Frauen-Bundesliga

Wolfsburg zerlegt die Bayern: Die Noten zum Spitzenspiel

Daniel Holfelder
Svenja Huth leitete mit einem Traumtor den Wolfsburger Sieg ein
Svenja Huth leitete mit einem Traumtor den Wolfsburger Sieg ein / Martin Rose/GettyImages
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Was für eine Machtdemonstration des VfL! Im Spitzenspiel des 19. Spieltags schickt das Team von Tommy Stroot den FC Bayern mit sage und schreibe 6:0 nach Hause. Die Münchnerinnen liefern eine Leistung zum Davonlaufen und werden sich wohl mit der Vizemeisterschaft anfreunden müssen. Drei Runden vor Schluss hat der VfL nun vier Punkte Vorsprung auf den Titelverteidiger.

Tore:
1:0 Huth (8.)
2:0 Wedemeyer (33.)
3:0 Waßmuth (39.)
4:0 Popp (77.)
5:0 Oberdorf (82.)
6:0 Pajor (90.+1)


Noten VfL Wolfsburg:

1. Almuth Schult

Verhinderte mit einer Glanzparade das 1:1 gegen die eigene Mitspielerin Waßmuth (24.). Ansonsten bombensicher bei allen Münchner Abschlussversuchen.

Bewertung: 8/10

2. Joelle Wedemeyer

Erzielte ihr erstes Saisontor (33.). Ließ in der Defensive nichts anbrennen und hatte im zweiten Durchgang Gegenspielerin Klara Bühl fast immer im Griff. Offensiv wäre vielleicht ein Tick mehr drin gewesen.

Bewertung: 8/10

3. Kathrin Hendrich

An der Deutsch-Belgierin gab es kein Vorbeikommen. Ging wie immer keinem Zweikampf aus dem Weg, gewann auch fast jedes Duell. Sinnbildlich ihr Ballgewinn gegen Schüller, als die bayerische Torjägerin wie eine Amateurin wirkte (51.).

Bewertung: 9/10

4. Dominique Janssen (Spielerin des Spiels)

Die VfL-Kapitänin sollte in Zukunft nicht mehr mitspielen dürfen, damit die Gegnerinnen wenigstens eine kleine Chance haben. Gewann wie Nebenfrau Henrichs so gut wie jeden Zweikampf und agierte ungeheuer abgeklärt. Schade, dass sie ihre tolle Leistung nicht mit einem Treffer krönte, zielte aber freistehend aus sieben Metern zehn Meter drüber (85.).

Bewertung: 9/10

5. Felicitas Rauch

Hatte defensiv die Hosen an und schaltete sich ununterbrochen vorne mit ein. Technisch versiert, sauberes Passspiel, unheimlich schnell -der Prototyp der modernen Außenverteidigerin. Starke Standards, bereitete per Ecke das 6:0 vor.

Bewertung: 9/10

6. Lena Oberdorf

Überzeugte wie gewohnt durch zahlreiche Balleroberungen und Zweikampfstärke. Legte das 3:0 für Waßmuth vor und erzielte das 5:0 selbst.

Bewertung: 8/10

7. Alexandra Popp

Vertrat die verletzte Lattwein - und wie! Bereitete Waßmuths Riesenchance zum 2:0 mit großem Einsatz vor (23.). Legte kurz darauf tatsächlich das 2:0 für Wedemeyer auf und erzielte später noch selbst das 4:0. Versuchte kurz vor der Pause einen Schulter-Pass!

Bewertung: 8/10

8. Svenja Huth

Vor dem Spiel hatten wir noch ihre fehlende Torgefahr moniert. Und dann das! Ein absolutes Traumtor zur Führung, zudem die Vorlagengeberin für Waßmuth 2:0, das zu Unrecht aberkannt wurde (26.). Drei Minuten zuvor hatte sie schon Waßmuth Hundertprozentige mit einem genialen Lupfer in den Strafraum eingeleitet (23.)

Bewertung: 8/10

9. Jill Roord

Hatte in der 61. eine gute Chance, als Runarsdottir den Ball nach Ecke fallenließ. Ansonsten blieb die Niederländerin eher blass.

