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Diese 5 Probleme drohen dem FC Bayern 2022/23

Dominik Hager
Die neuen Bayern verbreiten Angst und Schrecken: Probleme sind aber vorprogrammiert.
Die neuen Bayern verbreiten Angst und Schrecken: Probleme sind aber vorprogrammiert. / Stefan Matzke - sampics/GettyImages
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Der FC Bayern hat im Sommer schon einige starke Transfers eingetütet. Matthijs de Ligt, Noussair Mazraoui, Ryan Gravenberch und Sadio Mané sollten die Münchner allesamt verstärken können. Kann man nun aber auch schon sorgenbefreit in die neue Saison gehen? Nein - auch beim FC Bayern drohen an einigen Ecken und Enden noch größere Probleme.


1. Rechte Innenverteidiger-Position überlastet: Es droht Ärger

Matthijs De Ligt
James Williamson - AMA/GettyImages

Personell ist die Bayern-Abwehr auf jeder Position richtig gut aufgestellt, da gibt es wenig zu kritisieren. Matthijs de Ligt ist zudem die Antwort auf den bis dato fehlenden Führungsspieler in der Innenverteidigung.

Seine Verpflichtung bringt jedoch auch Probleme mit sich. Während Lucas Hernández als einziger Linksfuß sehr gute Karten auf einen Stammplatz hat, droht auf rechts Unzufriedenheit pur. Es ist davon auszugehen, dass Matthijs de Ligt praktisch gesetzt ist, anders kann man einen so teuren Transfer nicht erklären.

Upamecano wird daher jedoch zum Ergänzungsspieler und auch Pavard, der eigentlich in der Innenverteidigung ran möchte, wäre eher wieder ein Kandidat für die rechte Abwehrseite. Die Talente Tanguy Nianzou und Chris Richards werden keine Chance im Positionskampf haben und den Verein wohl verlassen. Es sei denn, es geht mit Pavard oder Upamecano doch noch ein größerer Name. In beiden Fällen sprechen aber viele Punkte dagegen. Lange Gesichter in der Viererkette lassen sich nicht vermeiden.

2. Goretzka (schon wieder) verletzt: Alternativen mit Fragezeichen versehen

Leon Goretzka
Alexander Hassenstein/GettyImages

Leon Goretzka entwickelt sich beim FC Bayern immer mehr zum Problemfall. Die Ausfallzeiten des zentralen Mittelfeldspielers werden immer länger und häufiger. Sein Körper macht sichtlich Probleme, was insbesondere für einen Spieler, der hauptsächlich über Physis und Athletik und weniger über Technik und Kreativität kommt, schon ein größeres Problem darstellt.

Demnach muss man sich schon die Frage stellen, ob Goretzka den Bayern auf Dauer das bringen kann, was man sich vorstellt. Immerhin nimmt man in Kauf, dass mit Goretzka im Mittelfeld ein Spieler auf dem Feld steht, der im Passspiel maximal Bundesliga-Durchschnitt ist. Kann er dann seine Stärken im athletischen Bereich und in Sachen Torgefahr nicht ausspielen, wird es schnell eng.

Natürlich könnte ein Jamal Musiala auch auf der Acht spielen, jedoch wäre die Kombi Kimmich & Musiala ein Stück weit zu offensiv und nur mit Dreierkette darstellbar (was wohl nicht angedacht ist). Marcel Sabitzer hingegen ist in allen Bereichen zu schwach, um Goretzka zu ersetzen.

Bliebe also die Last bei Ryan Gravenberch. Der junge Holländer ist von Beginn an angehalten, zu liefern und ist der Spieler, der Leon Goretzka zu Saisonbeginn (und vielleicht auch länger) ersetzen muss. Insbesondere defensiv wird er sich mächtig ins Zeug legen müssen, um das Mittelfeld im Verbund mit Kimmich zusammenzuhalten. Zuzutrauen ist es dem Spieler zwar, eine Garantie hat man aber nicht.

3. Bankrolle droht: Sehen wir einen Bocklos-Sané?

Leroy Sane
Matthias Hangst/GettyImages

Leroy Sané war bereits in der vergangenen Rückrunde ein Problemfall für den FC Bayern. Der Offensivspieler wirkte häufig verunsichert und mitunter auch lustlos und unmotiviert. Durch die Verpflichtung von Sadio Mané wird es für den deutschen Nationalspieler ungleich schwerer mit einem Stammplatz.

