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Harry Kane vs. Lautaro Martinez: Wer wäre der geeignetere Bayern-Stürmer?

Dominik Hager
Lautaro Martinez oder Harry Kane - wer würde besser zum FCB passen?
Lautaro Martinez oder Harry Kane - wer würde besser zum FCB passen? / Photo by Francesco Scaccianoce/Getty Images | Photo by Visionhaus/Getty Images
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Der FC Bayern vermisst seit dem Abgang von Robert Lewandowski einen echten Stürmer. Das Experiment mit “Falscher Neun“ scheint nicht aufzugehen und die Verantwortlichen werden sich womöglich schon bald darüber Gedanken machen, wer das Team im kommenden Sommer verstärken kann. Ein grundsätzliches Interesse der Münchner an Harry Kane ist hinlänglich bekannt und wurde nun auch von Bayern-Insider Christian Falk bestätigt. Calciomercato berichtet jetzt, dass der FCB auch ein Auge auf Lautaro Martinez geworfen hat.

Wir vergleichen die beiden Spieler und analysieren, wer für den FC Bayern der passende Angreifer wäre.


1. Wer ist torgefährlicher?

Harry Kane ist eine echte Tormaschine und gehört konstant zu den besten Torschützen in der Premier League. In 395 Spielen für die Spurs hat der Angreifer 254 Treffer erzielen können. Sein Premier-League-Bestwert stammt aus dem Jahr 2018 mit 30 Saisontoren. Ähnlich stark ist auch seine Quote bei den Three Lions, wo er bei 50 Toren in 73 Spielen steht. Unter anderem gewann der Engländer bei der WM 2018 mit sechs Treffern die Torjägerkanone.

Lautaro Martinez fällt in diesem Vergleich ein wenig ab. Der Argentinier steht bei 77 Treffern in 190 Spielen für Inter Mailand. In der aktuellen Saison hat er zudem mit drei Toren nur halb so viele Treffer erzielt wie Kane. Für Lautaro spricht ansonsten jedoch seine Tendenz. In den vergangenen Jahren war er mit 17 bzw. 21 Liga-Treffern auf Augenhöhe mit Kane. In der Nationalmannschaft bleibt er mit 20 Treffern in 38 Spielen hinter der Kane-Quote zurück. In Summe ist also der Engländer der etwas torgefährlichere Spieler.

Punkt für Kane: 1:0

2. Wer ist mannschaftsdienlicher

Beide Spieler sind auf ihre Art und Weise mannschaftsdienlich. Kane hat sich diese Fähigkeit insbesondere im Laufe der Jahre angewöhnt. So gelangen ihm in den letzten beiden Premier-League-Spielzeiten 23 Assists, was für einen Stürmer durchaus bemerkenswert ist. Kane kann Bälle festmachen und Ablegen und nutzt dabei seinen Körper und seine Technik perfekt aus.

Lautaro Martinez hat seit seiner Ankunft bei Inter Mailand im Sommer 2018 in Summe 20 Vorlagen in der Liga geliefert. Glänzen konnte er in dieser Kategorie lediglich in der Saison 2020/21 mit zehn Assists. Ohne Lukaku an seiner Seite bereitete er in der vergangenen Saison hingegen nur drei Tore vor. Eine gewisse Mannschaftsdienlichkeit kann man dem Argentinier aber nicht absprechen. Immer wieder weicht er auf die Flügel aus, besitzt die Fähigkeit, Eins-gege-Eins zu gehen und dadurch Räume zu schaffen. Im Passspiel ist der 25-Jährige zudem auch absolut brauchbar.

Punkt für Kane: 2:0

3. Wer hat den stärkeren Charakter bzw. die bessere Mentalität?

Harry Kane ist der aktuelle Kapitän der Three Lions und auch bei den Spurs ein absoluter Führungsspieler. Der Engländer wird vom Typ her eher als bodenständig und ruhig beschrieben und ist ein Profi, zu dem jüngere Kicker aufschauen. Kane ist auch dazu in der Lage, Verantwortung zu übernehmen und keiner, der sich in engen Matches aus der Ruhe bringen lässt. Dabei bringt er eine Winner-Mentalität mit, selbst wenn er nicht als absolutes “Kampfschwein“ bekannt ist.

Lautaro Martinez ist im Vergleich deutlich hitzköpfiger und emotionaler als Harry Kane. Der Argentinier strotzt vor Siegeswillen und ist meist mit 100 Prozent bei der Sache. Das kann jedoch anders aussehen, wenn es mal nicht so läuft. Martinez kann in schlechten Spielen schon auch mal die Laune verlieren, was entweder zu ruppigen Szenen führt oder aber damit endet, dass er abtaucht. Meist hat sich der Akteur aber im Griff, was man auch daran erkennt, dass er erst einen Platzverweis in der Serie A erhalten hat. Kane wurde in der Premier League hingegen noch nie vom Platz gestellt.

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4. Wer ist der geeignetere Stürmertyp?