Bewertung: 5/10

10. Sveindis Jonsdottir

Im ersten Durchgang lief fast alles über die Isländerin. Ließ ihre Gegnerinnen ein ums andere Mal wie kleine Schulmädchen aussehen, brachte sich selbst aber häufig um den verdienten Lohn (25./45.+1). Ermöglichte durch ihren weiten Einwurf - das kann sie also auch noch! - das 2:0. Ließ in der zweiten Hälfte deutlich nach.

Bewertung: 8/10

11. Tabea Waßmuth

Vergab kläglich die Riesenchance aufs 2:0 (23.), kurz darauf beinahe mit einem Eigentor (24.). In der 26. war es die schwache Schiedsrichterin Wildfeuer, die ihr das reguläre 2:0 klaute. Das konnte die Ex- Hoffenheimerin natürlich nicht auf sich sitzen lassen und markierte per Traumtor das 3:0.

Bewertung: 8/10

12. Ewa Pajor (ab 59. für Waßmuth)

Als ihr nach langer Verletzungspause das Tor zum 6:0 gelang, brachen bei der Polin alle Dämme. Hatte zuvor schon fast getroffen (86.). Pajor könnte im Saisonendspurt noch eine ganz wichtige Rolle für den VfL einnehmen.

Bewertung: 7/10

13. Rebecka Blomqvist (ab 75. für Jonsdottir)

Nutzte ihre kurze Einsatzzeit, um Popps 4:0 mit einer butterweichen Flanke vorzubereiten. Kann man mal machen.

Ohne Bewertung

14. Lynn Wilms (ab 75. für Roord)

In der kurzen Einsatzzeit ohne nennenswerte Aktion.

Ohne Bewertung

15. Sandra Starke (ab 86. für Oberdorf)

In der kurzen Einsatzzeit ohne nennenswerte Aktion.

Ohne Bewertung

16. Turid Knaak (ab 86. für Huth)

In der kurzen Einsatzzeit ohne nennenswerte Aktion.

Ohne Bewertung


Noten FC Bayern:

1. Janina Leitzig

Erwischte einen rabenschwarzen Tag. Hatte bereits nach zehn Minuten Riesenglück, als sie beim Rauslaufen Waßmuth anschoss und der Ball nur knapp nicht ins Tor prallte. Kam beim 0:2 aus ihrem Kasten, erwischte aber die Kugel nicht. Zwei viel zu kurze Abstöße (20./29.), den dritten führte dann Viggosdottir aus und leitete das 0:3 (39.) ein. Wurde in der Halbzeit ausgewechselt.

Bewertung: 1/10

2. Hanna Glas

Sah gegen Jonsdottir ganz schön alt aus. Offensiv ging bei der Schwedin gar nichts.

Bewertung: 3/10

3. Saki Kumagai

Zum Spiel der Japanerin gehört es, direkte Zweikämpfe zu vermeiden und vor allem auf gutes Stellungsspiel zu setzen. Gegen schwächere Gegner mag das funktionieren, der dominante VfL nutzte die körperlose Spielweise der 31-Jährigen jedoch gnadenlos aus. Wie es richtig geht, zeigten Hendrich und Janssen auf der Gegenseite.

Bewertung: 3/10

4. Glodis Viggosdottir

Jonsdottir spielte mit ihrer Landsfrau Katz und Maus. Aber auch sonst agierte die 26-Jährige schwach und leistete sich immer wieder Unkonzentriertheiten. Zu allem Überfluss führte sie für Leitzig auch noch den Abstoß vor dem 0:3 aus und machte es keinen Deut besser als die Keeperin zuvor.

Bewertung: 2/10

5. Giulia Gwinn

Beim 0:1 nicht entschlossen genug, kurz darauf mit einem gefährlichen Ballverlust gegen Huth (11.). Nach vorne ging bei der Nationalspielerin diesmal gar nichts. Ein gebrauchter Tag, der für die 22-Jährige bereits in der Pause endete.

Bewertung: 3/10

6. Sarah Zadrazil

Nach positivem Corona-Test zurück in der Startelf. Ihre Stärken in puncto Zweikampf und Balleroberung konnte die Österreicherin aber nur selten einbringen. Nach vorne - vorsichtig formuliert - unauffällig.

