Frankreich hofft auf Titelverteidigung: Diese Weltklasse-Elf fehlt im Finale

Dominik Hager
Benzema und Pogba fehlen den Franzosen im WM-Finale
Benzema und Pogba fehlen den Franzosen im WM-Finale / Mike Hewitt/GettyImages
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Die Les Bleus stehen kurz vor der Verteidigung des WM-Titelgewinns aus dem Jahr 2018. Vor vier Jahren konnten die Franzosen das Team aus Kroatien in einem torreichen Finale mit 4:2 bezwingen. Einige der damaligen Champions sind in Katar nicht mit an Bord. Dies hat mitunter auch damit zu tun, dass zahlreiche Spieler das Turnier verletzungsbedingt verpassen oder es nicht in den Kader geschafft haben. Sehen wir uns an, welche Frankreich-Stars im Finale gegen Argentinien nicht mit dabei sein können, kann einem schon schwindelig werden. Tatsächlich kann man eine Elf aufstellen, die gut und gerne auch Weltmeister werden könnte.


1. TW: Mike Maignan

Mike Maignan
SOPA Images/GettyImages

Maignan musste beim AC Mailand in die großen Fußstapfen von Gianluigi Donarumma treten und zeigte, dass ihm diese keinesfalls zu groß sind. Tatsächlich war der französische Keeper einer der entscheidenden Faktoren für den Gewinn der Meisterschaft 2022. Leider zog sich der 27-Jährige einen Wadenmuskelriss zu und verpasste weite Teile der Hinrunde - wie auch die WM. Der Schlussmann wäre ansonsten wohl der Ersatzmann für Lloris gewesen. Im kommenden Jahr wird Maignan wieder angreifen und hat durchaus die Chance, in absehbarer Zeit die Nummer eins der Les Bleus zu werden.

2. RV: Mohamed Simakan

Mohamed Simakan
Cathrin Mueller/GettyImages

Der Abwehr-Allrounder verpasste den Sprung trotz starker Leistungen bei RB Leipzig knapp. Im Vorfeld hatten französische Medien bereits eine Nominierung angekündigt. Der Youngster hat aber sicherlich die Chance, in den nächsten Turnieren eine größere Rolle zu spielen. Einen wirklichen Dauerbrenner hat Frankreich rechts hinten nicht mehr, seitdem Pavard in Ungnade gefallen ist.

3. RIV: Presnel Kimpembe

Presnel Kimpembe
Quality Sport Images/GettyImages

Presnel Kimpembe ist bei Paris Saint-Germain ein echter Dauerbrenner. Inzwischen hat der 27-Jährige, der einst seine Karriere in der PSG-Jugend startete, 232 Pflichtspiele für seinen Heimatklub absolviert. Der Innenverteidiger bildet normalerweise mit Marquinhos ein Abwehr-Bollwerk, hatte jedoch in diesem Jahr mit vielen Verletzungen zu kämpfen. Demnach blieb ihm auch nichts anderes übrig, als seine Teilnahme abzusagen.

4. LIV: Lucas Hernández

Lucas Hernandez
Marc Atkins/GettyImages

Für Lucas Hernández dauerte die WM gerade mal zwölf Minuten, ehe er sich schwer am Kreuzband verletzte und nun mindestens ein halbes Jahr ausfallen wird. Der Bayern-Star ging eigentlich als Linksverteidiger Nummer eins ins Tunier, wurde aber nach seiner Verletzung hervorragend durch Bruder Théo Hernández ersetzt. Dieser hätte sich mit Sicherheit auch lieber auf einem anderen Wege in die Startelf gekämpft.

5. LV: Ferland Mendy

Ferland Mendy
Quality Sport Images/GettyImages

Nein, Ferland Mendy ist nicht verletzt, nicht suspendiert und auch nicht gesperrt. Tatsächlich ist der Linksverteidiger topfit, hat jedoch keine Einlandung von Didier Deschamps erhalten. Alleine das zeigt ganz eindrucksvoll, welch breites Aufgebot an Spielern Frankreich hat. Wer kann es sich schon leisten, einen Stammspieler von Real Madrid gar nicht erst zu nominieren? Dies dürfte es in den letzten Jahrzehnten nicht so häufig gegeben haben. Mit den Hernández-Brüdern hat/hatte der Frankreich-Coach aber eben auch tolle Alternativen.

