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HSV Aufstellung: Die voraussichtliche Startelf gegen Greuther Fürth

Oct 16, 2020, 11:02 AM GMT+2
Simon Terodde
dritter Sieg im dritten Spiel für den HSV? / Lars Baron/Getty Images
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Am kommenden Samstag um 13:00 trifft der Hamburger Sport-Verein auswärts auf die Spielvereinigung Greuther Fürth. Für den HSV wird es nach dem ausgefallenen Heimspiel gegen Erzgebirge Aue die dritte Bewährungsprobe. Mit einem Sieg könnten die Rothosen erneut die Tabellenspitze erklimmen - Erinnerungen an den Mai 2020 und Personalsorgen in der Defensive mahnen jedoch zur Vorsicht. Wie könnte der HSV starten?

Insgesamt knapp drei Wochen hatte der HSV nun Pause. Nach dem 4:3 Sieg in Paderborn musste das Heimspiel gegen Erzgebirge Aue aufgrund zweier Corona-Erkrankungen der Gäste verschoben werden (Nachholtermin am 21.10.2020). Während der Länderspielpause absolvierten die Rothosen ein Testspiel gegen den dänischen Zweitligisten FC Fredericia, welches ebenfalls mit 4:3 gewonnen werden konnte und gegebenenfalls einen Ausblick auf die Aufstellung für die kommende Aufgabe in Fürth gab.

Auch der HSV selbst blieb von einer Corona-Infektion nicht verschont. Innenverteidiger Stephan Ambrosius, der seit Wochen in grandioser Form war, infizierte sich während seiner Reise bei der deutschen U21-Auswahl mit dem Erreger und fällt damit vorübergehend aus.
Manuel Wintzheimer, der ebenfalls zur U21-Nationalmsnnschaft abgestellt wurde, konnte nach kurzer Quarantäne wieder ins Teamtraining der Hanseaten einsteigen und wird somit am kommenden Samstag zur Verfügung stehen.

Neben dem langzeitverletzten Rick van Drongelen werden auch David Kinsombi, Josha Vagnoman und Kapitän Tim Leibold definitiv ausfallen. Besonders das Fehlen der Stamm-Außenverteidiger wiegt schwer - Daniel Thioune steht nun vor der komplizierten Aufgabe, für Ersatz zu sorgen:
Während der aktuellen Trainingswoche zeichnete sich eine überraschende Tendenz ab - ein Eigengewächs der Rothosen könnte Leibold vertreten.

Zu erwarten ist, dass der HSV auch in Fürth im 4-3-3 mit zwei defensiven Mittelfeldspielern auflaufen wird. Während Youngster Amadou Onana den defensiveren Part des Duos darstellen wird, wird Jeremy Dudziak wahrscheinlich als variable Option das Mittelfeld überbrücken. Für den in Paderborn enttäuschenden Klaus Gjasula könnte Oldie Aaron Hunt in die Startformation rücken, der im Test gegen den FC Fredericia eine gute Figur machte. Transfer-Coup Sven Ulreich wird aller Voraussicht nach zu seinem Debüt kommen und Daniel Heuer-Fernandes aus dem Tor verdrängen.

In der Verteidigung herrscht arger Personalmangel. Lediglich Moritz Heyer steht als etatmäßige Stammkraft bereit. Rechts wird Jan Gyamerah starten, der als Vertretung für Josha Vagnoma schon in Paderborn eine ordentliche Leistung zeigte. Neben Heyer wird höchstwahrscheinlich Toni Leistner zu seinem Liga-Debüt für den HSV kommen, nachdem seine Sperre aus der Pokal-Partie gegen Dresden abgelaufen ist. Für die größte Überraschung könnte ein junger Linksverteidiger sorgen. Der 19-jährige Bryan Anthony Hein könnte in die Formation rücken und damit sein Debüt im Profibereich geben. Trainer Thioune zeigte sich in der aktuellen Trainingswoche angetan vom jungen Defensivmann, der am Samstag vor der bisher größten Aufgabe seiner Karriere stehen könnte.

In der Offensive besteht glücklicherweise keinen größeren Grund für Veränderungen. Neben Tor-Garant Simon Terodde werden Sonny Kittel und Manuel Wintzheimer stürmen - so zumindest die Annahme. Kittel wird höchstwahrscheinlich zurück ins Team Rücken, nachdem er gegen Paderborn verletzungsbedingt von Khaled Narey ersetzt wurde.

