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Holtby bringt sich für Schalke-Rückkehr ins Gespräch

Yannik Möller
Mehrere Jahre stand Lewis Holtby bei S04 unter Vertrag
Mehrere Jahre stand Lewis Holtby bei S04 unter Vertrag / PATRIK STOLLARZ/Getty Images
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Etwas mehr als acht Jahre nachdem er Schalke verlassen hat, bringt Lewis Holtby eine etwaige Rückkehr zu den Knappen ins Gespräch. Dieses Szenario könne er sich "natürlich vorstellen", erklärte er.


Im vergangenen Winter-Transferfenster hat Schalke 04 mit Sead Kolasinac und Klaas-Jan Huntelaar auf das Prinzip Rückkehr gesetzt. Auch im Sommer wird der Klub nur sehr wenig Geld zur Verfügung haben, wenn es um neue Spieler geht. Somit könnte man erneut auf Spieler setzen, die für möglichst wenig Geld zurückkehren und helfen würden.

Indirekt bietet sich Lewis Holtby dafür selbst an, zumindest hält er sich diese Option öffentlich offen. Gegenüber Sky bestätigte er, ein solches Szenario nicht auszuschließen - eher das Gegenteil: "Klar, natürlich kann ich mir das vorstellen. Ich habe für den Verein gespielt. Da hängt noch ein Herzchen dran."

Lewis Holtby
Lewis Holtby hält eine Rückkehr zu Blau-Weiß für möglich / John Berry/Getty Images

Der heute 30-jährige Mittelfeldspieler spielt seit dem Sommer 2019 für die Blackburn Rovers, kurz zuvor war er nach seinem Ende beim Hamburger SV noch vereinslos. Für S04 lief er zwischen 2009 und 2013 (mit mehreren Leihen) auf, absolvierte in dieser Zeit 79 Pflichtspiele für die Knappen, in denen er 13 Tore erzielen und 18 weitere vorbereiten konnte.

"Es ist traurig, das zu sehen", sagte er auf den sportlichen Absturz und den drohenden Abstieg angesprochen. Er sieht, wie einige Spieler auch, das Fehlen der Fans in dieser Krise besonders für Schalke als kritisch an: "Gerade in einer schwierigen Zeit können dich 60.000 nochmal nach vorne pushen."

Zwar könne er noch nichts konkreteres sagen, natürlich auch, weil es primär am Klub liegt, aber eine theoretische Rückkehr bliebe trotz der 2. Bundesliga eine Möglichkeit. "Man wird sehen, was da passiert. Da ist momentan viel los. Aber Schalke ist immer noch Schalke. Ein geiler Traditionsverein", so Holtby.

Rückkehr-Transfers nicht per se ausschließen - Holtby ist aber kein Typ Stammspieler mehr

Über die letzten Wochen hat Königsblau mit Rückkehrern keine guten Erfahrungen gemacht. Huntelaar stand bislang für insgesamt 24 Minuten auf dem Feld und würde als Stürmer im Offensivspiel der Gelsenkirchener ohnehin verhungern. Auch Kolasinac glänzt eher durch seinen Charakter und seine Einstellung, als durch seine Leistungen auf dem Platz.

Lewis Holtby
Seit anderthalb Jahren läuft Holtby für die Rovers auf / Malcolm Couzens/Getty Images

Selbstverständlich fallen sie also in die Kategorie Rückkehrer-Transfers und ebenso selbstverständlich haben diese bei S04 überhaupt nicht funktioniert. Dennoch wäre es wohl zu leicht zu sagen, dass diese Art von Transfers künftig gar kein Thema mehr sein sollte. Von diesen beiden Fällen auf die ganze hypothetische Möglichkeit von zurückkehrenden (und älteren) Spielern zu schließen, wäre zu verallgemeinernd.

Wie bei jeder einzigen Verpflichtung kommt es immer darauf an, welchen Spielertypen man für welche Mannschaft und in welcher Situation holt. Ein Huntelaar wäre insgesamt selbstredend viel wertvoller, wenn der Klub zumindest ein halbwegs funktionierendes Offensivspiel vorweisen könnte. Sonst hätte er in Amsterdam nicht mehr so gut funktioniert, wie er es tat.

Außerdem muss jeder einzelne S04-Anhänger realisieren, in welcher Lage man sich im Sommer wiederfinden wird. Nämlich in Liga zwei mit einem so gut wie leeren Portemonnaie. Wenn es dann die Chance gebe, einen ehemaligen Spieler zu holen - der aufgrund der Verbindung zum Verein womöglich sogar weniger Gehalt verbraucht - muss man sich damit befassen.

Im Fall von Holtby: Mit seinen 30 Jahren kann er noch ein paar gute Fußballer-Jahre vor sich haben, wenn er sich vernünftig fit hält. Im zentralen Mittelfeld könnte er den quantitativen Spieler-Verlust etwas auffangen. Allerdings dürfte er wohl kaum noch als Startspieler durchgehen, auch nicht nach dem Abstieg. Als erfahrener Spieler, der sich S04 gegenüber verbunden fühlt, wäre er sicherlich willkommen. Aber eher nicht, wenn er als Stammspieler angedacht wäre.

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