Frankfurts Glücksgriff: BVB-Leihgabe verzaubert die SGE-Fans

Martin Bytomski
Hat aktuell allen Grund zum Jubeln: SGE-Profi Ansgar Knauff
Hat aktuell allen Grund zum Jubeln: SGE-Profi Ansgar Knauff / Craig Mercer/MB Media/GettyImages
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Er deutete schon bei Borussia Dortmund seine Stärken an. Ansgar Knauff kam in der Bundesliga auf neun Einsätze, alle von der Bank. In der Champions League durfte er in der vergangenen Saison im Viertelfinale im Hin- und Rückspiel gegen Manchester City in der Startelf ran und war die große Überraschung in der Dortmunder Aufstellung. Er machte seine Sache gut, dennoch gelang ihm der Durchbruch beim BVB nicht mit letzter Nachhaltigkeit. Dafür ist er aktuell ein Garant für die hocheuphorische Stimmung rund um Eintracht Frankfurt.


Mit Blick auf die geringen Spielanteile war sein Abgang auf Leihbasis nach Frankfurt im vergangenen Winter nur folgerichtig. "Ansgar ist ein Talent aus dem eigenen Nachwuchs, das schon viel mitbringt. Er ist mit dem Wunsch auf uns zugekommen, im Rahmen einer Leihe mehr Spielpraxis sammeln zu können. Diese Chance möchten wir ihm bieten, um sich auf hohem Niveau weiterzuentwickeln. Wir wünschen Ansgar den größtmöglichen Erfolg, werden im engen Austausch bleiben und seine Spiele genau verfolgen", meinte Sebastian Kehl auf bvb.de zu dem Transfer auf Zeit.

Schon nach den ersten rund fünf Monaten zeichnet sich ab: Der Wechsel war für alle Seiten ein perfekter Deal. Dabei nahm sich Knauff durchaus Zeit, um das Für und Wider abzuwägen. "Ich habe mit dem Verein, meinem Berater und meiner Familie alles durchgesprochen, es war kein einfacher Schritt, aber jetzt bin ich einfach nur dankbar, das hier alles erleben zu dürfen", wird Knauff in der hessenschau zitiert.

Magische Nächte in Frankfurt

Damit er den "nicht einfachen Schritt" geht, wurde dem 20-Jährigen von "magischen Nächten mit der Eintracht in der Europa League" vorgeschwärmt. Es waren keine leeren Versprechungen: "Ich konnte mir das erst nicht so richtig vorstellen, doch jetzt habe ich selbst erlebt, welche Kraft dieses Stadion und diese Fans freisetzen können." Möglich ist das zwar auch bei seinem Ex-Klub in Dortmund, doch die Euphorie, die Einheit zwischen Fans und Mannschaft, ist beim schwarzgelben Ruhrgebietsklub aktuell nicht gegeben. Die großen Gänsehautmomente gehen in dieser Saison rund 250 Kilometer weiter südlich über die Bühne.

Und Knauff ist nicht nur mittendrin, sondern ein entscheidender Faktor für den fast schon rauschhaften Flug der SGE-Adler durch Europa. Letzter Stopp: Sevilla. Im Europa-League-Finale geht es gegen die Glasgow Rangers, die unter anderem Knauffs Ex-Klub Borussia Dortmund rausgekegelten. Jetzt sinnt Knauff, dem in Dormund durchaus eine hohe Identifikation mit dem BVB nachgesagt wird, auf Rache: "Durch ihren Sieg gegen Dortmund habe ich noch mehr Motivation. Ich werde alles geben, dass sie uns eben nicht schlagen.“"

So wird der Sohn einer Deutschen und eines Ghanaers wieder die rechte Schiene zwischen Defensive und Angriff bearbeiten. Giftig in der Verteidigung, brutal schnell im Angriff. Ohnehin ist die Schnelligkeit Knauffs größte Waffe. Zwar ist er auch ein stabiler Zweikämpfer, verfügt über ein gutes Dribbling und durchdringt die Vorstellungen von Frankfurt-Trainer Oliver Glasner, wie auch SGE-Sportvorstand Markus Krösche gegenüber dem kicker unterstreicht: "Ansgar ist jemand, der zuhört, der Dinge schnell annimmt und versucht, Hinweise schnell umzusetzen. Das ist ein großer Faktor, dass er sich so schnell entwickelt hat."

Geschwindigkeit als Alleinstellungsmerkmal

Doch Knauffs Alleinstellungsmerkmal ist seine Geschwindigkeit. Damit lässt er die Gegner stehen und verzaubert die Frankfurter Frans Krösche: "Dass er gewisse Fähigkeiten hat, vor allem seine Geschwindigkeit und sein Mut in Eins-gegen-Eins-Situationen, das wussten wir. Es war nicht zu erwarten, dass er schon direkt so stabil ist."

Eine weitere Fähigkeit ist die Schnörkellosigkeit des gebürtigen Göttingers. Seine Aktionen sind stets gradlinig – egal, ob mit oder gegen den Ball. Bestens zu sehen bei seinem donnernden Schuss zum 1:0 im Europa-League-Hinspiel gegen den FC Barcelona. "Auch im Finale werde ich mir einfach meine Abschlüsse nehmen, irgendeiner wird schon reinrutschen", meint Knauff lässig.

Auf diese Unbekümmertheit werden die Frankfurter auch in der kommenden Saison setzen können. Das Leihgeschäft ist auf anderthalb Jahre ausgelegt. Das bringt Knauff, Frankfurt und Dortmund Entwicklungs- und Planungssicherheit. So lange kann Knauff weiter die SGE-Anhänger mit seinem Tempoläufen beeindrucken.


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