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Hütter echauffiert sich über Werder-Bank: "Hat etwas mit Respekt zu tun"

Florian Kohfeldt, Adolf Hutter
Adi Hütter und Florian Kohfeldt hatten nach dem Spiel noch einiges zu klären | Stuart Franklin/Getty Images

Eintracht Frankfurt konnte sich im Nachholspiel gegen Werder Bremen absetzen. Die umkämpfte Partie entschieden die Adler erst in der zweiten Halbzeit für sich. Lange dauerte es, bis die lautstarke Unterstützung auf Bremens Bank verstummte. SGE-Trainer Adi Hütter hatte wenig Verständnis für die stetige Geräuschkulisse.

Werder Bremen hat den Befreiungsschlag im Tabellenkeller verpasst. Doch die Mannschaft lebt weiterhin und gibt sich auch nach den ersten Rückschlägen nicht auf. Wie sehr das Team zusammenhält, zeigt der Support, der von den Einwechselspielern und Betreuern gezeigt wird. Seit dem Liga-Neustart haben die Grün-Weißen die lauteste Bank der Liga.

Zu einem Erfolg reichte dies gegen Frankfurt aber nicht. Dafür sorgte die Kulisse für reichlich Ärger. Gäste-Trainer Adi Hütter fand den Ton immer wieder unangebracht. "Jeder kämpft für seinen Verein, aber man muss nicht bei jeder Entscheidung hochspringen. Das hat etwas mit Respekt zu tun", so der Übungsleiter nach dem Spiel bei Sky.

Die Grenze ist dann überschritten, wenn Torwarttrainer und Co-Trainer so aufmüpfig sind.

SGE-Coach Adi Hütter

Harte Partie erhitzt die Gemüter

Speziell im ersten Durchgang schreckten die Joker und Betreuer immer wieder auf und versuchten so Einfluss auf das Spielgeschehen zu nehmen. Für Martin Hinteregger wurde beispielsweise kurz vor der Pause die Gelb-Rote Karte gefordert.

Bei jeder Aktion bäumte sich die Bremer Bank auf und feuerte das Team erneut an. Was Florian Kohfeldt so dringend fordert, kam bei den Frankfurtern nicht gut an. "Die Grenze ist dann überschritten, wenn Torwarttrainer und Co-Trainer so aufmüpfig sind. Ich würde das nicht dulden, wenn sie so weit vorne in der Coaching-Zone stehen. Aber das muss jeder selbst wissen."

Leonardo Jesus Loureiro Bittencourt
Die Bankspieler um Philipp Bargfrede sorgten für einige Tumulte | Stuart Franklin/Getty Images

Mit Florian Kohfeldt "war alles in Ordnung", so Hütter. Der 37-Jährige stand den Anfeuerungen in Lautstärke und Intensität in nichts nach. Doch anders als die Betreuer und Reservisten konnte er sich auch zügeln und fuhr nur in den seltenen Momenten aus der Haut.

Man mag darüber streiten, ob derlei Support über die Strenge schlägt, oder speziell im Abstiegskampf gerade richtig ist. Solang alle Beteiligten fair bleiben und sich auf das Spielgeschehen konzentrieren, darf es gerne etwas lauter werden. Andernfalls ist auch etwas Zurückhaltung nicht verkehrt. Das berühmte Mittelmaß bleibt also weiterhin Werders große Baustelle.