Jahrzehnten zwischen dritter und erster Liga changierende Verein nutzte nun die Gunst der Stunde - und überzeugte den in Córdoba (Argentinien) geborenen Pastore davon, seine Unterschrift unter einen Einjahresvertrag zu setzen.

Sicherlich der bislang größte Transfer-Coup von Pastores Landsmann Christian Bragarnik (50), der im Winter 2019 über sein Unternehmen Tenama Inversiones S.L. y Score Club 2019 70 Prozent der Anteile des Klub gekauft hatte.

Christian Bragarnik
Bragarnik (2 v.l.) ist seit dem Dezember 2019 der starke Mann beim FC Elche / Quality Sport Images/Getty Images

Mit Bragarnik an der Spitze gelang dem in der Provinz Alicante ansässigen Klub zunächst der Aufstieg in die erste spanische Liga, in der man nach einem dramatischen und erfolgreich bestrittenen Abstiegskamp in der letzten Saison nun auch in dieser aktuellen Spielzeit vertreten sein wird.

Klub-Boss Bragarnik will kein neues Abstiegsdrama!

Damit der Überlebenskampf in der Primera División in dieser Saison nicht ganz so nervenzehrend wird, hat sich der Klub für seine Verhältnisse exzellent und mit durchaus namhaften Spielern verstärkt.

Vom FC Schalke 04 kam ablösefrei der ehemalige "Königliche" Omar Mascarell, vom FC Turin wiederum wurde Stürmer Lucas Boyé für 2 Millionen Euro verpflichtet. Diesjähriger Rekordeinkauf (und zweitteuerster Transfer der Klubgeschichte) ist der argentinische Mittelfeldabräumer Iván Marcone, für den die franjiverdes (die Grüngestreiften) 4 Millionen Euro an Boca Juniors überweisen.

Mit Javier Pastore hat jetzt aber sogar ein wenig vom ganz großen Glanz der internationalen Fußball-Bühne Einzug gehalten beim FC Elche.

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