Für den DFB: Bierhoff kämpft um Bayerns Musiala

Jamal Musiala hat zweifelsfrei das Zeug zum nächsten großen Talent
Jamal Musiala hat zweifelsfrei das Zeug zum nächsten großen Talent / Handout/Getty Images
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Während Jamal Musiala beim FC Bayern immer wieder zu wichtigen und für ihn auch sehr lehrreichen Einsätzen kommt, ist seine Zukunft in der Nationalmannschaft noch ungewiss. Für England und Deutschland könnte er spielen, aktuell kickt er für die Young Three Lions - doch DFB-Direktor Oliver Bierhoff will ihn nicht aus den Augen verlieren.

Schon zu Saisonbeginn machte sich Jamal Musiala einen Namen, als er beim FC Bayern plötzlich immer wieder eingewechselt wurde. In seinem zweiten Bundesliga-Spiel, direkt am ersten Spieltag beim 8:0-Sieg gegen Schalke 04, konnte er gleich selbst treffen. Seine ersten zwei Liga-Minuten sammelte er am 33. Spieltag der vergangenen Spielzeit. Inzwischen gehört er zum festen Bestandteil der Profi-Mannschaft, bekommt von Hansi Flick regelmäßig das Vertrauen ausgesprochen.

Weil der erst 17-jährige Offensivspieler dabei auch noch zu überzeugen weiß, wird nicht nur über eine womöglich große Karriere gesprochen. Auch seine Zukunft in der A-Nationalmannschaft ist ein noch unbeschriebenes Blatt. Der gebürtige Stuttgarter mit englischem Pass hat bis zuletzt für die U-Teams Englands gespielt, lediglich zwei U16-Partien für Deutschland bestritten. Heißt also: Noch ist Musiala ein Thema für die A-Nationalteams beider Nationen, noch hat er sich nicht festgespielt, wie es in diesem Kontext genannt wird.

Am ersten Spieltag erzielte Jamal Musiala direkt sein erstes Bundesliga-Tor
Am ersten Spieltag erzielte Jamal Musiala direkt sein erstes Bundesliga-Tor / CHRISTOF STACHE/Getty Images

Musiala-Zukunft beim DFB unwahrscheinlich - Entscheidung für die englische Auswahl?

Oliver Bierhoff hat gegenüber Sport1 erklärt, dass der Spieler ein wichtiges Thema sei: "Jamal Musiala ist ein sehr interessanter Spieler, den wir aufgrund seiner DFB-Vergangenheit und seinen aktuellen Leistungen beobachten. Es gab vor einigen Monaten bereits Kontakt zwischen ihm und unseren DFB-Verantwortlichen im Juniorenbereich." Allerdings, so der DFB-Direktor weiter, habe er sich dazu entschieden, vorerst "für die englische U21-Nationalmannschaft zu spielen", was selbstverständlich respektiert werde.

Nichtsdestotrotz betonte Bierhoff, werde man ihn "weiterhin im Auge behalten und natürlich immer wieder erörtern, ob sich seine Einstellung ändern kann". Dass der Verband um Musiala nahezu kämpft, ist nicht verwunderlich. Um schon mit 17 Jahren und so wenig Erfahrung in München mithalten zu können, braucht es eine Menge Können und Selbstvertrauen. Trainer Flick wird ihn nicht aus reiner Freundlichkeit aufstellen oder einwechseln.

DFB-Direktor Oliver Bierhoff hält das Musiala-Thema weiterhin offen
DFB-Direktor Oliver Bierhoff hält das Musiala-Thema weiterhin offen / Alex Grimm/Getty Images

Die Zeit jedoch spreche gegen den DFB, so Sport1 weiter. Schließlich sei der bisherige Versuch seitens U21-Coach Stefan Kuntz, der "mit Hochdruck" daran gearbeitet haben soll, ihn für die deutsche Auswahl zu begeistern, bislang gescheitert. Zudem könnte dem Spieler schon sehr bald eine Einladung der Three Lions ins Haus flattern, auch ihr Trainer Gareth Southgate habe sich mit dem Youngster bereits über dessen Pläne mit ihm unterhalten, berichtete die britische Daily Mail vor wenigen Wochen.

Deutschland scheint also nur Außenseiterchancen zu haben, was die Zukunft Musialas betrifft. Bierhoff stellte ebenfalls klar, dass der Wille, überhaupt für die DFB-Auswahl aufzulaufen und sie zu repräsentieren, ohnehin gegeben sein müsste: "Neben den sportlichen Aspekten ist uns vor allem wichtig, dass sich unsere Nationalspieler zu unserem Land, unseren Mannschaften und unseren Werten bekennen und damit identifizieren."

Musiala unterwegs im Dienste der englischen U21-Auswahl
Musiala unterwegs im Dienste der englischen U21-Auswahl / Alex Livesey - Danehouse/Getty Images

Meikel Schönweitz, seines Zeichens Cheftrainer des DFB-Nachwuchs, äußerte sich bereits im November pessimistisch (via Sport1). Musiala, erklärte er, habe inzwischen "klar signalisiert, dass er seine Zukunft momentan in den englischen Nationalmannschaften sieht". Auch wenn er noch keine finale Entscheidung getroffen zu haben scheint, ist wohl zumindest eine klare Tendenz erkennbar. Bierhoff darf und wird sich aber nicht allzu voreilig abschütteln lassen.