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Borussia Mönchengladbach

Hannes Wolf will sich bei der Borussia beweisen: "Das ist mein Maßstab!"

Christian Gaul
Hannes Wolf will unter dem neuen Trainer angreifen
Hannes Wolf will unter dem neuen Trainer angreifen / Christof Koepsel/Getty Images
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Zum Ende der abgelaufenen Saison präsentierte sich der 22-Jährige Hannes Wolf bei der Borussia in ansteigender Form. Ohne seinen Mentor Marco Rose will er den Trend nun bestätigen.


Nachdem Hannes Wolf im Sommer 2020 zunächst auf Leihbasis von RB Leipzig zur Borussia wechselte, verband man große Hoffnungen in der Wiedervereinigung des jungen Österreichers mit seinem Mentor aus Salzburger Erfolgszeiten, Marco Rose.

Und Rose baute tatsächlich auf seinen langjährigen Schützling, brachte es Wolf doch in der abgelaufenen Saison auf satte 43 Pflichtspiel-Einsätze. Nur drei Spiele verpasste der Österreicher, allerdings stand er insgesamt auch nur in 16 Partien in der Startelf. Dennoch kann sich diese Bilanz sehen lassen, allerdings konnte Wolf seine Einsatzminuten nur selten mit überzeugenden Leistungen füllen.

Nach seiner schweren Verletzung im Sommer 2019 und einem anschließenden Jahr ohne wirkliche Spielpraxis dauerte es auch bei der Borussia seine Zeit, bis Wolf ansatzweise zeigen konnte, warum Gladbach ihn nun für rund zehn Millionen Euro fest unter Vertrag nahm. Viele Kritiker stempelten den jungen Mann schon als Fehleinkauf ab, der doch bitte "mit Rose verschwinden" soll.

Doch mit dem Abgang von Marco Rose ist Wolf nun in der Eigenverantwortung, seine Einsätze auch unter dem neuen Trainer Adi Hütter zu rechtfertigen - der erste Eindruck verspricht eine produktive Zusammenarbeit.

Hütter lobt Wolfs Einsatz - verstecken verboten!

Schon die Bilder vom ersten Training unter Hütter ließen die ewigen Kritiker staunen, hatte Wolf doch sichtbar einige Zeit im Kraftraum verbracht und seinen eher schmächtigen Körper ein wenig gestählt. Doch zeigte sein 45-minütiger Einsatz im ersten Test gegen Viktoria Köln, dass Wolf nun keineswegs der Ästhetik eines Tim Wiese hinterher eifern will. Vielmehr zeigte er sich ehrgeizig und positiv aggressiv, spritzig und willig.

"Hannes ist sehr flexibel. Er hat in der zweiten Halbzeit aggressiv gespielt und wollte Zeichen setzen, dass er sich in die Mannschaft spielen will. Das hat mir gut gefallen", lobte Hütter nach der Partie (via Bild). Auch wenn es sich nur um einen drittklassigen Gegner handelte und Wolf zwar einige starke Aktionen, aber keinen Treffer vorweisen konnte, bestätigte dieser Auftritt die ansteigende Form des jungen Österreichers.

Adi Huetter
Adi Hütter hat Wolf auf dem Schirm / Christof Koepsel/Getty Images

"Zu Beginn der Vorbereitung können sich die Spieler, die in letzter Zeit etwas hinten dran waren, in den Vordergrund spielen", zielte Hütter auch auf den oft gescholtenen Wolf ab. Der Spieler selbst scheint die übermäßige Kritik von Teilen der Fans und den Abgang seines "Ziehvaters" Rose als Ansporn zu nutzen - wie auch seine Nicht-Nominierung für die EURO 2020.

"Ich bin sehr froh, dass ich von Anfang an dabei sein kann. So kann ich alles aufsaugen, was der neue Trainer will. Es macht mir bisher sehr viel Spaß", sah Wolf das Verpassen des Turniers auch positiv.

Generell hatte man im Spiel gegen Viktoria den Eindruck, dass Wolf in Abwesenheit vieler EM-Fahrer vorangehen wollte. "Ich will grundsätzlich immer Verantwortung übernehmen. Das sollte das Ziel von jedem Spieler sein, egal wie alt er ist. Über Verantwortung kann man sich auch Selbstvertrauen holen", so Wolf.

Und Selbstvertrauen ist für einen kreativen Spieler wie ihn die halbe Miete, um das eigene Potenzial auf den Rasen bringen zu können.

"Ich möchte da anknüpfen, wo ich letzte Saison zum Schluss gegen Bielefeld und Bremen aufgehört habe. Das ist der Maßstab, den ich mir setze. Da probiere ich, in der Vorbereitung wieder hinzukommen", legte Wolf nach und ließ erkennen, dass er sich keineswegs verstecken wird, wenn es um die Plätze in der Startelf gehen wird.

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