Die mögliche Aufstellung im Überblick

1. Tor: Sven Ulreich

Sven Ulreich
steht vor seinem Debüt für den HSV - Sven Ulreich / Cathrin Mueller/Getty Images

Die Baustelle im Tor wurde mit der wohl besten Lösung überhaupt besetzt. Sven Ulreich kommt mit weitreichender Erfahrung in die Hansestadt und wird den Rothosen nicht nur aufgrund seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten, sondern auch durch seine Persönlichkeit enorm helfen.
Der ehemalige Münchener kommt mit 221 Bundesliga-Partien und unzähligen Einsätzen auf internationalem Niveau im Rücken nach Hamburg.
Der HSV darf sich auf einen hervorragenden Keeper freuen. Unter Normalbedingungen dürften die Torwart-Probleme mit Ulreich zwischen den Pfosten verflogen sein.

2. Rechtsverteidigung: Jan Gyamerah

Jan Gyamerah, Aaron Hunt
Ersatz für Vagnoman - Jan Gyamerah (li.) / Cathrin Mueller/Getty Images

Nach langer Verletzung im vergangenen Jahr ist Jan Gyamerah mittlerweile wieder voll belastbar. Der Rechtsverteidiger erwies sich schon in Paderborn als sicherer Rückhalt auf der rechten Seite.
Auch sein Drang nach vorne spricht absolut für den 25-jährigen, der sich nun langfristig im Team etablieren möchte.

3. Innenverteidigung: Moritz Heyer

Moritz Heyer
In der Innenverteidigung gesetzt - Moritz Heyer / Cathrin Mueller/Getty Images

Kam als absoluter Wunschspieler und funktionierte auf Anhieb: Moritz Heyer. Der ehemalige Osnabrücker stabilisierte das Defensivzentrum der Rothosen spürbar und konnte sich sofort einen Stammplatz erarbeiten.
Aus der Aufstellung des HSV ist der 25-jährige momentan nicht wegzudenken, der nicht nur defensiv stark ist, sondern auch in der Vorwärtsbewegung wichtige Akzente setzt.

4. Innenverteidigung: Toni Leistner

Toni Leistner
hoffentlich ohne Krawall in Fürth - Toni Leistner / Thomas Eisenhuth/Getty Images

Stephan Ambrosius fällt aufgrund einer Corona-Infektion aus - Toni Leistner wird dafür in die Mannschaft rücken. Der 30-jährige Defensivspezialist freut sich nach seiner Sperre auf seinen ersten Liga-Einsatz für den HSV.
Spielerisch sind keine Schmankerl vom ehemaligen Kölner zu erwarten, aber dafür hat man Leistner auch nicht an die Elbe geholt. Der Innenverteidiger soll mit seiner Physis punkten und den Ball vom eigenen Tor fernhalten - möglichst ohne seinen Gegenspielern an die Gurgel zu gehen.

5. Linksverteidigung: Bryan-Anthony Hein

Bryan Hein, Bakery Jatta
steht vor seinem Debüt für den HSV - Bryan Hein (re.) / Cathrin Mueller/Getty Images

Kommen wir nun zur größten Überraschung: Bryan-Anthony Hein könnte als Ersatz für Dauerbrenner Tim Leibold einspringen. Bryan wer? Der 19-jährige dürfte wahren HSV-Kennern ein Begriff sein, denn Hein ist schon seit 2009 für die Rothosen am Ball - ein waschechtes Eigengewächs könnte damit sein Debüt im Profibereich geben. Die zu füllenden Fußstapfen könnten größer zwar kaum sein, im Training und auch in der viertklassigen U21 der Hanseaten überzeugte der Jungspund jedoch auf ganzer Linie, weshalb ihm durchaus zuzutrauen ist, in der 2. Bundesliga zu bestehen. Man darf gespannt sein, ob Daniel Thioune den langjährigen Jugendspieler des HSV von der Leine lässt.

Mittelfeld

6. Zentrales defensives Mittelfeld: Amadou Onana

Amadou Onana, Sascha Horvath
verfügt bereits früh über eine enorme Reife - Amadou Onana / Thomas Eisenhuth/Getty Images

Amadou Onana hat sich früh im Team einen festen Platz erspielt. Der 19-jährige Belgier überzeugte mit einer unvergleichlichen Ruhe, die ihm ein souveränes Auftreten verleiht. Zwar tauchen hier und da auch leichte Schönheitsfehler auf, dem Youngster sei dies jedoch zu verzeihen, denn Onana steht noch am Anfang seiner Laufbahn, die - seinen ersten Auftritten im HSV-Trikot nach zu beurteilen - sehr vielversprechend verlaufen könnte.
Seinen Platz im Team hat sich das Talent absolut verdient.

