90min

Frederik Rönnow: Auf Schalke endlich die Nummer eins

Nov 21, 2020, 10:15 AM GMT+1
Frederik Rønnow
Frederik Rönnow hat beim FC Schalke das Rennen um die Nummer Eins im Tor gewonnen | Martin Rose/Getty Images
facebooktwitterreddit

Frederik Rönnow wurde von Trainer Manuel Baum zur Nummer Eins des FC Schalke 04 erklärt. Eigentlich sollte er das schon vor zwei Jahren in Frankfurt werden - doch dann kam Kevin Trapp.

Ursprünglich war für Frederik Rönnow bei seiner Ankunft im Sommer 2018 der Stammplatz zwischen den Pfosten von Eintracht Frankfurt vorgesehen. Lukas Hradecky war gerade zu Bayer Leverkusen gewechselt, der Däne wurde daraufhin als dessen Nachfolger verpflichtet. Am letzten Tag der Sommer-Transferperiode bekam er aber die ganze Härte des Geschäfts Fußball zu spüren, als die Eintracht Kevin Trapp von Paris St. Germain zurückholte.

Sportdirektor Bruno Hübner begründete dies mit anhaltenden Knieproblemen Rönnows (der bis dahin aber noch kein Pflichtspiel verpasst hatte), die die SGE zum Nachdenken gebracht hätten. "Wir glauben an seine Qualitäten und sind davon überzeugt, dass er in die Rolle als Nummer eins hineinwachsen wird", sagte Hübner weiter (via Sport1). Schließlich war Trapp auch nur ein Jahr ausgeliehen. Die Chance dazu bekam Rönnow aber nie: Trapp wurde ihm klar vorgezogen und 2019 dann auch fest verpflichtet. Auch seine überzeugenden Leistungen, wenn er dann mal ran durfte, änderten daran nichts.

Rönnow wollte nur eine faire Chance

Wie sehr ihn das Bankdrückerdasein ärgerte, sagte Rönnow im Sommer im Interview mit der FAZ: "Für mich ist es wichtig, eine Einsatzchance zu haben, aber es muss ein gleicher Wettbewerb sein. Zwei Jungs trainieren hart, und der bessere spielt. Dann kann ich akzeptieren, wenn ich auf der Bank sitze. Aber hier habe ich in den zwei Jahren die Erfahrung gemacht, dass es anders ist."

Frederik Roennow
In Frankfurt war für Rönnow kein Vorbeikommen an Kevin Trapp | TF-Images/Getty Images

Kurz vor der Schließung des diesjährigen Transferfensters ergab sich aber eine positive Gelegenheit für den 28-Jährigen: Der FC Schalke 04 suchte nach einem neuen, verlässlichen Stammtorwart, nachdem Alexander Nübel nach München gewechselt war, und traute Rönnow offenbar zu, um diesen Platz gegen Ralf Fährmann zu kämpfen - und mehr wollte er ja auch gar nicht. Die Eintracht bekam im Gegenzug Markus Schubert als neuen Ersatztorwart. Eine Win-Win-Situation.

Auf Schalke endlich die Nummer eins

Es dauerte auch nicht lange, da bekam er auf Schalke seine Chance: Ralf Fährmann verletzte sich bei Rönnows erstem Spiel und der neue Keeper kam in Leipzig zur zweiten Hälfte ins Tor. Von da an hütete er den Kasten der Schalker, lediglich in der ersten Pokalrunde durfte Fährmann wieder ran. Rönnow zeigte aber klar die besseren Leistungen und wurde jetzt endlich zur Nummer eins des FC Schalke erklärt.

Der Wechsel ins Ruhrgebiet hat sich für den dänischen Nationalspieler also ausgezahlt: In Gelsenkirchen bekam er endlich den gewünschten offenen Wettbewerb um die Position zwischen den Pfosten. Mit zwei Jahren Verspätung ist Rönnow jetzt also Stammkeeper in der Bundesliga. Mal sehen, was er aus dieser Gelegenheit macht - Schalke ist bekanntlich nicht das ruhigste Pflaster.

facebooktwitterreddit