Demnach läuft der FCB durchaus Gefahr, einen unzufriedenen und noch verunsicherteren Sané im Kader zu haben. Legt dieser dann auch noch seine Bocklos-Mentalität an den Tag, könnte dies negative Auswirkungen auf die gesamte Mannschaft haben. Dabei wäre der 26-Jährige noch immer ein Spieler, der das Offensivspiel der Münchner in Top-Form enorm bereichern könnte.

4. Müller der große Verlierer des Lewandowski-Abgangs?

Thomas Mueller
Stefan Matzke - sampics/GettyImages

Nicht wenige glauben, dass Thomas Müller nach dem Abgang von Robert Lewandowski noch mehr zur Geltung kommen wird und vor allem mehr Tore macht. Gewaltige Zweifel an dieser These sind jedoch gestattet. Thomas Müller ist ein Spieler, der sein ganzes Können dann abruft, wenn er mit einem klassischen Neuner zusammen auf dem Feld steht, der im Idealfall kopfball- und spielstark ist.

Mit Robert Lewandowski hat Müller perfekt harmoniert, selbst wenn die Aufgabenverteilung in Sachen Tore und Assists relativ klar war. Früher hat der Raumdeuter auch mit Miroslav Klose in der Nationalmannschaft sehr gut zusammengespielt. Seit dessen Ende im Nationalteam 2014 kommt von Müller dort aber deutlich weniger. Dies ist kein Zufall und eben der Tatsache begründet, dass in den weiteren Jahren meist mit "Falscher Neun" vorne agiert wurde.

Für Müller passt eine echte Neun aber wesentlich besser. Eine sehr unterschätzte Fähigkeit des 32-Jährigen sind nämlich seine Flanken. Bei einem kopfballstarken Spieler wie Lewandowski in der Mitte sind diese eine echte Waffe. Zudem ist Müller stark darin, Lücken für einen Strafraumspieler zu reißen sowie direkte Anspiele in die Gefahrenzone zu liefern.

Was dem Bayern-Urgestein hingegen weniger taugt, ist, wenn die Offensive zu sehr auf Geschwindigkeit, schnelle Gegenzüge und Eins-gegen-Eins-Aktionen ausgerichtet ist. In einer Offensive mit Mané, Coman, Gnabry und Sané könnte sich Müller verlieren, weil Speed mehr gefragt ist und kein klarer Zielspieler mehr im Strafraum lauert.

Wird Müller zum großen Verlierer bei den Bayern? Es ist durchaus denkbar und hätte negative Konsequenzen für das ganze Team.

5. 35-40 Lewandowski-Tore fehlen: Kein direkter Ersatz in Sicht

Robert Lewandowski
Alexander Hassenstein/GettyImages

Die zahlreichen Tore von Robert Lewandowski werden fehlen, daran besteht überhaupt kein Zweifel. Sadio Mané ist zwar ein prächtiger Offensivspieler, aber kein richtiger Mittelstürmer. Dieser fehlt den Münchnern fortan - zumindest einer von Weltklasse-Format.

Die Bayern hatten in all den Jahren immer richtige Mittelstürmer mit Tor-Garantie vorne drin. Ob das Offensivspiel mit "Falscher Neun" funktionieren kann, muss angezweifelt werden. Zu häufig fehlen zwingende Chancen und Tore, wenn der Gegner hinten dicht macht und es keinen Abnehmer für hohe Bälle oder Flanken gibt. Die Nationalmannschaft merkt beispielsweise seit Jahren, dass das Offensivspiel ohne echtem Stürmer in vielen Matches nicht so richtig zündet. Daran waren mit Sané, Gnabry und Müller unter anderem auch drei Bayern-Spieler beteiligt, was die Sorgen nur noch größer werden lässt.

Die gesamte Offensivreihe hat eben weniger Platz, wenn vor dem Tor ein Knipser fehlt, der die Verteidigung auf sich zieht. Die Münchner treiben ein riskantes Spiel, wenn kein Mittelstürmer von internationaler Klasse gefunden wird. Zirkzee hätte womöglich das Potenzial, in eine solche Rolle hineinzuwachsen, jedoch scheint der FCB nicht auf den jungen Holländer zu setzen. Der Lewandowski-Abgang könnte sich als größere Schwächung erweisen, als man sich es vorstellt oder bereit ist zuzugeben.


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