7. Zentrales Mittelfeld: Jeremy Dudziak

Jeremy Dudziak
seit Wochen in bestechender Form - Jeremy Dudziak / Thomas Eisenhuth/Getty Images

Jeremy Dudziak befindet sich seit Wochen in überragender Verfassung. Seinen persönlichen Vorlagen-Rekord stellte der Edeltechniker bereits am zweiten Spieltag ein. Der unvergleichliche Spielwitz des tunesischen Nationalspielers ist eine absolute Waffe für den HSV, die - clever eingesetzt - für enorme Torgefahr sorgen kann. Zu erwarten ist, dass Dudziak im Mittelfeld variabel zu finden sein wird. Offensiv, sowie defensiv wird der 25-jährige als Lückenfüller fungieren und je nach Spielsituation seine Stärken anwenden.

8. Offensives Mittelfeld: Aaron Hunt

Aaron Hunt
könnte Klaus Gjasula verdrängen - Aaron Hunt / Thomas Eisenhuth/Getty Images

Im Gegensatz zu den Auftritten gegen die Bundesliga-Absteiger aus Düsseldorf und Paderborn könnte Aaron Hunt zurück in die Anfangsformation des HSV rücken. Der Routinier könnte den zuletzt fehlerbehafteten Klaus Gjasula aus dem Team verdrängen. Gegen den FC Fredericia war der 34-jährige Hunt für einige geniale Momente gut. Gehofft wird, dass der ehemalige Nationalspieler seine Genialität auch in der 2. Liga in Torgefahr ummünzen kann. Auch für Standardsituationen ist Hunt ein Experte - seine präzisen Standards werden den Kopf von Simon Terodde anvisieren.

Sturm

9. Linksaußen: Sonny Kittel

Sonny Kittel
gehört zu den Unterschiedsspielern des HSV - Sonny Kittel / Martin Rose/Getty Images

Gegen den SC Paderborn noch angeschlagen nicht dabei, wird Sonny Kittel wahrscheinlich zurück in die Startaufstellung rutschen. Kittel gehört im Kader der Rothosen zu den absoluten Unterschiedsspielern, die ein Spiel entscheiden können. Besonders auf seine Flanken wird es bei der Abstinenz von Tim Leibold ankommen, denn im Zentrum wartet Simon Terodde auf verwertbare Pässe.

10. Mittelstürmer: Simon Terodde

Simon Terodde
an ihm führt kein Weg vorbei - Simon Terodde / Martin Rose/Getty Images

Auf der Jagd nach weiteren Rekorden wird Simon Terodde im Sturmzentrum weiter auf Torejagd gehen - ohne Kompromisse. Vier Tore aus zwei Spielen sprechen eine eindeutige Sprache.

11. Rechtsaußen: Manuel Wintzheimer

Manuel Wintzheimer
spielt bisher eine überragende Saison - Manuel Wintzheimer / Martin Rose/Getty Images

Gegen Paderborn war Wintzheimer an drei Toren direkt beteiligt. Es war ein absolut überragender Auftritt und bisher der beste des jungen Bayer im Trikot des HSV. Der 21-Jährige fühlt sich auf den Außen pudelwohl und hätte sich um ein Haar für seine tollen Auftritte belohnt. Allerdings musste auch Wintzheimer die U21-Nationalmannschaft nach der Corona-Infektion von Ambrosius vorzeitig verlassen. Nach mehrfach negativem PCR-Test konnte der beidfüßige Angreifer Anfang der Woche in das Teamtraining zurückkehren und ist somit am Samstag gesetzt.

Die voraussichtliche HSV-Startelf im Überblick:

So könnte der HSV in Fürth beginnen
So könnte der HSV in Fürth beginnen

An das letzte Spiel im Frankenland erinnert man sich als HSV-Fan ungern. Es war der Anfang des Nachspielzeit-Fluchs, denn die Kleeblätter konnten in letzter Sekunde den 2:2-Ausgleich erzielen. In den folgenden Wochen klingelte es regelmäßig innerhalb der letzten Minuten im Gehäuse des HSV, weshalb der Aufstieg - mal wieder - verspielt wurde. Dieses Mal soll jedoch alles anders werden: Der HSV reist neu formiert nach Bayern und wird bemüht sein, nicht erneut wichtige Punkte zu verlieren.
Das kommende Auswärtsspiel wird der Auftakt für intensive Wochen - in den folgenden 13 Tagen müssen die Rothosen vier Mal antreten.

Übrigens: In Fürth wird erstmals das Auswärtstrikot in voller Pracht zu bestaunen sein. Hoffentlich verhilft das neue Leibchen den Trägern zu einem Sieg.

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