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Bayern München

"Nix mit Super-Bayern" - Nagelsmann und Müller üben nach erster Saisonpleite Kritik

Simon Zimmermann
Julian Nagelsmann sprach von einer vermeidbaren Niederlage
Julian Nagelsmann sprach von einer vermeidbaren Niederlage / Adam Pretty/Getty Images
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Eintracht Frankfurt ist beim FC Bayern der Sieg-Coup gelungen. Dank der eigenen Kaltschnäuzigkeit, dank eines überragenden Kevin Trapp. Und dank Münchner Nachlässigkeiten. Julian Nagelsmann und Thomas Müller waren im Anschluss bedient. Der FCB-Coach kritisierte dabei auch die Einwechselspieler.


Der FC Bayern verliert vor der Länderspielpause das erste Pflichtspiel unter Trainer Julian Nagelsmann. Die Bundesliga macht der Rekordmeister damit wieder eng. Punktgleich mit Bayer Leverkusen liegen die Münchner nun an der Spitze. Mit dem BVB und dem SC Freiburg folgen zwei Teams mit nur einem Zähler Rückstand dahinter.

Ob das Titelrennen nach dem SGE-Coup in der Allianz Arena damit wieder offen ist? Zumindest fraglich. Viel anders als in den vergangenen, ultra erfolgreichen Wochen, hat die Nagelsmann-Truppe auch gegen die Eintracht nicht gemacht. Am Ende scheiterte der FC Bayern an der mangelnden Chancenverwertung, einem überragenden Kevin Trapp und dem eiskalten Bestrafen der eigenen Fehler durch die Gäste.

Nagelsmann: "Haben ähnliche Dinge nicht richtig gemacht"

"Niederlagen schmerzen immer."

Julian Nagelsmann, via DAZN

Sah im Anschluss auch Nagelsmann so. "Niederlagen schmerzen immer. Die heute ebenfalls. A, weil es die erste ist. B, weil es total vermeidbar war", erklärte der Bayern-Coach direkt nach dem Spiel am DAZN-Mikro. "Ich glaube, wir haben ähnliche Dinge nicht richtig gemacht, die wir auch schon in den letzten Spielen hatten, die der Gegner da aber nicht ausgenutzt hat. Heute wurden wir bestraft", so das Nagelsmann-Urteil.

Ähnlich äußerte er sich auch in der Pressekonferenz danach. Es sei ein Spiel gewesen, "das wir nicht zwingend verlieren müssen". Doch nach Schlusspfiff steht das 1:2 und ein nüchternes Nagelsmann-Fazit: "Ob es verdient ist oder nicht, ist aber scheißegal. Am Ende haben wir verloren."

Die Analyse der Pleite wird der FCB-Coach nun ohne den Großteil der Spieler machen müssen. Die meisten Akteure verabschieden sich zu ihren Nationalteams. Am DAZN-Mikro wollte Nagelsmann ohnehin keine einzelnen Namen nennen, deutete aber an, dass im Defensiv-Verhalten die letzte Gier gefehlt habe. Auch Kritik an den Einwechselspielern klang durch.

Nagelsmann kritisiert Joker

"Es fehlt in der Defensive der Anschluss von Spielern, die erst frisch drin waren. Wir gehen nicht richtig hin. Man sieht, dass wir etwas pennen", analysierte er das 1:2 durch Filip Kostic. "Der Gegner hatte vor seiner Kette extrem viel Umschaltraum. Wie hingen oft zu tief, mit viel zu vielen Spielern im Aufbau. Und wir machen die letzten Schritte nicht", so der Bayern-Trainer weiter.

Kurz vor dem Frankfurter Siegtreffer hatte Nagelsmann mit Jamal Musiala, Eric-Maxim Choupo-Moting und Marcel Sabitzer drei frische Spieler in die Partie gebracht. Sabitzer kam in einem Zweikampf kurz vor dem Gegentor einen Schritt zu spät.

Erst in der 70., 75. und 81. Minute hatte Nagelsmann gewechselt und begründete es im Anschluss so: "Weil Coman noch fehlt, hatten wir keine echten Flügelspieler mehr auf der Bank. Da mussten dann Musiala und Choupo-Moting spielen. Wir haben heute unser bestes Personal in der ersten Elf gehabt. Deshalb wollten wir sie so lange wie möglich drin lassen."

Thomas Müller: "So ist es jetzt nix mit 'Super-Bayern'"

"Wir sind natürlich enttäuscht, sauer, verärgert. Ich weiß nicht, was man am besten verwenden kann", meinte Thomas Müller nach der ersten Saisonpleite bei DAZN. "Es ist ein Spiel, das wir auf keinen Fall verlieren müssen, aber es hat an der Effektivität gemangelt. Die wenigen Situationen, die Frankfurt hatte, haben zu zwei Toren gereicht. Dementsprechend stehen wir hier jetzt bedient", so der 32-Jährige.

Thomas Mueller
Thomas Müller haderte mit der Chancenverwertung / Adam Pretty/Getty Images

"Wenn wir unsere Chancen nutzen und das 2:1 machen vor oder nach der Pause, kann es am Ende auch 3:1, vielleicht 4:1 ausgehen. Dann singen wir wieder 'Super-Bayern' und so ist es jetzt nix mit 'Super-Bayern'. Das ist eine ungewohnte Situation, damit müssen wir jetzt umgehen", lautete das Fazit von Müller.

Sorgen muss man sich in München trotz der Pleite aber nicht machen. Es war ein weiterer dominanter Auftritt des Rekrodmeisters, bei dem lediglich hier und da leichte Nachlässigkeiten deutlicher sichtbar waren. Frankfurt nutzte diese eiskalt zum Sieg aus. Konnte das aber nur, weil die Hausherren vorne die Tore selbst nicht gemacht haben.

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