Der Fall Jadon Sancho: Wie lange reicht die Geduld bei Man United?

Simon Zimmermann
Wie geht es weiter mit Jadon Sancho?
Wie geht es weiter mit Jadon Sancho? / Robin Jones/GettyImages
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Kurz vor Weihnachten, Zeit für Wünsche und Träume. Wie wäre es mit einem Jadon Sancho unter dem schwarzgelben Weihnachtsbaum?

Vier Jahre trug der 22-jährige Flügelstürmer das Trikot des BVB. 50 Tore und 64 Vorlagen in 137 Pflichtspielen lesen sich wie eine Dortmunder Erfolgsgeschichte. Wer an die Glanz-Auftritte Sanchos im BVB-Trikot zurückdenkt, dem läuft das Wasser im Mund zusammen.

Im Sommer 2021 folgte dann der Abschied des begnadeten Dribblers. Manchester United schlug für 85 Millionen Euro Ablöse zu. Doch im Old Trafford lief es für Sancho längst nicht mehr so gut wie im Signal Iduna Park. Acht Tore und vier Volagen in 52 Einsätzen für die Red Devils lesen sich nicht wie der Statistikbogen eines Jadon Sancho.

Außer Form: Sancho trainiert individuell

Der 22-Jährige kommt in England einfach nicht konstant an sein BVB-Niveau heran. Nach einigen guten Auftritten zum Start der aktuellen Saison zeigte die Leistungskurve wieder steil nach unten. Die letzten drei Premier-League-Partien vor der WM-Pause verpasste Sancho, den Sprung in Englands WM-Kader auch.

Während die verbliebenen United-Spieler während der WM ins Trainingslager reisten, blieb Sancho in Manchester. Er sei körperlich und mental derzeit nicht auf dem gewünschten Level, gab Trainer Erik ten Hag zuletzt ein besorgniserregendes Update zum Edeltechniker.

"Wir wollen, dass er dieses Programm abschließt, und hoffen, dass er bald zurückkommt. Wir wollen ihn so schnell wie möglich zurückhaben, aber ich kann keine Prognose abgeben, wann das sein wird", erklärte ten Hag.

Wie lange reicht die Geduld bei Man United mit Sancho?

Aufgeben will man Sancho in Manchester offenbar noch nicht. Fest steht, sein Vertrag ist noch bis 2026 gültig - inklusive einer für United üblichen Option auf ein weiteres Jahr. Ein Verkauf des 22-Jährigen ist deshalb noch kein Thema - wie nun auch Sky berichtet.

Doch klar ist auch, United hat unter ten Hag große Ziele. Man will die Zeit, in der man den Topklubs von der Insel hinterherhinkte endlich hinter sich lassen. Ein Sancho in BVB-Form würde bei diesen Plänen sicher helfen. Auf der anderen Seite hat man auf den Außenstürmer-Positionen weiteres hochkarätiges Personal. Marcus Rashford ist wieder in Form, Antony kam im Sommer für rund 100 Millionen Euro von Ajax.

Die Geduld mit Sancho wird demnach endlich sein. Kommt er auch in der Rückrunde nicht in Form, dürfte ein Abschied ein akuteres Thema werden. Möglich wäre aber auch eine Leihe, damit Sancho Spielpraxis, Selbstvertrauen und Form findet.

BVB-Träumerei: Wäre eine Sancho-Rückkehr möglich?

Zwangsläufig käme dann auch eine Rückkehr nach Dortmund ins Spiel. Beim BVB hat man in den vergangenen Jahren einige Rückkehrer gesehen. Laut Sky ist das derzeit aber kein akutes Thema. Gespräche oder gar Verhandlungen soll es nicht geben. Blickt man auf die aktuelle Situation von Sancho und beiden Klubs liegt der Weihnachtswunsch aber nicht all zu fern.

Schwarzgelb könnte einen dribbelstarken Außenstürmer sehr gut gebrauchen. Und Man United einen Sancho mit Selbstvertrauen. Ein Faktor, der gerade für sein Spiel elementar ist. Träumen ist also erlaubt, liebe BVB-Fans. Realistisch ist eine zeitnahe Rückkehr von Sancho aber nicht. Noch nicht. Im Fußball kann bekanntlich alles sehr schnell gehen.

Und hoffen darf man ja - gerade zu Weihnachten...


Die finale WM-Analyse: Tobias Escher über das epische Endspiel, die Lehren der WM und seine Topelf des Turniers.


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