Am Samstagnachmittag empfing Borussia Mönchengladbach im direkten Duell um die Qualifikation zur Champions League den Mitkonkurrenten Bayer Leverkusen. Die Borussia hatte die Möglichkeit, die Werkself auf fünf Punkte zu distanzieren. Allerdings verschliefen die Fohlen die erste Hälfte komplett und hatten im zweiten Abschnitt ein wenig Pech bei Schiedsrichterentscheidungen.


Marco Rose setzte auf dieselbe Startelf wie beim 3:1 in Frankfurt am letzten Wochenende. Leverkusen wechselte im Vergleich zum Sieg in Bremen zweimal - Wirtz und Amiri blieben vorerst für Dragovic und Bellarabi draußen.


Die erste Hälfte ging klar an die Werkself


Vor dem Anpfiff gab es eine Schweigeminute in Gedenken an die vielen bisherigen Opfer der Corona-Pandemie weltweit. Danach ging es los und beide Teams liefen extrem hoch an. Nach fünf Minuten hatte Leverkusen den ersten Abschluss zu verzeichnen - Demirbay dribbelte zu einfach von links in den Gladbacher Strafraum, sein Versuch geriet aber zu schwach und genau auf Yann Sommer, der keine Problem mit dem Schüsschen hatte.


Zwei Minuten später klingelte es jedoch im Gehäuse der Borussia. Bensebaini hatte schlampig auf Strobl gepasst und Leverkusen nahm das Geschenk an. Bellarabi spielte auf Havertz, der frei vor Yann Sommer cool einschob - die frühe Führung für die Werkself.


Kurz darauf musste Gladbach minutenlang zu zehnt spielen, da Embolo neben dem Platz behandelt wurde, nachdem Kai Havertz ihn zuvor unsanft erwischte. In der 12. Minute wurde Embolo für Lars Stindl positionsgetreu ausgewechselt - ein nächster Rückschlag für die Borussia.


Die Gladbacher brauchten ein paar Minuten, um die Negativerlebnisse zu verarbeiten, doch kämpften sie sich dann langsam wieder in die Partie. Im letzten Drittel konnten sie jedoch bis dahin noch keine Power entwickeln. Leverkusen hingegen verlegte sich mit der Führung im Rücken auf das Konterspiel.


In der 26. Minute gab es den ersten Eckball der Partie. Leverkusen hatte dabei die Chance auf das 2:0, doch Sven Bender verzog völlig. Dennoch konnte man festhalten, dass die Führung der Werkself bis dahin völlig verdient war - Gladbach hatte in der ersten halben Stunde im Grunde keinen einzigen Abschluss zustande gebracht, während Leverkusen immer wieder gefährlich in den Gladbacher Strafraum eindrang.


Gladbach lief in der ersten Hälfte viel hinterher

Bis zur Pause änderte sich an den Kräfteverhältnissen wenig. Leverkusen gab Gladbach keinen Raum zur Entfaltung und zeigte sich abgeklärt im eigenen Ballbesitz. In der 40. Minute hatte Hradecky einige Probleme mit einem Schuss von Neuhaus, doch konnte Leverkusen die Situation in letzter Sekunde bereinigen.


In der 45. Minute spielte Demirbay den Kollegen Havertz frei, dieser traf jedoch nur den Querbalken. Der Abpraller landete zwei Meter vor dem leeren Tor vor den Füßen von Bellarabi, doch Elvedi klärte heroisch zur Ecke - Hinteregger ließ grüßen. Somit ging es mit dem aus Gladbacher Sicht schmeichelhaften 0:1 in die Pause. Leverkusen dominierte die erste Halbzeit und konnte bessere Zweikampfwerte und zudem mehr Ballbesitz vorweisen - ebenso hatte die Werkself ein klares Chancenplus zu verzeichnen. Gladbach kam nie in die Partie und hatte nur eine Halbchance auf der Habenseite.


Gladbacher Systemumstellung fruchtet - Elfmeterentscheidung nimmt die Hoffnung


Ohne weitere personelle Wechsel startete die zweite Hälfte und Gladbach schien sich einiges vorgenommen zu haben - Rose stellte auf eine Dreierkette um und schob so Bensebaini und Lainer weiter nach vorne.


In den Anfangsminuten des zweiten Durchgangs zeigte sich die Borussia öfter vor dem Leverkusener Tor, als in der gesamten ersten Halbzeit. In der 52. Minute fiel dann auch der Ausgleich. Plea hatte von links einen klasse Diagonalpass auf Thuram gespielt, der den Ball sicher zum 1:1 an Hradecky vorbeischoß.


Kurz danach überschlugen sich die Ereignisse: Erst lief Thuram auf Hradecky zu und wurde von Dragovic beim Abschluss klar umgerissen - Schiedsrichter Storks ließ weiterlaufen. Der direkte Leverkusener Konter lief und Bellarabi wurde nach seinem Abschluss von Elvedi getroffen - hier entschied der Unparteiische auch nach der Überprüfung am Bildschirm noch auf Strafstoß und Havertz verwandelte diesen mit etwas Glück - fragwürdig.


In der 64. spielte Thuram mit der Hacke sehenswert Neuhaus frei vor das Leverkusener Tor, doch Hradecky konnte stark zur Ecke klären. In dieser Phase erblühte die Partie zum erwarteten Spitzenspiel mit hoher Geschwindigkeit und Chancen auf beiden Seiten. Doch während Strobl einen aussichtsreichen Versuch von Havertz per Grätsche verhinderte, verpasste auf der anderen Seite Plea eine Hereingabe von Lainer knapp.


In der 75. Minute musste Strobl ein Laufduell mit Diaby abbrechen und der Leverkusener lief auf das Tor von Yann Sommer zu, doch der Torwart parierte und Demirbay knüppelte den Abpraller volley in die vierte Etage. Strobl konnte indes nicht weitermachen und wurde von Laszlo Benes ersetzt, der mit seiner ersten Aktion einen direkten Freistoß an das Außennetz des Leverkusener Kastens zirkelte.


In der 81. Minute sorgte Sven Bender für die mutmaßliche Entscheidung der Partie, als er einen von Demirbay getretenen Freistoß per Kopf an Yann Sommer vorbei im Tor unterbrachte. Drei Minuten später hätte Plea die Borussia wieder in das Spiel zurück befördern können, doch setzte er eine gute Flanke des eingewechselten Oscar Wendt per Kopf am Tor vorbei. Sekunden später entschärfte Hradecky einen weiteren Schuss des Franzosen.


Danach fuhr Leverkusen den Sieg souverän nach Hause und liegt nun in der Tabelle einen Punkt vor der Borussia, die aufgrund einer verschlafenen ersten Halbzeit die Niederlage akzeptieren muss, auch wenn die Szene vor dem Leverkusener Elfmeter zum 2:1 für Gesprächsstoff sorgen sollte. Gladbach kann am kommenden Dienstag um 20:30 Uhr bei Werder Bremen zeigen, ob man weiter an die Champions League glauben darf. Leverkusen spielt hingegen zeitgleich zu Hause gegen Wolfsburg.