Gladbach: Eberls Aufgaben für 2021 - werden drei Hochkaräter veräußert?

Max Eberl hat es nicht eilig
Max Eberl hat es nicht eilig / DeFodi Images/Getty Images
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Die Borussia befindet sich aktuell in einer richtungsweisenden Phase der Saison, das Überwintern im Europa-Pokal und der Anschluss in der Liga stehen in den nächsten Wochen auf dem Prüfstand. Doch wirft auch der Transfersommer 2021 schon seine Schatten voraus, immerhin laufen bei sechs Spielern die Verträge 2022 aus - Eberl mahnt zur Geduld.

Abgesehen davon, dass mit Tony Jantschke, Oscar Wendt, Ibo Traoré, Tobi Sippel, Max Grün, Torben Müsel, Julio Villalba und Lars Stindl gleich acht Profis nur bis zum kommenden Sommer unter Vertrag stehen, sind Hannes Wolf und Valentino Lazaro nur für eine Saison ausgeliehen.

Beim Capitano deutet alles auf eine Verlängerung hin, bestenfalls soll noch vor Weihnachten eine Einigung getroffen werden. "Ich fühle mich in Gladbach unglaublich wohl. Mein Wunsch wäre es, weiter hier zu spielen und bei Borussia auch meine Profi-Karriere zu beenden. Ich denke, dass ich noch zwei, drei Jahre im Tank habe, in der ich der Mannschaft gut helfen kann", sagte Stindl bereits vor ein paar Wochen gegenüber der Bild.

Jantschke und Sippel bieten sich als ruhige und verlässliche Back-Ups ebenso für ein weiteres Jahr bei der Borussia an.

Hannes Wolf wird im Sommer 2021 fest verpflichtet werden, wenn die Kaufoption des Leihgeschäftes mit Leipzig greift - zwölf der angeblich nötigen 15 Einsätze hat Wolf bereits absolviert. Wenn Lazaro sich als echter Faktor beweisen kann, scheint eine feste Verpflichtung im Sommer ebenfalls nicht ausgeschlossen.

Die restlichen genannten Spieler werden sich in rund einem halben Jahr anderweitig umsehen müssen, doch Borussias Manager Max Eberl muss zudem abwarten, was um ein Sextett passiert, das nur noch im kommenden Sommer Einnahmen generieren kann, da dessen Verträge im Sommer 2022 auslaufen.

Ginter, Elvedi, Zakaria und Herrmann als Härtefälle

Dabei wird Michael Lang den Verein wohl zeitnah verlassen, eine Trennung im kommenden Frühjahr ist wahrscheinlich. Bei Jordan Beyer ist die Lage komplizierter. Der 20-Jährige sollte langsam zur ersten Alternative für die Vertretung der Stamm-Innenverteidigung aufgebaut werden, doch verpasste er die letzten Wochen aufgrund einer Corona-Infektion. Auch sein Vertrag läuft 2022 aus, hier wird Beyers Leistung in der laufenden Saison entscheiden, wie man weiter mit ihm plant.

Doch Eberls Hauptaugenmerk aus sportlicher und wirtschaftlicher Sicht wird auf dem Quartett Matthias Ginter, Nico Elvedi, Denis Zakaria und Patrick Herrmann liegen. Alle vier stehen bis 2022 unter Vertrag, drei von ihnen gehören - wenn fit - zu den absoluten Säulen der Mannschaft und können sich zudem bei der kommenden Europameisterschaft ins Rampenlicht spielen.

Patrick Herrmann

Bei Patrick Herrmann kann man in Ruhe abwarten
Bei Patrick Herrmann kann man in Ruhe abwarten / Lars Baron/Getty Images

In der ersten Pokal-Runde stand Herrmann noch in der Startelf und erzielte einen Doppelpack. Danach kam er in zehn von elf Pflichtspielen zum Einsatz, nur beim 6:0 in Kiew saß er über 90 Minuten auf der Bank. Allerdings stand er auch nur noch bei 3:2 in Mainz in der Startelf der Fohlen, weitere Treffer gelangen ihm nicht - trotz bester Chancen.

Da Herrmann bei einem Verkauf im kommenden Sommer ohnehin keine Unsummen einspielen würde, kann man davon ausgehen, dass er seinen Vertrag erfüllt oder dieser gar vorzeitig verlängert wird, denn Eberl weiß um die Strahlkraft des 29-jährigen Eigengewächses bei den Fans. "Patrick ist ein Gesicht des Vereins, auch mit ihm werden wir bald einen Austausch haben", so Eberl gegenüber der Sportbild.

Matthias Ginter und Nico Elvedi

Matthias Ginter und Nico Elvedi sind in der Abwehr gesetzt
Matthias Ginter und Nico Elvedi sind in der Abwehr gesetzt / Frederic Scheidemann/Getty Images

Der Schweizer Elvedi machte unter Trainer Marco Rose abermals einen Leistungssprung und hat sich in Gladbach und bei der "Nati" als Stammkraft etabliert. Ginter ist Borussias Abwehrchef und mittlerweile auch in der DFB-Elf eine tragende Figur. Beide stehen bis 2022 unter Vertrag, beide können sich bei der EM empfehlen, an beiden sind die europäischen Top-Klubs schon länger interessiert.

"Das sind Spieler, die stark dazu beigetragen haben, dass wir heute so dastehen. Wir stehen mit ihnen im Austausch und das bedeutet bei uns, dass wir daran interessiert sind, mit ihnen langfristig weiterzuarbeiten", stellt Eberl die Position des Vereins klar.

Jedoch kann sich die Borussia nicht erlauben, unmoralische Angebote abzulehnen. Sollten sich die beiden beim Großturnier in den Fokus spielen, kann man nicht für ihren Verbleib nach dem Sommer 2021 garantieren. Dass die Borussia ihre komplette Innenverteidigung zeitgleich abgibt, darf angezweifelt werden.

Denis Zakaria

Denis Zakaria könnte erhebliche Gelder freimachen
Denis Zakaria könnte erhebliche Gelder freimachen / Lars Baron/Getty Images

Die "Krake" fiel monatelang aus und wird derzeit über Kurz-Einsätze wieder an die Mannschaft herangeführt. Auch der Kontrakt des 24-Jährigen ist bis 2022 befristet, demnach könnte ein Verkauf nach der laufenden Spielzeit eine erhebliche Summe in die Kassen spülen.

"Bei ihm ist es genauso wie bei Matze und Nico. Denis wird hoffentlich bald wieder auf dem Platz stehen, dann werden wir uns intensiv austauschen", vertagte Eberl auch in Bezug auf Zakaria die Verhandlungen.

Aus sportlicher Sicht muss man festhalten, dass die Borussia auch ohne Zakaria eine hervorragende Hinrunde in der Champions League spielte und auch in der Liga noch den Anschluss zur Tabellenspitze halten konnte. Sicherlich ist er bei voller Gesundheit der Spieler, der für Rose und die Mannschaft als wichtigster Baustein gilt. Doch befindet er sich auch in einem Alter, wo ihm der nächste Schritt nicht verbaut werden sollte.

Einiges deutet auf einen Abschied im kommenden Sommer hin, dafür wird die Borussia Rekord-Einnahmen verbuchen, die im Bezug auf die Corona-Ausfälle schwer abzulehnen sind.