Hamburger SV

Ausgaben-Stopp beim HSV - auch eine Stadionschließung könnte drohen

Yannik Möller
Hamburger SV - Volksparkstadion
Hamburger SV - Volksparkstadion / Martin Rose/GettyImages
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Der Aufsichtsrat des Hamburger SV hat aufgrund der unklaren Finanzlage einen Ausgaben-Stopp verhängt. Der Vorstand muss zeitnah eine Lösung für die notwendigen Ausgaben präsentieren. Zeitgleich tickt die Uhr wegen anfallender Sanierungsarbeiten am Volksparkstadion.


Öffentlich richtet sich beim HSV der Fokus zurzeit auf den fünften Anlauf. Die fünfte Saison, in der es mit dem Aufstieg und der Rückkehr in die Bundesliga endlich klappen soll. Das ist auch die Motivation, mit der am vergangenen Wochenende in die Spielzeit gestartet wurde - wenngleich etwas holprig.

Im Hintergrund hingegen gibt es große Bedenken wegen der finanziellen Lage des Klubs. Die Bedenken sind so groß, dass sich der Aufsichtsrat nun zu einem ungewöhnlichen Schritt genötigt sah: Laut Bild-Infos wurde ein Ausgaben-Stopp verhängt.

Ausgaben-Stopp: HSV-Vorstand muss Finanzierungs-Modelle vorlegen

Damit liegen vorerst alle anvisierten Handlungen im operativen Geschäft auf Eis. Das gilt sowohl für Verpflichtungen und Leihen von Spielern, wie auch für die eigenen Verträge, etwa von Tim Walter oder Jonas Boldt.

Als Beispiel dafür, wie einschneidend dieser Schritt ist, führt die Bild die angedachte Leihe von Robin Meißner ins Spiel. Er sollte eigentlich zu zeitweise für Viktoria Köln aufspielen. Weil aber vorerst kein Ersatz an Bord geholt werden kann, muss der 22-Jährige weiter gehalten werden.

Weitere Transfers, wie etwa von Manuel de Luca, sind nun erst einmal gar kein Thema mehr.

Jonas Boldt
Jonas Boldt arbeitet unter schwierigen Bedingungen / Martin Rose/GettyImages

Der Fokus liegt ganz klar auf der Forderung des Aufsichtsrates: Der Vorstand soll so früh wie möglich einen Finanz-Plan für die inzwischen laufende Saison vorlegen. Budget, anvisierte Investitionen, einkalkulierte Einnahmen. Zu viel soll noch im Unklaren liegen, sodass das Kontrollgremium die Reißleine ziehen musste.

Auch die Umstrukturierung der Geschäftsstelle sowie die Renovierung des Stadions sind Punkte, die es finanziell solide zu planen und vorzulegen gilt. An dieser Stelle ist primär Dr. Thomas Wüstefeld gefordert. Der gesamte Vorstand ist also dazu angehalten, Finanzierungs-Modelle für die jeweiligen Aufgabenbereiche auszuarbeiten. Ein zeitlicher Rücksetzer, wenn doch notwendig, für die weitere Planung.

Stadion-Sanierung mit Deadline: Volkspark könnte vorübergehend geschlossen werden

Weitere Sorgen gibt es wegen des Zeitplans für die Modernisierung des Volksparkstadions. Zwar hängen befürchtete oder bereits eingetretene Verzögerung auch und allen voran an der Finanzierung, doch gibt es auch eine Deadline.

Bis Ende 2023 muss das Stadion fertig sein. Dazu gehört auch das Dach, das als größtes Problem gilt. Die 40.000 Quadratmeter große Überdachung muss komplett erneuert werden (via Bild). Eine Aufarbeitung ist kein Thema, zu kaputtgespart ist der Bereich.

Alleine dieser Faktor soll einen Kostenpunkt von etwa zwölf bis 14 Millionen Euro mit sich ziehen. Alles andere als Kleingeld für den HSV, der selbst auf Einnahmen durch Weiterverkaufs-Klauseln wie bei Amadou Onana setzen muss, um überhaupt selbst auf dem Transfermarkt aktiv sein zu können.

Hamburger SV v Hertha BSC - Bundesliga Playoffs Leg Two
Die Dach-Membran muss vollständig erneuert werden / Joern Pollex/GettyImages

Insgesamt müssen für die Sanierung wohl um die 40 Millionen Euro anberaumt werden.

Der zeitliche Faktor ist wie ein lauernder Schatten: Aufgrund der Bau-Vorgaben könnte es sogar zu einer vorübergehenden Schließung des Stadions kommen. Sollten die Vorgaben bis Ende 2023 nicht umgesetzt sein, müsste das zuständige Bezirksamt diese harte Maßnahme ergreifen. Es wäre auch öffentlich ein schwieriges Urteil.

Das Geld für den Umbau muss Wüstefeld zeitnah organisieren. Die Stadt fällt als Unterstützer weg. "Wir sind in intensiven Gesprächen mit Partnern und Investoren, um eine Lösung zu finden", so der bis Januar in den Vorstand entsandte Unternehmer.


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