6. ZDM: N‘Golo Kanté

N'Golo Kanté
Eurasia Sport Images/GettyImages

N‘Golo Kanté war definitiv eine Schlüsselfigur für den WM-Titel 2018. Der grandiose Kämpfer, Balleroberer und Antreiber gilt als einer der besten Mittelfeldspieler der letzten Jahren und ist äußerst populär. Leider hat der Akteur in dieser Spielzeit mit zahlreichen Verletzungsproblemen zu kämpfen und war daher keine Option für Katar. In der Rückrunde sollten wir den Chelsea-Star aber wieder in Aktion sehen.

7. ZM: Paul Pogba

Paul Pogba
James Williamson - AMA/GettyImages

Zwar konnte Paul Pogba auf Klub-Ebene in den letzten Jahren nicht sonderlich überzeugen, jedoch hob er sich stets seine besten Auftritte für die Les Bleus auf. Der Mittelfeldspieler brillierte all die Jahre mit seiner Power, Technik und Torgefahr. Pogba hatte einen enormen Anteil am WM-Titel 2018 und hätte sicherlich auch in Katar helfen können. Der Juve-Star konnte aufgrund einer Oberschenkelverletzung nicht für den Kader berücksichtigt werden. Seine Erfahrung hätte dem Team sicherlich geholfen.

8. OM: Nabil Fekir

Nabil Fekir
Soccrates Images/GettyImages

Nabil Fekir ist ein Vertreter der aussterbenden Spezie “Klassischer Zehner“. Der technisch geniale und kreative Spieler war in den letzten Jahren sowohl für Olympique Lyon, als auch für Betis Sevilla in der Lage, zahlreiche Tore zu erzielen oder vorzubereiten. Der 29-Jährige konnte in dieser Saison aber nicht ausreichend überzeugen, um den Sprung in den Frankreich-Kader zu schaffen.

9. RA: Moussa Diaby

Moussa Diaby
Bill Barrett/ISI Photos/GettyImages

Moussa Diaby gehört mit seiner Technik. Dribbelstärke und Geschwindigkeit zu den besten Offensivspielern der Bundesliga. Der Leverkusener brillierte in der vergangenen Spielzeit wettbewerbsübergreifend mit 17 Toren und 13 Vorlagen. In der laufenden Saison litt Diaby an der Schwächephase von Leverkusen, erzielte aber trotzdem schon acht Tore und bereitete vier Buden vor. Letztlich war das für Didier Deschamps zu wenig.

10. LA: Christopher Nkunku

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BERTRAND GUAY/GettyImages

Der Leipzig-Star gehört mit 17 Toren und vier Vorlagen europaweit zu den gefährlichsten Spielern der Hinrunde. In der vergangenen Saison brachte es der Franzose auf unfassbare 55 Scorer-Punkte (35 Tore und 20 Vorlagen). Nkunku gehört zu den wenigen absoluten Stars in der Bundesliga und wird diese im Sommer verlassen. Für den Franzosen geht es beim FC Chelsea weiter. Womöglich tröstet ihn der Wechsel ein wenig darüber hinweg, dass er die WM verletzungsbedingt verpasste.

11. ST: Karim Benzema

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FRANCK FIFE/GettyImages

Auch der Ballon d‘Or-Gewinner fehlt den Franzosen im WM-Finale. Benzema verletzte sich unmittelbar vor dem Turnierstart und konnte die Reise nach Katar nicht mitantreten. Das französische Team und Didier Deschamps scheinen den Real-Star aber auch nicht zu vermissen. Der Frankreich-Coach winkte eine Frage zu Benzema zuletzt ziemlich genervt ab. Der Real-Stürmer trainiert inzwischen wieder und könnte beim WM-Finale sogar spielen, da für ihn kein Spieler nachnominiert wurde. Ein Einsatz käme nach seiner Veletzung aber zu früh und das weiß auch Benzema. Der Spieler könnte aber live im Stadion mit dabei sein. Zuletzt gab es darüber Spekulationen. Eine Antwort hierzu werden wir bestimmt bekommen.


The Last Dance in Katar: Die WM-Analyse mit Tobias Escher

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