Harry Kane ist der Stürmertyp, der Robert Lewandowski deutlich näher kommt. Der Engländer ist mit 1,88 Meter relativ groß und kann sich dadurch sehr gut im Strafraum behaupten. Dank seiner Technik ist er auch immer dazu in der Lage, Bälle festzumachen und ist vielleicht sogar noch einen bisschen spielstärker als der Pole. An dessen Torquote kommt Kane zwar nicht heran, jedoch ist er ebenfalls ein beidfüßig schussstarker und kopfballstarker Mittelstürmer. Kane ist ähnlich wie Lewandowski hingegen keiner, der groß über Geschwindigkeit kommt. Beim FC Bayern ist es eigentlich Tradition, mit einer echten Spitze vorne drin zu spielen, die ein gewisses Maß an Abschlussstärke und körperliche Präsenz reinbringt. Kane wäre wahrlich der ideale Stürmertyp für den FC Bayern.

Lautaro Martinez ist mit seinen 1,74 Meter deutlich kleiner. Demnach kann er im Kopfballspiel auch nur bedingt Gefahr erzeugen, wodurch Flanken in der Regel weiterhin ineffizient bleiben würden. Zudem ist er auch kein Spieler, der sich hohe Bälle pflückt und mit dem Rücken zum Tor verteilt. Was einem der Argentinier hingegen schon geben kann, sind sein starker Schuss und seine Qualitäten im Abschluss. Martinez verfügt über einen Killer-Instinkt und macht seine Buden, wenn er die Chancen dazu bekommt. Eine Eigenschaft, die den Münchnern vorne fehlt. Lautaro Martinez bringt zudem Speed, Eins-gegen-Eins-Fähigkeiten und starke technische Anlagen mit. Daher weicht er auch gerne mal auf die Flügel aus und probiert es mit Tiefen-Läufen. Die Bayern-Offensive wäre damit weiterhin variabel und nicht auf einen Zielspieler fixiert.

Letztlich muss man beim FCB entscheiden, ob man lieber wie in der Lewandowski-Ära spielen möchte oder doch den jetzigen Weg fortfährt, nur eben mit einem abschlussstarken Spieler im Zentrum. Tendenziell wäre eher Harry Kane die sichere Lösung, schließlich weiß man, dass die Bayern-Offensive in diesem Stil über Jahre hinweg funktioniert hat. Insbesondere gegen Tief stehende Bundesligisten benötigt man einen Zielspieler.

Punkt für Kane: 3:0

5. Wer ist jünger?

Das Alter spricht natürlich klar für Lautaro Martinez. Der Inter-Stürmer ist 25 Jahre alt und erreicht gerade seine besten Jahre. Kane ist inzwischen 29 Jahre alt und kommt langsam, aber sicher in den Frühherbst seiner Karriere. Der Engländer ist zwar ein Stürmertyp, der locker noch drei, vier Jahre sein Niveau halten sollte, jedoch ist es natürlich immer besser, jüngere Akteure in den eigenen Reihen zu haben. Zudem kam mit Mané bereits im Vorjahr ein 30-jähriger Offensivspieler.

Punkt für Lautaro Martinez: 3:1

6. Wer hat die bessere CL-Performance

Beim FC Bayern ist natürlich insbesondere die Champions League der Wettbewerb schlechthin. Bei einem kostspieligen Transfer muss also besonders darauf geachtet werden, dass der Spieler in der Königsklasse performt. Harry Kane hat mit 20 Toren in 26 CL-Spielen eine sehr gute Bilanz. Allerdings traf der Engländer erst zweimal in der K.o.-Runde und kam dort auch erst fünfmal zum Einsatz.

Lautaro Martinez hat eine eher mäßige Bilanz mit sieben Treffern in 25 Spielen. Fünf seiner Tore erzielte er in der Saison 2019/20, seitdem ist seine Quote eher mickrig. Der Angreifer hat aber natürlich auch das Pech, dass Inter international zuletzt wenig gebacken bekommen hat. Nur einmal konnte das Team mit Martinez das Achtelfinale erreichen. Im Rückspiel traf der Argentinier gegen den FC Liverpool, konnte das Aus aber nicht verhindern.

Punkt für Kane: 4:1

7. Wer ist weniger verletzungsanfällig?

Dieser Vergleich fällt klar zu Gunsten von Lautaro Martinez aus. Der Inter-Stürmer fiel seit der Saison 2018/19 lediglich für sechs Spiele aus. Bei Harry Kane waren es im gleichen Zeitraum ganze 38. Immer wieder fehlte der Tottenham-Star gerade in der heißen Saisonphase, weshalb er auch erst so wenige Einsätze in der Champions-League-K.o.-Phase zu verzeichnen hat. Die Verletzungsanfälligkeit von Kane ist durchaus ein Problem.

Punkt für Lautaro Martinez: 4:2

Fazit

In Summe wäre wohl Harry Kane der geeignetere Kandidat. Der Engländer ist torgefährlicher, bereitet mehr Treffer vor und wäre auch als Stürmertyp eher der passende Lewandowski-Nachfolger. Zudem sprechen auch seine Leistungen in der Champions League für ihn. Man darf aber nicht außer Acht lassen, dass Lautaro Martinez ein gutes Stück jünger ist und weniger mit Verletzungsproblemen zu kämpfen hat. Damit wäre ein Transfer des Argentiniers zukunftsorientierter. Letztlich würden die Bayern mit Kane noch ein wenig mehr Qualität holen, jedoch wären beide Lösungen schon sehr stark. Da bleibt es zu hoffen, dass man einen der beiden Spieler auch nach München lotsen kann.


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