Gladbach-Fazit: Wie Virkus seine Transfers und die Hinrunde bewertet

Jan Kupitz
Roland Virkus
Roland Virkus / Frederic Scheidemann/GettyImages
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Roland Virkus hat ein erstes Fazit bei den Sommer-Neuzugängen gezogen. Zudem verriet Gladbachs Sportdirektor, wo er bei der Borussia noch Entwicklungspotenzial sieht.


Nach dem überraschenden Abschied von Max Eberl war die Transferperiode im vergangenen Sommer die erste, in der sich Roland Virkus für die Kaderplanung bei Borussia Mönchengladbach verantwortlich zeichnete. Aufgrund der finanziellen Rahmenbedingungen konnte der 56-Jährige nur im begrenzten Maße handeln - dennoch zeigte sich Virkus mit seinen Griffen zufrieden.

Transfers von Weigl und Itakura als "Erfolgsstorys"

Die Verpflichtungen von Julian Weigl und Ko Itakura, die bei der Fohlenelf auf Anhieb den Sprung in die Startelf schafften, bezeichnete Virkus im Gespräch auf borussia.de schon jetzt als "Erfolgsstorys".

"Julian Weigl passt hervorragend in unser Spiel. Er steht für klaren Ballbesitz und macht wenig Fehler. Jule ist aber auch in der Balleroberung clever. Er ist ein guter Junge, der auch für die Struktur der Mannschaft wichtig ist", lobte der Sportdirektor den Sechser, der bislang nur von Benfica SL ausgeliehen ist. Beide Seiten dürften aber großes Interesse haben, die Zusammenarbeit über die Saison hinaus auszudehnen.

Itakura bestritt für die Borussia erst sieben Pflichtspiele, da er sich schon im September am Knie verletzte und erst kurz vor der WM-Pause wieder fit wurde. Seinen Ausfall bezeichnete Virkus als "unheimlich schade", da man mit dem Japaner seiner Meinung nach "noch mehr defensive Stabilität" in der Hinrunde gehabt hätte.

"Er hat eine super Entwicklung gemacht, steht für Disziplin, Fleiß und Wille", so Virkus über Itakura. "Ich hoffe sehr, dass er die Weltmeisterschaft unbeschadet überstanden hat und dann nach seinem Urlaub wieder so einsteigen kann, wie er in den ersten Spielen performt hat."

Neben dem Stammspieler-Duo kamen mit Nathan Ngoumou und Oscar Fraulo im Sommer zwei weitere Neuzugänge - die beiden Youngster fallen jedoch eher in die Kategorie "Perspektivspieler", weshalb sie in der ersten Hälfte noch keine nennenswerte Rolle spielten.

"Nathan haben wir geholt, um in Umschaltsituationen mehr Schnelligkeit zu haben", erläuterte Virkus die Idee hinter dem Transfer, den man sich immerhin acht Millionen Euro kosten ließ. "Er hat bei uns auch schon angedeutet, was er leisten kann. Er ist zwar ungemein fleißig, muss aber noch besser finalisieren und vielleicht noch etwas stabiler werden gegen den Ball." Den Verantwortlichen sei aber schon im Vorfeld klar gewesen, dass man bei Ngoumou Geduld brauche.

Selbiges gilt für Fraulo, mit dem man laut Virkus' Aussage "ein längerfristiges Projekt betreiben" möchte. "Der Junge muss bei uns erstmal richtig ankommen", so der 56-Jährige über den Youngster, der ohne große Profi-Erfahrung aus Dänemark gekommen war und am Niederrhein bislang ausschließlich für die Reserve in der Regionalliga aufgelaufen ist. "Er möchte tendenziell eher zu viel, dabei unterlaufen ihm schon mal Fehler. Daraus muss er lernen. Unsere Aufgabe ist es, dass wir bei ihm eine gewisse Stabilität erreichen."

Virkus mit Saisonverlauf zufrieden

Mit dem bisherigen Saisonverlauf der Borussia zeigte sich Virkus "insgesamt zufrieden". Dabei hob er besonders die guten Auftritte gegen Leipzig, Dortmund, Köln und Hoffenheim hervor. Dennoch monierte er: "Was wir immer noch drin haben, sind Schwankungen in unseren Leistungen."

Der 56-Jährige unterstrich, dass sich die Mannschaft "nicht auf die Spielweise des Gegners einlassen" dürfe, sondern häufiger das eigene Spiel durchziehen müsse. "Dazu gehört neben dem Ballbesitz auch eine gute Organisation. Zudem wollen wir auch in den Spielen, in die wir vielleicht als Favorit gehen, kompakter verteidigen", so Virkus über das Verbesserungspotenzial am Niederrhein.

"Nach der Winterpause wird es darum gehen, wieder gut reinzukommen, eine gewisse Stabilität zu finden und von Verletzungen verschont zu bleiben. Dann blicke ich der zweiten Saisonhälfte sehr zuversichtlich entgegen", schloss der Sportdirektor.


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