Hertha BSC

Hertha vor Gesprächen mit Bobic - Krösche und Freund als Alternativen

Marc Knieper
Hertha BSC sucht einen neuen Geschäftsführer - und macht nun bei Frankfurts Sport-Vorstand Fredi Bobic (49) ernst
Hertha BSC sucht einen neuen Geschäftsführer - und macht nun bei Frankfurts Sport-Vorstand Fredi Bobic (49) ernst / Christof Koepsel/Getty Images
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Nach fast 25 Jahren als Spieler und Geschäftsführer ist für Michael Preetz das Kapitel Hertha BSC beendet. Künftig soll ein neuer Mann den "Big City Club" zum gewünschten Erfolg führen und erhält für diese Aufgabe alle Freiheiten. Ein Job, der vor allem Fredi Bobic reizen könnte. Eintracht Frankfurt rechnet derweil mit seinem Verbleib. Die Alte Dame hat auch Alternativen auf dem Zettel.

Ende Januar berichtete die Sport Bild erstmals von einem starken Berliner Interesse an Eintracht-Boss Bobic. Für viele nur ein tagtägliches Gerücht, das sich nicht weiter bewahrheiten dürfte. Warum denn sollte Bobic sein geschaffenes Imperium am Main einfach so über den Haufen werfen? Gerade jetzt, wo sich die Adler zu den Top-Klubs der deutschen Beletage hochgearbeitet haben. Einige Gründe gibt es dafür tatsächlich - dazu aber später mehr.

"Was die Zukunft bringt, weiß kein Mensch."

Fredi Bobic via Sky

Denn anstatt das Thema mit wenigen Worten zu beenden, etwa indem Bobic auf seinen noch bis 2023 datierten Vertrag hinweist, sagte er dem TV-Sender Sky am Montag: "Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt. Das habe ich aber schon immer gesagt. Ich bin sehr glücklich mit dem Job, den ich hier mache. Aber trotzdem: Was die Zukunft bringt, weiß kein Mensch." Ein klares Dementi klingt anders.

Hertha und Bobic vor gemeinsamen Treffen

Nun will die Sport Bild gar erfahren haben, dass man sich in den nächsten Tagen gemeinsam an den Verhandlungstisch setze. Bereits am Samstag tauschten sich Bobic und Herthas Leiter der Geschäftsführung, Carsten Schmidt, beim Zusammentreffen ihrer Klubs auf der Tribüne aus. Eventuell um das gemeinsame Gespräch mit Hertha-Präsident Werner Gegenbauer zu planen?

In der Vergangenheit sagte Frankfurts Sportchef unter anderem dem VfL Wolfsburg, RB Leipzig und AC Milan dankend ab. Mindestens drei Gründe sprechen nun aber dafür, dass er sich das Angebot aus der Hauptstadt zumindest einmal anhören wird. Zum einen pflegt Bobic ein super Verhältnis zu Hertha-CEO Schmidt, gratulierte ihm erst kürzlich zu seinem neuen Job an der Spree. Obendrein wohnt Familie Bobic seit 2003 in der Nähe des Berliner Olympiaparks. Aktuell pendelt der einstige Hertha-Stürmer (2003-2005), der übrigens weiterhin Mitglied des Klubs ist, zwischen Main und Spree.

Fredi Bobic stülpte einst das Hertha-Trikot über - nun die Rückkehr als Geschäftsführer?
Fredi Bobic stülpte einst das Hertha-Trikot über - nun die Rückkehr als Geschäftsführer? / Kurt Vinion/Getty Images

Die wohl verlockendste Komponente bildet allerdings die der (finanziellen) Freiheiten. Noch bis Ende der Spielzeit übernimmt Arne Friedrich im Alleingang den Posten als Sportdirektor. Ab 2021/22 soll dann aber der Preetz-Nachfolger die Möglichkeit erhalten, ein völlig unbeschriebenes Blatt zu gestalten. Heißt konkret: Alleinige Zusammenstellung des Teams, Entscheidung über den Sportdirektor, Reform der Scouting- und Jugendabteilung - und on top winken die nächsten Millionen von Investor Lars Windhorst.

Eintracht mit entspanntem Zweckoptimismus

Bei der Eintracht bleibt man trotz alledem entspannt. "Es wäre nicht verwunderlich, wenn die hervorragende Arbeit von Fredi Bobic bei anderen Klubs auf Interesse stoßen würde. Wir sind bei ihm aber tiefenentspannt, denn wir haben ein sehr vertrauensvolles Verhältnis", zitiert die Sport Bild den Frankfurter Aufsichtsratsvorsitzenden Philip Holzer. Eine festgeschriebene Ausstiegsklausel besitzt Bobic offenbar nicht. Sobald die Verhandlungen mit Hertha allerdings Formen annehmen würden, dürfte die SGE ihrem Sportchef angesichts der langjährigen, respektvollen Arbeit kein Beinchen in den Weg stellen.

Bobic formt seit 2016 aus einem kriselnden Klub einen Bundesliga-Riesen und bewies unlängst, dass er durch kluge Transfers Erfolg herbeirufen kann. Dass die SGE derzeit an der Champions League klopft, hat man in der Bankenmetropole nämlich vor allem dem einstigen Nationalspieler zu verdanken. Es bleibt also abzuwarten, ob Bobic die Entwicklung seines Frankfurter "Babys" noch weiter prägen möchte oder aber sagt, er wolle sich in eine neue Herausforderung mit deutlich komfortableren Mitteln stürzen.

Neben Bobic: Krösche und Freund auf dem Hertha-Zettel

Auch Leipzigs Markus Krösche (40) ist ein Thema in der Hauptstadt
Auch Leipzigs Markus Krösche (40) ist ein Thema in der Hauptstadt / Alexander Hassenstein/Getty Images

Bliebe es bei Punkt eins, so haben die Berliner natürlich auch zwei Alternativ-Kandidaten im Visier. Beide sind für die Roten Bullen tätig. Der eine in Salzburg, der andere beim deutschen Pendant in Leipzig. Markus Krösche führte den SC Paderborn 2019 in die Bundesliga und ist seitdem bei RB Leipzig als Sportdirektor tätig. Christoph Freund erfüllt den selbigen Posten bei RB Salzburg. Die zuletzt kursierten Gerüchte und Gespräche rundum Ralf Rangnick geraten laut Sport Bild ins Stocken, da sich der 62-Jährige als Geschäftsführer und Trainer zugleich sieht.

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