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Hertha und das Warten auf die Neuzugänge

Sep 10, 2020, 11:10 AM GMT+2
Michael Preetz
Die Suche nach Neuen gestaltet sich schwierig für Manager Michael Preetz und Co / DeFodi Images/Getty Images
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Am morgigen Freitag wird es erstmals ernst für Hertha BSC: Im DFB-Pokal treffen die Blau-Weißen auf Eintracht Braunschweig. Im Gegensatz zu vorangegangenen Jahren sind die Kader-Planungen in der Hauptstadt aber noch lange nicht abgeschlossen.

Jeff Reine-Adélaïde, Jovane Cabral oder Nahuel Bustos: Viele Namen wurden und werden in dieser Transferphase mit Hertha BSC in Verbindung gebracht. Kurz vor dem Pflichtspielauftakt haben sich aber erst zwei der anvisierten fünf Neuzugänge gefunden: Alexander Schwolow wurde aus Freiburg für die Torhüter-Position verpflichtet, Deyovaisio Zeefuik soll die Lücke hinten rechts schließen.

Woran genau liegt es aber, dass Hertha auf den anderen ausgemachten Problemzonen des Kaders noch nicht tätig geworden ist? Nach Aussagen von Trainer Labbadia möchte Hertha noch einen Mittelfeldspieler, einen Flügelstürmer sowie einen Mittelstürmer verpflichten.

Die lange Transferphase als Nachteil

Einerseits spielt natürlich das länger geöffnete Transferfenster eine Rolle: Bis zum 5. Oktober können noch Spieler zum Kader stoßen. "Der Transfermarkt ist schwieriger als gedacht. Momentan will kein Verein einen Spieler abgeben", so äußerte sich Bruno Labbadia auf der Pressekonferenz am Donnerstag.

Auch Herthas neuer Reichtum steht der Verpflichtung von Spielern wohl zumindest teilweise im Wege: Andere Vereine wollen ein Stück vom Kuchen abhaben und rufen für ihre Spieler extrem hohe Ablösesummen auf, sobald Manager Michael Preetz sich nach ihnen erkundigt.

Hertha ist deswegen zum Zocken verdammt: Auch die Hoffnung, dass am Ende der Transferphase noch das ein oder andere Schnäppchen zu schlagen sein wird, lähmt das Transfergeschehen bei den Berlinern. Schwierig wird es nun für Trainer Bruno Labbadia - der einen Großteil der avisierten Neuzugänge wohl erst innerhalb der ersten Wochen der neuen Saison bekommen wird.

Durch das Verpassen der Vorbereitung könnte man bei Hertha dann auch auf Transfers setzen, die keine lange Eingewöhnungszeit in Berlin benötigen: Die beiden zuletzt ausgeliehenen Marius Wolf und Marko Grujic dürften ihre Vereine bei einem entsprechenden Angebot verlassen.

Fest steht wohl: Hertha wird sich bis Anfang Oktober noch erheblich verstärken. Rund 40 Millionen Euro sind noch übrig in der Kriegskasse für diesen Sommer. Für das abwartende Verhalten könnte Hertha aber bereits an diesem Freitag die Zeche zahlen: Nach dem Nations-League-Spiel in Bosnien-Herzegowina fällt Torjäger Piatek gegen Braunschweig aus - und seinen potenziellen Back-Up hat Hertha noch nicht verpflichtet.

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