Bundesliga

FC Bayern von Studie degradiert: BVB ist der beste Verein in Deutschland

Dominik Hager
Hasan Salihamidzic, Sebastian Kehl
Hasan Salihamidzic, Sebastian Kehl / Boris Streubel/GettyImages
facebooktwitterreddit

Bayern-Fans müssen jetzt ganz stark sein. Borussia Dortmund ist der beste Klub in Deutschland. Dies besagt zumindest eine Studie von Wirtschaftsexperten der Handelshochschule Leipzig, die neben den sportlichen Kriterien auch Aspekte wie Nachhaltigkeit, Finanzen, Fanwohl und Governance einschließt.


Das Thema "Nachhaltigkeit" ist ein Aspekt, bei dem die Bundesliga-Klubs im Vergleich zu den Vereinen aus anderen Ländern häufig besser aufgestellt sind. Die Corona-Pandemie hat den einen oder anderen Verein trotzdem in enorme Schieflage gebracht, weshalb das Thema aktuell ist wie nie.

Aus diesem Grund veranstaltete die DFL kürzlich ein großes Nachhaltigkeitsforum in Berlin. "Die langfristige Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität der Liga und ihrer Klubs wird maßgeblich dadurch bestimmt, wie nachhaltig die Klubs das Geschäftsmodell Profifußball optimieren und strategische Investoren an sich binden können", mutmaßt Prof. Henning Zülch.

Studie besagt: Borussia Dortmund ist der beste Verein

Zülch und sein Team der HHL Leipzig haben nun schon zum sechsten Mal die Management-Qualität in der Bundesliga analysiert und daraus den sogenannten "FoMa-Q-Score" entwickelt. Dabei geht es neben dem zentralen Punkt, der Nachhaltigkeit, auch um die Felder "sportlicher Erfolg", "finanzielle Leistungsfähigkeit", "Fanwohlmaximierung" sowie "Führung und Governance".

Geht man all das Punkt für Punkt durch, verfällt man direkt in den Glauben, dass der FC Bayern natürlich an der Spitze stehen muss. Dem ist allerdings nicht so. An der Spitze thront der schwarz-gelbe Rivale Borussia Dortmund. Als Grund dafür wird angegeben, dass der BVB in Sachen Nachhaltigkeit eine Vorreiterrolle eingenommen hat.

Zudem sei der Klub bei der Fanwohlsein-Maximierung Spitzenklasse. Dies lässt sich anhand der Mitgliederentwicklung ablesen. Während der FC Bayern zuletzt bei ca. 293.000 Mitgliedern stagnierte, verzeichneten die Westfahlen einen Zuwachs von 3.000 Personen auf insgesamt 157.000 Mitgliedern. In die Karten spielte den Dortmundern zudem die transparente Struktur als börsenorientierte Kapitalgesellschaft auf Aktien. Im Vergleich zu anderen Vereinen muss beispielsweise auch bekanntgegeben werden, wie teuer ein Spielereinkauf war.

FC Bayern auf Rang zwei: Leipzig in der Kritik

Auf dem ungeliebten zweiten Rang findet sich dann der FC Bayern wieder, dessen Trumpfkarte natürlich die in Deutschland unerreichten sportlichen Erfolge sind. Positiv wurde den Münchnern angerechnet, dass auch junge Talente hier zuletzt Zugang zur ersten Elf erhielten. Dabei dienen Musiala und Davies als perfekte Beispiele. Auch in Sachen finanzielle Leistungskraft erhielten die Münchner die Note "gut bis sehr gut", jedoch hat diese im Vergleich zum Vorjahr gelitten. Die Verschlechterung betraf die Bereiche "Wage Efficiency" (Gehaltseffizienz) und Internationalisierung.

Weniger gut wie zuletzt kam im Übrigen RB Leipzig weg. Die Studie bemängelte, dass die "Spielerentwicklung den sonst sehr guten sportlichen Erfolg des Klubs trübt". Inzwischen wird weniger auf junge Talente (Moriba und Borobbey wurden links liegen gelassen und auch aus dem eigenen Nachwuchs kommen keine Spieler hoch) und stattdessen auf fertige Spieler gesetzt. Transfers wie jene von Schlager, Henrichs oder Silva wurden als Beweis angeführt.

Freiburg und Frankfurt machen Sprung nach vorne

Alles in allem bescheinigte die Studie der Bundesliga einen Zuwachs an Professionalität. Als Gewinner im Vergleich zur Vorsaison werden Europa-League-Sieger Eintracht Frankfurt und DFB-Pokal-Finalist SC Freiburg genannt. Die Breisgauer haben ein enormes Umsatzplus und einen Zugewinn an Fans zu verzeichnen, während sich Frankfurt aufgrund seiner guten strukturellen Aufstellung hinter den Bayern, Dortmund und Leipzig etabliert. "Dies betrifft die Marke, die Internationalisierungsstrategie, die Kommunikationspolitik, die Governance-Strukturen aber auch das Transparentverhalten", so Prof. Zülch.

Die Studie liefert sicherlich interessante Einblicke, letztlich spricht jedoch das Geschehen auf dem Platz mehr Fakten aus, als es eine Studie könnte. Solange der FC Bayern den Nummer-1-Status in der Tabelle hat, dürfte ihm die Studie nicht mal ein kleiner Dorn im Auge sein.

facebooktwitterreddit