HSV: Die kleinen Schritte in eine bessere Zukunft

Guido Müller
Fuhren in Karlsruhe verdientermaßen den dritten Sieg in Folge ein: die Spieler des Hamburger SV
Fuhren in Karlsruhe verdientermaßen den dritten Sieg in Folge ein: die Spieler des Hamburger SV / Alexander Scheuber/Getty Images
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Das Lächeln wollte HSV-Trainer Daniel Thioune nach dem hochverdienten 2:1-Sieg seines Teams beim Karlsruher SC gar nicht mehr aus dem Gesicht weichen. Immerhin hatte sich der Trainer vor drei Wochen mit seiner offensiven Ankündigung, aus den verbleibenden letzten drei Partien des Kalenderjahres die volle Punktausbeute von neun Zählern zu holen, sich und sein Team unter Druck gesetzt.

Doch die Mannschaft lieferte am Montagabend die entsprechende Antwort auf die Vorgaben ihres Trainers. Erfreulich aus Sicht des HSV: Auch das spielerische Element, dessen fast völlige Absenz noch die Siege in Darmstadt und gegen Sandhausen erheblich relativiert hatte, kam diesmal nicht zu kurz.

Einziges Manko: Die mangelhafte Chancenverwertung

Zumindest in der Anfangsphase des Spiels, als die Hamburger einem ungefährdeten Kantersieg entgegenzustreben schienen. Nach der frühen Führung durch eine Einzelaktion von Bakery Jatta verpassten es ebendieser und Jeremy Dudziak bereits nach einer knappen Viertelstunde für klare Verhältnisse zu sorgen.

"Man kann uns vorwerfen, dass wir die richtig klaren Chancen nicht genutzt haben. Da hätten wir früh 2:0, vielleicht sogar 3:0 in Führung gehen können", gab auch Thioune hinterher (via Mopo) unumwunden zu.

Beim Gegentor, das praktisch aus dem Nichts fiel, offenbarte die Mannschaft jedoch erneut altbekannte Schwächen in der defensiven Ordnung. Warum zum Teufels Namen war die Mannschaft, bei eigener Führung, derart aufgerückt, dass es zu einem Miss-match kam (zwei Karlsruher Angreifer gegen Heyer) und die Badener durch Hofmann ausgleichen konnten?

Der Beantwortung dieser Frage sollte sich Thioune in seiner Analyse des Spiels auf jeden Fall widmen. Denn der Stolperer von Josha Vagnoman, der erst den Ballbesitz für die Karlsruher vorm Ausgleich ermöglichte, war nur eine der Komponenten, die zum überraschenden Tor der Gastgeber führten.

Thiounes Mannschaft findet die Balance

Insgesamt jedoch wirkte die Mannschaft um einiges stabiler als beim viel zu hoch ausgefallenen 4:0-Sieg gegen den SV Sandhausen. Und mit mehr Kreativität in der Offensive. Ihr gelang somit die von ihrem Trainer vor dem Spiel erhoffte Kombination aus kämpferischer Attitüde und spielerischem Element. "Ich fand", kommentierte Thioune, "dass meine Mannschaft eine gute Balance gefunden hat, den Kampf anzunehmen aber auch Fußball zu spielen

Ebenfalls eine schöne Randnotiz: die Reaktion von Sonny Kittel auf die zuletzt harsche Kritik an seiner Person. Besser als mit Toren (oder, wie in diesem Fall, Torvorlagen) kann man den Kritikern nicht den Wind aus den Segeln nehmen. Bleibt zu hoffen, dass der begnadete Techniker seine Stärken auch mal über einen längeren Zeitraum abruft.

Auch die Tatsache, dass der HSV kurzfristig auf den Ausfall dreier Stammkräfte (Leibold, Hunt und Ambrosius) reagieren musste und dies sehr überzeugend tat, gibt Mut für die Zukunft.

Sportliche Führung stellt sich für die Zukunft auf: Verträge mit Mutzel, Costa und Hrubesch verlängert!

Wie auch die jüngsten Nachrichten hinter den rein sportlichen Kulissen: denn einen Tag nach Beendigung der Partie im Karlsruher Wildpark vermeldete das Abendblatt die Vertragsverlängerungen mit Sportdirektor Michael Mutzel, Chef-Scout Claus Costa und Jugend-Koordinator Horst Hrubesch als perfekt. Das Trio erhält neue Arbeitspapiere, deren Laufzeiten der des Vertrags von Sportvorstand Jonas Boldt entsprechen.

Bis zum Sommer 2023 ist nunmehr die Zukunft der sportlichen Führung beim Traditionsklub gesichert. Dem nächsten erfolgreichen Schritt auf dem grünen Rasen folgte somit ein weiterer in der Organisation des Klubs. Kleine aber wichtige Schritte auf dem langen und steinigen Weg in eine bessere Zukunft.

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