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Frankfurt-Fans erobern Camp Nou - Barça-Boss Laporta: "Ich schäme mich"

Jan Kupitz
Frankfurt-Fans haben das Camp Nou eingenommen
Frankfurt-Fans haben das Camp Nou eingenommen / Eric Alonso/GettyImages
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Eintracht Frankfurt hat am Donnerstagabend einen geschichtsträchtigen Abend erlebt, bei dem die SGE-Fans eine entscheidende Rolle gespielt haben. Auf Seiten des FC Barcelona schämte man sich nach Abpfiff, dass das eigene Stadion eingenommen wurde.



Schon lange vor dem Anpfiff der Partie Barça vs Frankfurt war das Camp Nou fest in den Händen der SGE. Laut Schätzungen waren letztlich um die 30.000 Eintracht-Anhänger im Stadion, die die Tribünen in eine weiße Wand hüllten und Lärm für 100.000 Leute machten.

Barça-Keeper Marc-André ter Stegen muss sich beispielsweise wie im falschen Film vorgekommen sein, als er sich vor der Partie zum Aufwärmen begab: Im eigenen Stadion wurde er von den Auswärtsfans lauthals ausgepfiffen - die heimischen Culés hatten dem Support der Hessen nichts entgegenzusetzen.

Während der Partie peitschten die SGE-Fans ihre Mannschaft derart nach vorn, dass sie nicht nur als 12., sondern direkt auch als 13. Mann fungierten und am 3:2-Erfolg ihres Teams maßgeblichen Anteil hatten.

Die Katalanen zeigten sich ob der Kulisse der Eintracht irritiert und fassungslos, so dass der harte Kern der Fans zur Halbzeit aus Protest verschwand und erst zur 55. Minute auf die Tribünen zurückkehrte. Viele in Barcelona fragten sich, wie es dazu kommen konnte, dass Barça im ehrfürchtigen Camp Nou plötzlich ein Auswärtsspiel hatte.

Nicht nur den Fans, sondern insbesondere auch den Verantwortlichen standen zahlreiche Fragezeichen ins Gesicht geschrieben, als sie die immense Kulisse der Eintracht-Anhänger bestaunten. "Es ist eine Schande, was da passiert ist", nahm Klubboss Joan Laporta nach Anpfiff kein Blatt vor den Mund. "Ich schäme mich! Was im Camp Nou passiert ist, darf sich nicht noch einmal so ereignen."

Sein Chefcoach Xavi ergänzte: "Die Atmosphäre hat eindeutig nicht geholfen. Der Verein untersucht nun, warum das passiert ist. Die Spieler wollen auch wissen, warum. Es war eine klare Fehlkalkulation unsererseits. So etwas darf nicht passieren. Es war eher wie ein Endspiel, bei dem das Stadion geteilt war."

Obwohl das Heim- plötzlich zum Auswärtsspiel geworden war, suchte Xavi aber dennoch die Gründe für das Ausscheiden bei seiner Mannschaft. "Die Atmosphäre ist keine Entschuldigung", stellte der Coach klar. "Das Problem ist ein fußballerisches. Wir haben zu viele Fehler gemacht. Wir haben bei allen drei Toren Fehler gemacht, und wir müssen auf uns selbst schauen. Wir haben nicht gut gespielt. Deshalb sind wir raus."

SGE-Boss Axel Hellmann meinte zur Thematik süffisant, dass die Eintrachtler nun mal "am kreativsten" seien, "sich auf allen Wegen Tickets zu besorgen. Das war so und wird immer so sein."

Als Verein konnte man den Aufmarsch der Anhänger im Voraus "nicht erkennen", denn: "Es war so, dass unsere Fans über alle Kanäle Tickets besorgt haben, bis kurz vor dem Spiel."


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