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Bayern München

FC Bayern ohne Kandidaten für hinten rechts: Setzt Nagelsmann auf die Jugend?

Dominik Hager
Justin Che könnte beim FC Bayern eine große Zukunft haben. Doch zunächst geht seine Reise zurück in die USA.
Justin Che könnte beim FC Bayern eine große Zukunft haben. Doch zunächst geht seine Reise zurück in die USA. / Alexander Hassenstein/Getty Images
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Zuletzt ließen Medienberichte noch vermuten, dass der FC Bayern der Suche nach einem neuen Rechtsverteidiger oberste Priorität zugeschoben hat. Sollte Julian Nagelsmann mit einer Dreierkette auflaufen, würde es schließlich einen offensiv ausgerichteten Außenverteidiger für die Rolle des Schienenspielers benötigen. Dabei soll Denzel Dumfries bei den Münchnern im Gespräch gewesen sein. Allerdings möchte der Klub wohl ohne Sarr-Verkauf keine 15 Millionen Euro in die Hand nehmen.


Etwas undurchsichtig ist es schon, wie der FC Bayern auf der rechten Abwehrseite plant. Aktuell scheint vieles möglich, aber wenig wahrscheinlich zu sein. Theoretisch könnte ein Offensivspieler, wie Serge Gnabry, als rechter Schienenspieler auflaufen, wohingegen auch Mittelfeldspieler Corentin Tolisso oder der eigentlich abgeschriebene Bouna Sarr eine Rolle spielen könnten.

Möglicherweise plant Julian Nagelsmann aber auch gar nicht mit seiner Lieblings-Formation und belässt es bei einer Viererkette. In diesem Szenario müssten die Münchner gar nicht mehr aktiv werden. Derzeit tut sich auf dem Transfermarkt jedenfalls nichts.

Sport-1-Redakteur Florian Plettenberg berichtet in seinem Podcast "Meine Bayern-Woche", dass die Bayern kein konkretes Ziel für die Rechtsverteidigung ausgemacht haben. Zunächst müsse der Verein mithilfe von Verkäufen Geld generieren, um nochmals aktiv werden zu können.

Trotz Rückkehr nach Amerika: Justin Che soll in München eine Zukunft haben

Sollte kaum oder wenig Geld durch Verkäufe generiert werden, wäre Julian Nagelsmann nicht Julian Nagelsmann, wenn er nicht schon erstaunliche Alternativen im Blick hätte. Plettenberg berichtet, dass der neue Bayern-Coach bereits zwei Talente im Blick hat, die in diese Rolle reinwachsen könnten.

Interessanterweise spielt einer davon derzeit nicht mal bei den Bayern. Der 17-jährige Justin Che verbrachte zuletzt mehrere Monate in München und kickte von Februar bis Juni für Bayern II (acht Spiele). "Justin ist ein talentierter junger Bursche und wir erwarten, dass er eine erfolgreiche Karriere hinlegen wird", zitierte die Washington Post Campus-Leiter Jochen Sauer.

Allerdings wurde es mit einer festen Verpflichtung nichts, zumal der FC Dallas das Talent nicht freigeben will. Noch ist Che bis Dezember 2023 an den amerikanischen Klub gebunden. Plettenberg rechnet jedoch im Winter mit einem erneuten Versuch der Münchner. Da die Bayern eine Kooperation mit Dallas pflegen, kann ein Transfer früher oder später auch als wahrscheinlich erachtet werden.

Der Youngster käme als gelernter Innenverteidiger aber wohl nur in einer Viererkette infrage, wenngleich er noch nicht zu alt für eine Umschulung wäre. Überzeugt scheint man vom jungen US-Boy jedenfalls zu sein.

Wird Christopher Scott die Bayern-Überraschung unter Nagelsmann?

Christopher Scott
Der neue Jamal Musiala? Christopher Scott könnte in der kommenden Saison für Furore sorgen. / Alexander Hassenstein/Getty Images

Während Justin Che zunächst in der MLS kicken soll, könnte mit Christopher Scott ein anderes Top-Talent in den Fokus rücken. Der 19-Jährige gilt eigentlich als offensiver Mittelfeldspieler, scheint jedoch flexibel einsetzbar zu sein. Der zweimalige deutsche U19-Nationalspieler absolvierte in der vergangenen Spielzeit zwei Partien in der Bundesliga und 24 Partien (zwei Tore, sieben Vorlagen) in der 3. Liga.

Dabei fiel er mit seinen guten physischen und technischen Anlagen auf. Demnach soll er die Vorbereitung mit den Profis absolvieren und könnte unter Nagelsmann zu einer Überraschung werden. Allerdings wäre es schon erstaunlich, wenn Scott in absehbarer Zeit eine größere Rolle ausfüllen könnte.

Sowohl Justin Che, als auch Christopher Scott könnten wohl frühestens in zwei Jahren weit genug sein, um als Startelfspieler infrage zu kommen. Allerdings hat man das auch bei Jamal Musiala gedacht, der in der abgelaufenen Saison raketenartig durchstartete.

Was wird aus Chris Richards?

Chris Richards
Johannes Simon/Getty Images

Interessanterweise wird Chris Richards vom Sport-1-Chefredakteur nicht genannt. Der junge US-Amerikaner kann hinten auf allen Positionen spielen und absolvierte eine hervorragende Rückrunde in Hoffenheim. Als ambitionierter Back-Up sollte der 21-Jährige definitiv weit genug sein. Allerdings könnte der Defensiv-Spezialist auch fürs Erste oder sogar auf Dauer nach Hoffenheim zurückkehren. Noch ist wenig darüber bekannt, wie Julian Nagelsmann mit dem Abwehr-Talent plant.

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