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HSV-Ultras fordern: Namensrecht für Volkspark darf nicht mehr verkauft werden!

Fahne Flagge mit Stadion von Hamburg, HSV
Soll nach Wunsch einiger Fans nur noch Volksparkstadion heißen: Die Heimstatt des HSV im Hamburger Volkspark | TF-Images/Getty Images

Fünf Jahre lang, vom Sommer 2015 bis zum 30. Juni dieses Jahres, durfte sich die Heimstädte des Hamburger SV offiziell Volksparkstadion nennen. Möglich machte dies ein Deal zwischen dem Eigner der Namensrechte, Klaus-Michael Kühne, und dem Klub. Jetzt, mit Endung der Übereinkunft, sehen einige Fans die Möglichkeit, das Rad der Zeit zurückzudrehen - und fordern die Beibehaltung des traditionellen Namens.

Das unter dem Namen "Mövenschiss" firmierende Sprachrohr der HSV-Ultra-Gruppe "Castaways" hat in einem Facebook-Post den Klub dazu aufgefordert, den Namen Volksparkstadion beizubehalten - und nicht erneut zur Verhandlungsmasse eines Sponsorenvertrages werden zu lassen. Das bisherige finanzielle Engagement von Kühne (vier Millionen Euro jährlich) sehen die Fans naturgemäß kritisch. Es sei nichts anderes gewesen, als ein "Druckmittel, um seinem (Kühnes, die Red.) 'Herzensverein' seinen Willen aufzudrängen". Was sicherlich nicht ganz falsch ist.

VOLKSPARKSTADION – SEIT 1953 UND FÜR IMMER! Am 1. Juli 2020 ist der Vertrag über die Namensrechte am Volksparkstadion...

Gepostet von Möwenschiss am Montag, 13. Juli 2020

Die Konsequenz, die die Verfasser des Textes nun fordern, geht aber in eine falsche Richtung. Denn das Rad der Zeit lässt sich eben nicht einfach so zurückdrehen. Und vier Millionen (oder mehr, je nachdem wie erfolgreich der Klub bei seiner Suche nach einem neuen Sponsoren ist) sind für den klammen HSV auch kein Pappenstiel. Die Illusion, der HSV könnte sich jetzt in einer Art Selbstkasteiung von allen Fesseln befreien, ist eben nur dies: eine Illusion. Konkret fordern die Fans:

"1) Wir werden keinen anderen Namen als VOLKSPARKSTADION akzeptieren.

2) Wir werden keinen Mix aus VOLKSPARKSTADION und Sponsorennamen akzeptieren.

3) Wir werden kein Umbenennen von Tribünen oder anderen Teilen des Stadions akzeptieren."

Welche Konsequenzen eine Nicht-Erfüllung ihrer Forderungen zeitigen würde, ließen sie dabei offen.

Forderung geht an Realität vorbei

Auch ich bin Traditionalist. Auch ich finde den Namen Volksparkstadion schöner als AOL-Arena oder Imtech-Arena. Von HSH-Nordbank-Arena ganz zu schweigen. Aber man darf halt nicht den Blick für die Realitäten verlieren. Und wenn ein Sponsor um die Ecke kommt, und einen beträchtlichen Betrag für x Jahre zahlt, um das Stadion wie auch immer zu nennen, dann ist das halt so. Mein Gott, in anderen Ländern (wie Österreich) haben Klubs gleich ihren ganzen Namen (der ja wohl identitätsstiftender ist als der Name der Spielstätte) an Sponsoren verkauft. Davon sind wir hierzulande noch ein Stück weit entfernt.

Und außerdem würde der offizielle Name ja nur für die entsprechende mediale Berichterstattung gelten. Einem jeden HSV-Fan bleibt es weiterhin unbenommen, am Spieltag zu den Seinen zu sagen: "Ich gehe jetzt in den Volkspark, um mein Team anzufeuern."