Gerüchte um notwendige Spielerverkäufe beim FC Barcelona reißen nicht ab!

Frenkie de Jong bleibt weiter auf dem Radarschirm des FC Bayern
Frenkie de Jong bleibt weiter auf dem Radarschirm des FC Bayern / David Ramos/Getty Images
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Vor einigen Wochen gelang dem FC Barcelona in den Verhandlungen mit seinen Spielern der Durchbruch bezüglich einer "freiwilligen" Gehaltskürzung. Diese Maßnahme war, parallel zu einigen angedachten Transfers, notwendig, um sich im Januar nicht der Zahlungsunfähigkeit ausgesetzt zu sehen. Doch handelt es sich beim vorübergehenden salary cap lediglich um eine punktuelle Notmaßnahme, weshalb sich auch weiterhin Gerüchte halten, dass die Blaugrana im Sommer kommenden Jahres gezwungen sein könnten, Teile ihres Tafelsilbers zu verkaufen. Dabei fällt auch immer wieder der Name von Frenkie de Jong.

Und in diesem Zusammenhang wird auch der möglicherweise tieferliegende Sinn hinter der vorschnell erscheinenden Vertragsverlängerung des Holländers sichtbar. Zusammen mit Clément Lenglet, Marc-André ter Stegen und Gerard Piqué war der frühere Ajax-Spieler einer von vier Spielern im aktuellen Kader der Blaugrana, mit denen Ende Oktober eine vorzeitige Vertragsverlängerung vereinbart wurde.

Die neuen Übereinkünfte sehen eine gestaffelte Zahlung der Jahressaläre für diese Spieler vor, was dem Klub ein wenig Luft bezüglich seiner jährlichen Belastungen durch Personalkosten verschafft. Gleichzeitig brachte sich der Klub durch die neuen Kontrakte in eine weitaus bessere Verhandlungsposition gegenüber an den Spielern interessierten Klubs.

De Jongs Vertrag wurde überraschend früh erneuert

Denn aus rein sportlichen Gründen gab es für den Klub zumindest in der Personalie de Jong keinen drängenden Bedarf, die Zusammenarbeit bereits nach knapp eineinhalb Jahren auszubauen. Vor allem gemessen an der immensen Ablösesumme von 86 Millionen (75 plus Boni), hat der 14-fache holländische Nationalspieler die hohen Erwartungen bislang nicht erfüllen können.

Mit dem revidierten Arbeitspapier läuft de Jongs Vertrag in der Mittelmeermetropole nunmehr bis zum Sommer 2026 (zwei Jahre über dem ursprünglichen Vertragsende).

Und schon sprießen die Gerüchte wie Pilze aus dem Boden, denen zufolge de Jong bereits im kommenden Sommer zu den Verkaufskandidaten gehören könnte. Auch ein Abnehmer scheint schon ausgemacht: der deutsche Rekordmeister FC Bayern München.

Die Bayern wollten de Jong und de Ligt schon im Sommer 2018

Bekannt ist das Interesse der Münchener an dem 23-Jährigen schon seit längerem. Bereits im Sommer 2018 sollen die Münchener ein Gesamtpaket von 150 Millionen Euro geschnürt haben, um in einem Zug sowohl Frenkie de Jong als auch dessen damaligen Teamkollegen bei Ajax, Matthijs de Ligt zu verpflichten.

Doch die Dinge entwickelten sich anders, und sowohl de Ligt (wechselte für 85,5 Millionen Euro - einschließlich eventueller Zusatzzahlungen - zu Juventus) als auch de Jong landeten ein Jahr später bei anderen Klubs.

Weitere eineinhalb Jahre - und eine Pandemie - später könnten sich die Koordinaten jedoch erneut verschieben. Zu Ungunsten der Katalanen, die sich von finanziell stärker aufgestellten Klubs nunmehr bedroht sehen.

Große Klubs hoffen auf Transfer-Schnäppchen beim kriselnden FC Barcelona

Neben dem FC Bayern, der nach Informationen der Mundo Deportivo weiterhin in engem Kontakt zu de Jongs Berater Ali Dursun stehen soll, machen sich auch Klubs wie Paris St. Germain oder Manchester City Hoffnungen, in den beiden kommenden Transferperioden bei den Blaugrana zu "wildern".

Doch mit Blick auf die Personalie Frenkie de Jong haben die Spanier bislang noch keine klaren Signale der Gesprächsbereitschaft gesendet. Entsprechend taxiert der us-amerikanische TV-Sender ESPN, unter Berufung auf eine "dem Spieler sehr nahe Quelle" (die allerdings unbenannt blieb) die Wahrscheinlichkeit, dass de Jong in naher Zukunft zum FC Bayern wechseln könnte, auf weniger als 1 Prozent.

Dass ein Frenkie de Jong, auch wenn er in seinen ersten achtzehn Monaten in Barcelona noch nicht zu einer unersetzlichen Größe geworden ist, durchaus eine Verstärkung für die Bayern darstellen würde, ist wohl unstrittig. Daran ändert auch nichts daran, dass der Kader der Münchener aktuell exzellent besetzt ist. Das Bessere ist der Feind des Guten - heißt es ja nicht von ungefähr. Und wenn es einen Klub in Deutschland gibt, der dieses Motto seit Jahrzehnten mit Leben füllt, ist es der FC Bayern München.

Und dass die Münchener planen, einige ihrer Mittelfeldspieler (Tolisso, Cuisance, Fein) kurz- oder mittelfristig zu Geld zu machen, ist ebenfalls nichts Neues - und spiegelt sich in den Einsatzzeiten unter Flick (Tolisso) oder in mit anderen Klubs abgeschlossenen Leihgeschäften (Cuisance in Marseille, Fein in Eindhoven) wider.

Sicher ist in der Causa de Jong bislang nur, dass nichts sicher ist. Wie so vieles im schnelllebigen Profifußball-Geschäft. Doch dass der FC Barcelona in den kommenden Monaten weiterhin im Zentrum verschiedenster Spekulationen und Gerüchte um diesen oder jenen Spieler stehen wird, steht eigentlich jetzt schon fest.