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FC Bayern: Thomas Müller über seine Führungsrolle und die Champions League-Titelverteidigung

Thomas Muller
Vom Notnagel zum Leistungsträger: Am zweiten Triple der Vereinsgeschichte hat Thomas Müller einen großen Anteil | Pool/Getty Images

Unter Hansi Flick ist Thomas Müller nicht mehr aus der Startformation des FC Bayern wegzudenken. Der ehemalige deutsche Nationalspieler hat sich in den vergangenen zehn Monaten vom Bankdrücker zum Vorlagengeber Nummer eins entwickelt und spricht im Interview mit Sport Bild von der "dominantesten Rolle" während seiner gesamten Bayern-Zeit.

Gefühlt spielt Thomas Müller schon eine Ewigkeit für den FC Bayern. Im August 2008 feierte der damals 18-Jährige beim 2:2-Remis gegen den Hamburger SV sein Bundesliga-Debüt, noch in derselben Saison erzielte er beim 7:1-Sieg über Sporting Lissabon im Achtelfinale der Champions League sein erstes Profi-Tor. Wenige Monate später machte Louis van Gaal den damaligen Youngster zum Stammspieler - und zehn Jahre später ist Müller neunfacher deutscher Meister, sechsfacher DFB-Pokalsieger, zweifacher Champions-League-Sieger und Weltmeister.

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Aus Thomas Müller ist nicht nur ein Titelsammler, sondern auch ein Führungsspieler geworden | DeFodi Images/Getty Images

In seinen Anfangsjahren galt Müller noch als Spaßvogel, mit nunmehr 30 Jahren hat er aber eine andere Rolle eingenommen. Während der Geisterspiele war Müller lauthals über die Außenmikrofone der TV-Sender zu hören, über 90 Minuten gibt er konsequent Anweisungen an seine Mitspieler. Er ist unter Flick ein Führungsspieler geworden, der nicht mehr nur dabei ist, sondern vorangeht. "Auf jeden Fall habe ich meine dominanteste Rolle, seit ich bei Bayern spiele", sagt Müller gegenüber Sport Bild. "Bei meinem ersten Triple 2013 war ich ja noch in meinen jungen Jahren. Aber für eine Führungsrolle, wie ich sie zuletzt ausüben durfte, ist es wichtig, dass dir der Trainer sein Vertrauen ausspricht. Das hat Hansi Flick getan."

Müller: Flicks Spielstil hat "neue Maßstäbe" gesetzt

Die Mannschaft komme "wirklich gut mit ihm zurecht", sagt Müller über Flick, der das Traineramt nach der Entlassung von Niko Kovac im November übernommen hatte. Der 55-Jährige sei "ein Mensch, der bei Ansprachen nicht nur die richtigen Worte findet, sondern auch ein Gespür hat, wie er den Ton trifft, der die Spieler mitnimmt". Auch habe er mit seiner Spielidee "neue Maßstäbe" gesetzt: "Gerade in der Corona-­Pause haben wir im physischen und im läuferischen Bereich sehr hart gearbeitet, auch im Cyber-Training. Unser Spiel ist tatsächlich dadurch noch körperlicher geworden und hat eine Power bekommen, die sicher für unseren Stil steht."

"Wenn die Champions League wieder losgeht, werden wir alles dafür tun, sie zu verteidigen"

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Weg vom Ballbesitzfußball und hin zum Power-Pressing, das den Spielaufbau des Gegners im Keim erstickt - belohnt haben sich die Bayern für diesen Paradigmenwechsel mit dem zweiten Triple der Vereinsgeschichte. Diesen Triumph will Müller im Urlaub erst einmal sacken lassen, zur neuen Saison werde die Mannschaft aber wieder in den Angriffsmodus übergehen: "Wer mich und diese Mannschaft kennt, sollte wissen, wie es um unseren Hunger bestellt ist", warnt er die Konkurrenz schon einmal vor. "Wir wollen immer alles gewinnen. Wenn die Champions League wieder losgeht, werden wir alles dafür tun, sie zu verteidigen und den Henkelpott ein weiteres Mal nach München zu holen."