Bewertung: 3/10

7. Lina Magull

Bemüht, mehr aber auch nicht. Die Kapitänin versuchte, das Spiel zu ordnen und Stabilität ins Mittelfeldzentrum zu bringen, der VfL war aber einfach zu stark. Blieb nach 45 Minuten für Vilhjalmsdottir in der Kabine.

Bewertung: 3/10

8. Carolin Simon

Erneut im Mittelfeld aufgeboten. Anders als gegen Paris konnte die 29-Jährige jedoch kaum Akzente setzen. Ließ sich zumindest nicht hängen und sorgte mit einem ordentlichen Abschluss für ein bisschen Gefahr (72.).

Bewertung: 4/10

9. Klara Bühl

In der ersten Hälfte rechts aufgeboten, wechselte nach der Pause auf den linken Flügel. In der Anfangsphase mit einer schönen Flanke auf Schüller (6.), legte kurz vor Schluss geschickt für Vilhjalmsdottir auf (87.). Ihr Freistoß aus 18 Metern geriet zu zentral (65.)

Bewertung: 5/10

10. Lea Schüller

Musste auf den linken Flügel ausweichen, weil Damnjanovic im Zentrum startete. Setzte sich in der 6.Minute gut im Kopfballduell durch, brachte den Ball aber nicht aufs Tor. Ließ sich in der zweiten Hälfte ein wenig hängen und verlor ihre Zweikämpfe ziemlich kläglich (51./54.).

Bewertung: 3/10

11. Jovana Damnjanovic

Die Serbin durfte nach Corona-Pause von Beginn an ran. Als sie sich nach 15 Minuten fast ohne Gegenwehr von Janssen den Ball abnehmen ließ, musste man schon das Schlimmste befürchten. Im weiteren Verlauf war die bayerische Mittelstürmerin komplett abgemeldet. Nur einmal konnte sie sich gegen Hendrich durchsetzen und hatte Pech, dass ihr Abschluss hauchdünn am rechten Pfosten vorbeistrich (75.).

Bewertung: 3/10

12. Cecilia Runarsdottir (ab 46. für Leitzig)

Als die 18-Jährige die erste Wolfsburger Ecke sicher runterpflückte, schöpften einige Fans ein wenig Hoffnung. Vielleicht würde Runarsdottir tatsächlich für etwas mehr Sicherheit im Münchner Kasten sorgen? Pustekuchen! Schon kurze Zeit später ließ die Isländerin eine VfL-Ecke fallen und hatte Glück, dass nichts Schlimmeres passierte (61.). Beim 0:5 war dieses Glück dann aufgebraucht, die Nummer drei der Bayern klärte das Leder direkt vor die Füße von Oberdorf. Fairerweise muss man aber sagen, dass es für eine 18-Jährige einfachere Aufgaben gibt, als beim Stand von 0:3 in Wolfsburg ins kalte Wasser geworfen zu werden.

Bewertung: 3/10

13. Lineth Beerensteyn (ab 46. für Gwinn)

Die Niederländerin sollte vorne rechts für Betrieb sorgen, Bühl wechselte nach links, Schüller bildete mit Damnjanovic eine Doppelspitze. Man kann es kurz machen: Beerensteyn sorgte nicht für Betrieb.

Bewertung: 3/10

14. Karolina Vilhjalmsdottir (ab 46. für Magull)

Machte es gar nicht so schlecht, konnte aber nicht verhindern, dass die Bayern in der Schlussphase untergingen. Zielte aus guter Position zu zentral (87.). Man hätte sich von der 20-Jährigen noch etwas mehr Mut und Ballkontakte gewünscht.

Bewertung: 5/10

15. Viviane Asseyi (ab 66. für Schüller)

Die Französin blieb vollkommen unsichtbar.

Ohne Bewertung

16. Julia Landenberger (ab 84. für Simon)

Die 18-Jährige "durfte" noch sechs Minütchen mitmischen und wurde Zeugin, wie die Wölfinnen das halbe Dutzend voll machten.

Ohne Bewertung


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