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HSV: Erster Test, erster Sieg - und erste Erkenntnisse!

Daniel Thioune
Daniel Thioune feierte im ersten Testspiel seinen ersten Sieg als HSV-Coach | Pool/Getty Images

Gerade mal vier Tage Training lagen hinter den Spielern des Hamburger SV, als sie gestern im ersten Vorbereitungsspiel auf die neue Saison mit 1:0 gegen den Drittligisten Hansa Rostock gewannen. Entsprechend wenig Aussagekraft hat der Test - und dennoch gab es schon ein paar Erkenntnisse, die Trainer Daniel Thioune (und die Fans) hoffnungsvoll stimmen.

Zu allererst natürlich die Tatsache, dass das Spiel "zu Null" bestritten wurde. Gut, jetzt kann man anführen, dass der gestrige Gegner aus Rostock nur ein Drittligist sei. Und zweifellos wird das Niveau der Gegner schon ab dem ersten Spieltag der kommenden Spielzeit (18. September zuhause gegen Düsseldorf) nicht weniger werden als gestern, aber trotzdem. Über die gesamten neunzig Minuten ließen die Rothosen praktisch nichts zu. Und das muss man auch gegen einen Drittligisten erstmal hinkriegen.

Thioune begeistert von Ambrosius: "In der Defensivarbeit absolut fehlerfrei!"

Wozu nicht zuletzt auch Stephan Ambrosius (21) seinen Teil beisteuern konnte. Der U21-Spieler, der in der vergangenen Saison am letzten Spieltag beim 1:5 gegen den SV Sandhausen für 45 Minuten Zweitligaluft schnuppern durfte und dabei der einzige Lichtblick inmitten der Dunkelheit war, konnte sich bei Neu-Trainer Daniel Thioune für weitere Aufgaben empfehlen. "In der Defensivarbeit war Stephan Ambrosius absolut fehlerfrei und wenn man so fleißig ist, kann man sich am Ende auch belohnen", lobte der Coach gegenüber mopo.de den Youngster, der seine Leistung mit dem 1:0-Siegtreffer per Kopfball (nach Hunt-Ecke) krönen konnte.

Erkenntnisgewinn für seinen Chef: "Er hat gezeigt, dass man auf ihn zählen kann." Der glückliche Matchwinner schilderte seinen Last-Minute-Treffer so: "Es war eine punktgenaue Ecke von Hunter. Ich bin zwar nicht der Größte, aber dann war ich da zum richtigen Zeitpunkt.“ Und bescherte seiner Mannschaft den ersten Sieg im ersten Testspiel.

Und ohne das Ganze überbewerten zu wollen - ein Sieg ist ein Sieg. Gerade in einem notorisch nervösen Medienumfeld wie in Hamburg, in dem jeder Pass, jeder Torschuss, jedes Spiel und jedes Ergebnis magnifiziert wird, bringen Siege, egal gegen wen, erstmal Ruhe in den Laden. Wie wären denn wohl die Schlagzeilen heute morgen ausgefallen, wenn der HSV gegen Rostock verloren hätte? Den Einstieg für Thioune und Co. in die angekündigte neue Ära hätte dies sicher nicht einfacher gemacht.

Ersatzkeeper Tom Mickel drückte es nach Schlusspfiff folgendermaßen aus: "Ich finde, jedes Spiel ist wichtig. Jedes Freundschaftsspiel gibt dir was und du nimmst was mit. Wenn du Spiele gewinnst, so wie jetzt, hast du am Ende ein besseres Gefühl für die ganze Woche. Du arbeitest hart und mit einem Sieg macht das eben mehr Spaß. Wir wollen jedes Spiel gewinnen und heute war der Anfang."

Auch Onana mit gutem Debüt

Neben Ambrosius, der über die vollen neunzig Minuten spielen durfte, konnte sich auch ein Neuzugang gleich mal in den Fokus spielen. Der belgische U20-Nationalspieler Amadou Onana durfte in der ersten Halbzeit ran (insgesamt schickte Thioune mit zwanzig Spielern praktisch den gesamten zur Verfügung stehenden Kader in die Partie) - und machte seine Sache erstaunlich abgeklärt.

Amadou Onana
Neuzugang Onana ließ aufblitzen, dass er dem HSV helfen kann | Matthew Lewis/Getty Images

So abgeklärt, dass er sogar seinen Trainer erstaunte. "Für einen 18-Jährigen ist das sehr überraschend, dass er gleich so viel Präsenz zeigt." Im selben Atemzug fügte Thioune aber auch noch an, dass - logischerweise - auch bei Onana noch viel Luft nach oben ist. "Ich hätte mir im einen oder anderen Moment doch gewünscht, dass er mehr ins Pressing geht. Da war er im Mittelfeld ein, zwei Schritte zu spät und das muss er auch lernen. Aber wir haben gesehen, dass er Entwicklungspotenzial hat. Das hat er deutlich gezeigt.“

Hunt: "Es muss sich einiges finden!"

Routinier Hunt fasste seine Eindrücke des Spiels auf gewohnt nüchterne Art zusammen: "Es war das erste Spiel zum Reinkommen und zum Fahrt aufnehmen. Wir haben viele neue Spieler, es muss sich einiges finden. Das hat man heute gesehen, dass wir schon noch viele Fehler hatten. Das ist völlig normal zu dem Zeitpunkt. Für uns gilt es, als Mannschaft wieder zusammenzufinden und gewisse Abläufe reinzubekommen. Das hat erstmal Priorität."

Am Freitag "Revanche" gegen VfB Lübeck

Bereits am kommenden Freitag steht für den HSV der nächste Gradmesser an. Gegner ist dann der Drittliga-Aufsteiger VfB Lübeck. Den HSV-Fans dürfte das letzte Aufeinandertreffen mit diesem Gegner noch in unguter Erinnerung sein. Im Januar schenkten die damaligen Regionalliga-Kicker ihrem prominenten Gegner gleich vier Tore ein.