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HSV: Das leise Verschwinden eines lauten Griechen - Tschüss, Papa!

Kyriakos Papadopoulos
Verlässt de HSV im Guten - Kyriakos Papadopoulos | TF-Images/Getty Images

Die Wege vom Hamburger SV und Kyriakos Papadopoulos werden sich am Ende der Saison definitiv trennen. Der Grieche hat die Hansestadt bereits verlassen und hält sich in seiner Heimat fit. Auf der Suche nach einem neuen Engagement ist allerdings eins klar - die Trennung erfolgte im Guten!

Fast war er in Vergessenheit geraten. Lange hatte man nichts mehr von Kyriakos Papadopuolos gehört. Nach seiner Degradierung im vergangenen Herbst ist es ruhig um den sonst aufbrausenden Griechen geworden. Kurzzeitig war Papa für die U21 des HSV aktiv, aber während der Corona-Pause zog sich der Innenverteidiger in seine Heimat Griechenland zurück, obwohl er mit seinen Attributen dem HSV sicherlich helfen könnte - vor allem in der Luft.

Die Mopo enthüllte nun Details zum Abschied des 28-Jährigen aus Hamburg. Unrühmliche Abgänge haben im Volkspark fast schon Tradition - bei Papa soll es aber anders sein.

Das Kapitel HSV ist für Papadopoulos zu Ende

Nach einer langen Verletzung spielte Papadopoulos in den Planungen des HSV keine Rolle mehr; die 2. Liga ist für die Spielweise des Defensivspielers mehr Fluch als Segen. Im vergangenen Herbst wurde für ihn klar signalisiert, dass ihm keine Steine in den Weg gelegt werden würden, wenn er den HSV verlassen möchte - ein Transfer kam allerdings nicht zustande.Fast wäre der Grieche nach China gewechselt - das Coronavirus machte den Plänen allerdings einen Strich durch die Rechnung.

Papadopoulos zeichnet sich durch seine eisenharte Zweikampfführung aus. Er ist ein enorm physischer Spieler, der speziell als Kopfballspieler eine absolute Bank ist - also da, wo der HSV momentan sehr anfällig ist. In der Luft wäre Papa eine wahre Alternative, auch für einige unserer Autoren.

Kyriakos Papadopoulos, Yannick Stark
An Beweglichkeit und Geschwindigkeit mangelt es leider entscheidend | TF-Images/Getty Images

ABER: an der Geschwindigkeit mangelt es entscheidend. Für seine Agilität war der Grieche nie bekannt. In der ersten Liga stand der HSV häufig tief, schnelle Richtungswechsel und Gegenstöße waren eher die Ausnahme. Schon damals war zu erkennen, dass sich der Grieche mit schnellen Gegenspielern häufig schwer tat. Letzte Rettung war nicht selten ein Foulspiel. Genau das sind aber die Situationen, mit denen der HSV in Liga 2 häufig konfrontiert wird. Als selbst spielbestimmende Mannschaft müssen sich die Hanseaten häufig schnellen Kontern stellen - nicht das Spezialgebiet von Papadopoulos.

Auf dem Instagram-Kanal des Verteidigers postet der Grieche ungewohnt häufig Storys, die ihn beim Individualtraining in seiner Heimat Griechenland zeigen. Konkrete Interessenten gibt es laut der Mopo zwar noch nicht, Papa arbeitet jedoch hart, um sich für neue Aufgaben zu empfehlen.

Der Haudegen des HSV

In Januar 2017 wechselte Papadopoulos von Leverkusen an die Elbe - vorerst per Leihe. Der Grieche war eine Säule in der Verteidigung der Hamburger und hatte entscheidenden Anteil daran, dass der Klassenerhalt in letzter Sekunde geschafft wurde. Man war so begeistert, dass man für einen permanenten Transfer des Abwehrspielers 6,5 Millionen Euro an Bayer Leverkusen überwies und Papa selbst mit einem großzügigen Vertrag ausstattete.

