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Hertha BSC

Hertha BSC: Freistellung von Wohlert landet vor dem Arbeitsgericht

Christian Gaul
Bei der Hertha muss das Gericht die Lösung finden
Bei der Hertha muss das Gericht die Lösung finden / AFP Contributor/Getty Images
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Hertha BSC trennte sich kürzlich vom langjährigen Mitarbeiter Torsten Wohlert. Dieser zieht nun vor das Arbeitsgericht.


Als Profi machte Torsten Wohlert besonders in seiner Zeit als beinharter Innenverteidiger beim MSV Duisburg (1993-2002) auf sich aufmerksam. Nach seiner aktiven Karriere übernahm der studierte Diplom-Spotmanager bei der Hertha zunächst eine Aufgabe im Scouting-Bereich, bevor er dort seit dem Sommer 2012 als Kaderplaner fungierte.

Noch vor Beginn der laufenden Saison wurde Wohlert jedoch wieder zum Scout "degradiert" und schließlich gänzlich freigestellt. Allerdings wird der mittlerweile 55-Jährige diesen Umstand nicht kommentarlos hinnehmen - es geht vor das Arbeitsgericht!

Wohlert reicht Klage ein - die Hertha bleibt zunächst stumm

"Ich kann bestätigen, dass Herr Torsten Wohlert eine Kündigungsschutzklage gegen die Hertha BSC GmbH & Co. KGaA bei dem Arbeitsgericht Berlin eingereicht hat, die unter dem Aktenzeichen 4 Ca 7202/21 geführt wird", erklärte der Pressesprecher der Berliner Gerichte für Arbeitssachen, Martin Dreßler, gegenüber der Bild.

Wohlert wurde als Kaderplaner zum 1. Juli 2021 durch Dirk Dufner ersetzt und rutschte damit nach neun Jahren und Entdeckungen wie Matheus Cunha, Marvin Plattenhardt oder Javairo Dilrosun wieder ins zweite Glied.

Matheus Cunha
Matheus Cunha war eine Wohlert-Idee / Pool/Getty Images

Wie die Bild erfahren haben will, soll Wohlert einen unbefristeten Vertrag bei den Berlinern besessen haben, deshalb erfolgt nun auch der Gang vor das Gericht.

Zählt man die bestehenden Fakten zusammen, ergibt sich ein scheinbar schlüssiges Szenario. Die Hertha entzog Wohlert nach neun Jahren das Vertrauen als Kaderplaner und wies ihm wieder die Rolle eines "einfachen" Scouts zu.

Damit bliebe Wohlert weiter angestellt und die Hertha müsste das Versäumnis einer vertraglichen Frist nicht bereuen. Doch die folgende Freistellung belegt, dass mindestens eine der beiden Parteien mit dieser Entwicklung weniger zufrieden war.

Sollte Wohlert sich vor Gericht durchsetzen, dann droht der Hertha eine ordentliche Strafzahlung - doch Geld ist ja momentan eher weniger das Problem auf der westlichen Seite der Hauptstadt.

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