FC Bayern feuert Toni Tapalovic - Was bedeutet das Aus für Manuel Neuer?

Dominik Hager
Die Entlassung von Tapalovic wird auch Auswirkungen auf Manuel Neuer haben
Die Entlassung von Tapalovic wird auch Auswirkungen auf Manuel Neuer haben / Stefan Matzke - sampics/GettyImages
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Manuel Neuer hat zum Wochenbeginn eine erneute Hiobsbotschaft hinnehmen müssen. Sein langjähriger Torwart-Trainer und Freund Toni Tapalovic wurde vom FC Bayern vor die Tür gesetzt. Doch was genau bedeutet das jetzt für den verletzten Kapitän?


Hat der FC Bayern Manuel Neuer bereits abgeschrieben? Die Entlassung von Torwart-Trainer Toni Tapalovic kann als Affront gegen die langjährige Nummer eins betrachtet werden. Beide bildeten elfeinhalb Jahre ein echtes Dreamteam.

Für Manuel Neuer war die Zusammenarbeit mit Tapalovic und der stets loyalen Nummer zwei, Sven Ulreich, eine echte Wohlfühl-Oase. Nachdem bereits Yann Sommer in diese eingedrungen war, kann man durch die Tapalovic-Entlassung von einer kompletten Zerstörung dieser sprechen.

Es ist naheliegend, dass der FC Bayern nicht mehr zu 100 Prozent an den Kapitän glaubt. Selbst wenn Hasan Salihamidzic, Julian Nagelsmann, Oliver Kahn und jüngst auch Uli Hoeneß positiv über Neuer gesprochen haben, sprechen Taten nun einmal mehr als Worte. Es gibt seit Wochen Gerüchte über die Schwere der Verletzung des Spitzentorhüters und immer mehr beschleicht einen das Gefühl, dass ein Comeback in der Vorbereitung auf die Saison 2023/24 eher utopisch ist. Die Tapalovic-Entlassung ist dabei nur eines von mehreren Indizien.

Darum ist die Tapalovic-Entlassung verständlich

So überraschend die Entscheidung des Vereins auch sein mag, ist sie doch auch irgendwo verständlich. Immerhin berichtete Alexander Nübel im ZDF-Sportstudio, dass es praktisch keinen Austausch mit dem Torwart-Trainer gab, seitdem die Leihe nach Monaco läuft. Dies bringt aber der Job von Tapalovic absolut mit. Nübel ist vertraglich an den FC Bayern gebunden und soll eines Tages im Idealfall die Nummer eins werden. Demnach müsste es eine Selbstverständlichkeit sein, dass Austausch stattfindet.

Ein weiterer interner Kritikpunkt an Tapalovic soll gewesen sein, dass er die jungen Torhüter nicht ausreichend gefördert hat. Unter anderem hat ein Christian Früchtl nie die Entwicklung genommen, die man sich erhofft hatte. Der 22-Jährige bedankte sich allerdings via Instagram für alles, was Tapalovic getan habe.

Bilanzierend könnte man dennoch sagen, dass Tapalovic auch die Bezeichnung "Neuer-Privattrainer im Dienste des FC Bayern" verdient gehabt hätte und nur in zweiter Linie Bayerns Torwart-Trainer war. Zwar kam Ulreich mit dem 42-Jährigen gut klar, hat aber auch nie Ambitionen mitgebracht, Neuer als Nummer eins abzulösen.

Bei Yann Sommer ist die Sachlage anders. Dieser ist eine Gefahr für Neuer. Im Gegensatz zu Nübel ist er das nicht erst in der Zukunft, sondern bereits in der Gegenwart. Es wäre wohl absolut unmöglich gewesen, einen unparteiischen Tapalovic anzutreffen, wenn Sommer und Neuer in der kommenden Saison um die Nummer eins wetteifern. Dies kann man tatsächlich auch nicht erwarten, da der Kroate sogar Trauzeuge von Neuer war. Die Bindung zwischen den beiden ist einfach zu eng, um ein rein professionelles und faires Arbeitsverhältnis gewährleisten zu können.

Neue Zeitrechnung für Neuer: Nun ist Kampfgeist gefragt

Mit der Entlassung von Tapalovic ist klar, dass im Bayern-Tor eine neue Zeitrechnung angebrochen ist. Die Zeit des gesetzten Manuel Neuers ist vorbei. Der Kapitän muss nach seiner Verletzung den Konkurrenzkampf annehmen und mindestens auf Augenhöhe zu Sommer agieren. Nur auf diese Art und Weise kann er erneut zur Nummer eins aufsteigen. Der Weg für Neuer ist deutlich steiniger und beschwerlicher geworden, als er dies vielleicht selbst erwartet hatte. Nun wird er in das kalte Haifischbecken geworfen, das der FC Bayern ohne seine private Wohlfühl-Oase eben ist.

Natürlich kann man aber auch die Hoffnung haben, dass Neuer dies zusätzlich pusht. Je mehr Leute den 36-Jährigen abschreiben und je mehr Entscheidungen gegen ihn getroffen werden, desto mehr wird er darauf brennen, ein gewaltiges Comeback zu geben.

Letztlich liegt es dann aber an Julian Nagelsmann, ob er Neuer wieder aufstellt oder nicht. Selbstredend kann man sich Gedanken darüber machen, wie gut das Verhältnis zwischen den beiden noch ist. Die Tapalovic-Entlassung soll ja insbesondere wegen Unstimmigkeiten zwischen dem Bayern-Coach und dem Torwart-Trainer geschehen sein. Klar scheint aber auch: Wäre Neuer fit, hätte diese Entlassung nie stattgefunden.

Tapalovic hat via Instagram Bilder von sämtlichen Bayern-Trainern gezeigt, abgesehen von Nagelsmann. Neuer quittierte den Post mit einem Like. Mit Likes muss man immer vorsichtig umgehen, jedoch ist absolut naheliegend, dass Neuer die Entlassung von Tapalovic auch Nagelsmann anlastet und davon nicht ganz so begeistert ist. Wie harmonisch die Zusammenarbeit nun noch sein kann, bleibt abzuwarten. Es verheißt jedenfalls nichts Gutes, wenn irgendetwas zwischen dem Trainer und seinem Kapitän steht. Inzwischen gibt es viele Gründe, die dafür sprechen, dass Neuer ein eher unwürdiges Karriereende droht.

Bleibt nur zu hoffen, dass es nicht bald ein Interview mit Piers Morgan gibt.


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