Borussia Mönchengladbach

Gladbach mit denkwürdigem Debakel in Leverkusen - Verletzte, Klatsche und Slapstick

Christian Gaul
Auch Adi Hütter staunte über das Erlebte
Auch Adi Hütter staunte über das Erlebte / INA FASSBENDER/Getty Images
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Am Samstagabend empfing Bayer Leverkusen die Mannschaft von Borussia Mönchengladbach zum allseits beliebten Top-Spiel. Dabei legten die Fohlen eine rabenschwarze erste Hälfte auf das Parkett, um sich dann in Halbzeit zwei wenig zu steigern.


Tore: 1:0 Sommer (3. / Eigentor), 2:0 Schick (8.), 3:0 Diaby (55.), 4:0 Amiri (88.)

Besonders Vorkommnis: Hradecky hält Elfmeter von Stindl (43.)

Zuschauer: 15.105 in der BayArena (Leverkusen)

Aufstellung Leverkusen: Hradecky - Frimpong, Kossounou, Tah, Bakker - Aranguiz (ab 84. Baumgartlinger), Palacios (ab 68. Andrich) - Paulinho (ab 68. Amiri), Demirbay (ab 81. Wirtz), Diaby - Schick (ab 81. Pohjanpalo)

Aufstellung Gladbach: Sommer - Lainer (ab 45. Bensebaini), Ginter (ab 63. Netz), Elvedi, Scally - Kramer, Neuhaus - Hofmann, Stindl, Plea (ab 63. Herrmann) - Thuram (ab 20. Wolf)

Schiedsrichter: Deniz Aytekin


Gladbach bekommt die volle Packung - nichts lief in Hälfte eins

Wer sich als Fan der Borussia nach dem starken Auftakt gegen den FC Bayern auf das nächste Top-Spiel freute, der wurde nicht nur enttäuscht, sondern erheblich erschüttert. Selten gab es eine erste Halbzeit der Fohlen, die so dermaßen zum vorzeitigen Abwinken einlud, wie das grausame Trauerspiel der ersten 45 Minuten in Leverkusen.

Aber fangen wir mit dem Positiven an: Es war erst der zweite Spieltag.

Kommen wir nun zum Negativen:

  1. Sommer, der gegen die Bayern noch überragend hielt, legte sich nach üblicher Hinterherschau-Taktik einen Ball selbst ins Nest, ließ einen zweiten über die Hand rutschen und hatte zudem noch zweimal pures Glück, dass es zur Pause nicht schon 0:4 stand.
  2. Offensiv lief man sich regelmäßig fest und defensiv genau so oft hinterher. Zugriff oder erkennbarer Spielplan waren Fremdwörter.
  3. Tah trat Thuram aus der Partie, Bakker trat Lainer aus der Partie, Plea trat in den Rasen und verdrehte sich das komplette Bein - wenigstens konnte letzterer zunächst weitermachen.
  4. Stindl bekam kurz vor der Pause die Chance zum unverdienten Anschlusstreffer und schoss vermutlich den schlechtesten Elfmeter seiner Karriere.
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Stevie Lainer wurde von Mitchel Bakker aus der Partie getreten / INA FASSBENDER/Getty Images

Leverkusen war der Borussia in allen Belangen haushoch überlegen und verdiente sich die 2:0-Führung zur Pause, auch wenn die Aktionen von Tah und Bakker maximal unnötig ausgingen.

Dicht gestaffelt und mit einem variablen Matchplan versehen kochte die Werkself die Gladbacher regelrecht ab. Wenn das ein Beispiel war, wie schwer sich die Borussia in dieser Saison gegen kompakt stehende und schnell umschaltende Mannschaften tun wird, dann Guten Abend, Gute Nacht und Frohe Ostern!

Wenn schon, denn schon - mehr Gegentore und Verletzte in Hälfte zwei

Starten wir mit dem Positiven der zweiten Halbzeit: Luca Netz gab sein Debüt für die Borussia, als er in der 63. Minute für den angeschlagenen Ginter in die Partie kam. Zeitgleich ging jedoch auch Plea endgültig humpelnd vom Feld.

Damit durfte die Borussia ganze vier Spieler verletzungsbedingt ersetzen - Rekord?

In jedem Fall war es auch im zweiten Durchgang eine dieser Partien, in denen jeder Gegenspieler spritziger, ballsicherer, schneller, robuster, gefährlicher und motivierter wirkte, als jeder einzelne Gladbacher dies von sich behaupten konnte.

Yann Sommer, Kerem Demirbay
In Leverkusen setzte es eine denkwürdige Packung / Lars Baron/Getty Images

Sommer erwischte - genau wie die meisten anderen Gladbacher - einen gebrauchten Tag und war insgesamt an drei der vier Gegentreffer nicht schuldlos. Stindl gelang fast nichts und auch Scally war phasenweise schlicht überfordert gegen Leverkusens Diaby.

Wenn man wirklich jemanden positiv hervorheben will, dann könnte man mit Abstrichen Wolf, Neuhaus und Bensebaini nennen, die zumindest ihre Momente hatten. Dass sich letzterer mit dem Schlusspfiff scheinbar auch noch verletzte, war dann die vergammelte Kirsche auf dem Hundekuchen.

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