Berüchtigt ist der Grieche auch für seine leidenschaftliche Körpersprache, aber auch die konnte den Abstieg im Jahr 2018 nicht verhindern. Das Drama: in der Vorbereitung auf die neue Saison erlitt Papadopoulos einen Knorpelschaden, der ihn nahezu die komplette Saison 2018/19 außer Gefecht setzte. Nur ein einzigen Einsatz konnte der Koloss in der ersten 2. Liga-Saison des HSV verbuchen, da ihn nach seiner Knorpelverletzung Knieprobleme plagten - unbefriedigend für die Verantwortlichen selbst und auch für Papa, der dem HSV nur sehr viel Geld kostete, ohne Leistung zu zeigen, um es hart auszudrücken.

Kyriakos Papadopoulos
Die Körpersprache ist ein Markenzeichen des Griechen | TF-Images/Getty Images

Letzte Hoffnung war die aktuelle Spielzeit. Die Suche nach einer neuen Chance blieb aber erfolglos, lediglich zwei Spiele stand der 28-Jährige auf dem Platz, häufig schmorte er auf der Bank, oder wurde gar nicht erst in den Kader berufen. Im Herbst letzten Jahres wurde klar, dass Papa für den HSV keine Rolle mehr spielt. Vom Verein wurde einvernehmlich beschlossen, dass der Verteidiger vorerst mit der U21 trainieren soll, für die Papadopoulos zwei Mal spielte und im Winter möglichst abgegeben soll, um sein Gehalt von über zwei Millionen Euro einzusparen - erfolglos.

Trennung im Guten - "astreiner Charakter"

In den letzten Jahren verließen viele Spieler Hamburg nicht ohne einen Seitenhieb. Bei Papadopoulos sei es allerdings anders, so die Mopo. Er habe sich mit der Vereinsführung ausgesprochen und sein vorzeitiges Verlassen Hamburgs wird nicht sanktioniert. Auch wenn die Regionalliga weitergeführt werden sollte, müsste Papa nicht zurück in die Hansestadt kommen.

"Er ist ein astreiner Charakter, und es gibt überhaupt keinen Grund, aufeinander böse zu sein!"

Jonas Boldt, HSV-Sportchef

"Papa weiß, dass er hier in Hamburg jederzeit willkommen ist" - ein wichtiges Signal von Sportchef Jonas Boldt, der den Griechen schon aus Leverkusener Zeiten kennt. Für seinen noch-Schützling findet Boldt in der Mopo weitere lobende Worte und hebt besonders die Persönlichkeit des Verteidigers hervor: "Er ist ein astreiner Charakter, und es gibt überhaupt keinen Grund, aufeinander böse zu sein".

Eine Philosophie, die dem HSV gut tut, denn die Hansestädter mussten sich häufig unrühmlichen Abschiede stellen, die nicht nur dem Image geschadet haben, sondern auch die ein oder andere saftige Abfindung zur Folge hatten. Dieses Mal wurde der Abschied des Spielers jedoch mit dem Verein abgestimmt - auch der HSV bemüht sich um eine gute Zukunft für Papadopoulos.

Papadopoulos beteiligt sich an Corona-Verzicht

Die aktuelle Corona-Situation beansprucht die finanzielle Situation des Hamburger Sport-Vereins.
Gemeinsam hat sich die Mannschaft auf einen anteiligen Gehaltsverzicht verständigt und auch Bonuszahlungen möchten die Akteure dem Verein zur Verfügung stellen, damit die Basis gesichert bleibt. Kyriakos Papadopoulos unterstreicht seinen tollen Charakter, denn auch er wird nach Mopo-Informationen auf rund 10 Prozent seines Gehalts (rund 2,2 Millionen Euro) und Prämien verzichten.


Für den HSV hat Papa, wenn er spielte, stets alles gegeben, was ihm große Beliebtheit bei den Fans einbrachte. Unvergessen bleiben seine wichtigen Tore gegen seine Ex-Klubs Leverkusen und Leipzig, die nicht nur Genugtuung für Papa waren, sondern auch für den Klassenerhalt von enormer Bedeutung waren.


Er wird definitiv immer in guter Erinnerung bleiben und es ist sehr schade, dass es nicht zu mehr gereicht hat. Für seinen zukünftigen Weg kann man dem Griechen nur alles Gute wünschen. Wenn er verletzungsfrei bleibt, dann ist er definitiv ein Gewinn für Mannschaften, die auf eine stabile Defensive vertrauen müssen.

In Hamburg sagt man "Tschüss" - das heißt "Auf Wiedersehen"!