Hertha BSC

Windhorst will Hertha-Spitze absägen: "Kein neues Kapital mit der Führung"

Yannik Möller
Lars Windhorst
Lars Windhorst / ODD ANDERSEN/GettyImages
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Investor Lars Windhorst sorgt mit seinem Geld für ordentlich Druck gegen die Spitze von Hertha BSC. Er stellt sich öffentlich und klar gegen die Vereinsführung und adressiert seine Kritik vor allem an Präsident Werner Gegenbauer.


Eines kann Lars Windhorst sicher nicht in Abrede gestellt werden: durch sein Investment bei Hertha ist der Klub ein ganzes Stück unterhaltsamer geworden. In der Regel zwar zum Leidwesen der eigenen Fans, die Unruhen, kuriose Personalien und einen sportlichen Absturz hinnehmen müssen.

Aber für die neutralen Beobachter gibt es regelmäßig neue Entwicklungen und Dramen zu bestaunen. Nun erneut: Windhorst will mit seinem Geld als Druckmittel dafür sorgen, dass es eine Neubesetzung des Präsidiums gibt.

Und das ist kein Hinterzimmer-Plan, der aus Gerüchten gestrickt ist. Das hat Windhorst selbst ganz öffentlich bei Bild TV erzählt: "Ich bin ganz klar gegen die Spitze des Präsidiums und seiner Gefolgsleute. Es ist jetzt höchste Eisenbahn, dass wir das Ruder rumreißen."

Er setze auf den positiven Effekt eines erhofften Neustarts, den man "auch an der Spitze" des Klubs brauche. Zu Beginn seiner Teilhabe hatte er darauf gesetzt, "dass man mit der Führung und dem Präsidenten an einem Strang ziehen kann". Dieser Plan sei bislang nicht aufgegangen. In der aktuellen personellen Konstellation sei es "sehr schwierig, als Team zu arbeiten", so Windhorst.

Somit stellt er sich auch ganz offen gegen Werner Gegenbauer. Der 71-Jährige ist seit 2008 als Präsident des Hauptstadtklubs tätig.

"Es muss etwas passieren": Windhorst für Neubesetzung des Hertha-Präsidiums

Windhorst setzt alles auf eine Karte und stellte klar: "Ich kann und werde kein neues Kapital mit dieser Führung investieren. Aber ich würde mit Sicherheit in der ersten und auch in der zweiten Liga neues Kapital investieren, wenn gute Leute wieder an der Vereinsspitze sind."

Damit stellt er einen Verbleib seiner Millionen in Aussicht, unabhängig der Ligazugehörigkeit - insofern es eine personelle Neubesetzung gibt.

Deshalb schielt er auch schon auf die Mitgliederversammlung, die in ein paar Wochen stattfinden soll. "Da macht es keinen Sinn, sich einen Tag vorher zu äußern, sondern schon mit etwas Vorlauf", begründete er seine klaren Aussagen, die manch einer als eine Art Erpressung verstehen könnte.

"Es muss etwas passieren, denn sonst geht noch mehr Geld verloren und es gibt noch mehr Probleme und Abstiegskämpfe. Ich habe mir das gut überlegt", so sein eindeutiges Fazit.

Er selbst habe jedoch keinerlei Interesse an einer Kandidatur für das Präsidenten-Amt. Nicht zuletzt auch aufgrund zu geringer Zeit. "Aber ich werde nicht mehr mit Herrn Gegenbauer arbeiten und auch von meinem Posten im Beirat zurücktreten, um klar zu zeigen, dass ich mit ihm nicht mehr zusammenarbeiten werde", wiederholte er den aufgebauten Druck.


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