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Bayern München

Zentral oder auf rechts: Wie plant Nagelsmann mit Bayern-Star Kimmich?

Dominik Hager
Joshua Kimmich soll unter Julian Nagelsmann überwiegend im Zentrum spielen.
Joshua Kimmich soll unter Julian Nagelsmann überwiegend im Zentrum spielen. / Alexander Hassenstein/Getty Images
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Nach dem Karriereende von Philipp Lahm konnte Joshua Kimmich den Verlust des langjährigen Kapitäns und wohl besten Rechtsverteidigers seiner Zeit erstaunlich gut abfangen. Vor allem offensiv agierte der vielseitige Münchner überragend und war stets einer der Leistungsträger bei den Bayern. Im Verlaufe der Jahre konnte sich der heute 26-Jährige einen Stammplatz im Mittelfeld sichern, wohingegen er zumindest im Klub kaum noch als Rechtsverteidiger aushelfen musste. Ganz im Gegenteil zum Nationalteam, wo Kimmich bei der EM als rechter Schienenspieler auflief und nicht mehr so recht zu glänzen wusste.


Joshua Kimmich wird sich wünschen, dass seine Versetzung auf die rechte Seite nicht auch im Klub wieder zum Thema wird. Julian Nagelsmann lässt bekanntlich gerne mit Fünferkette spielen, wofür er auf der rechten Seite aber keinen erprobten und passenden Spieler vorfindet. Sollte der 33-jährige Coach Pavard als zu defensiv und Gnabry als zu offensiv für diese Rolle erachten, könnte Kimmich letztlich der "Leidtragende" sein.

Nagelsmann plant Kimmich "überwiegend in der Zentrale ein"

Dies ist nach neuestem Erkenntnisstand jedoch eher unwahrscheinlich. Im Rahmen einer Q&A-Runde mit den Fans auf Youtube äußerte sich der neue Bayern-Coach zu dieser Sachlage.

"Grundsätzlich plane ich ihn zentral ein. Ich bin ein großer Fan davon, trotzdem Spieler zu haben, die auf verschiedenen Positionen spielen können. Das ist wichtig, um auch im Spiel gewisse Anpassungen vornehmen zu können. Überwiegend plane ich ihn aber schon in der Zentrale ein", erklärte Nagelsmann.

Darum ist Kimmich in einer zentralen Rolle wichtig für die Bayern

Joshua Kimmich
Kimmich ist in der Zentrale am hilfreichsten / Martin Rose/Getty Images

Dies erscheint auch sinnvoll, da es den Münchnern neben Kimmich an erprobten Passgebern und Strategen in der Zentrale mangelt. Während im DFB-Team Toni Kroos und İlkay Gündoğan (zumindest auf dem Papier) den Spielaufbau übernehmen konnten, gibt es diesbezüglich bei den Bayern Fragezeichen.

Marc Roca wäre vom Typ her der richtige Spieler, der neben dem "Box-to-box-Spieler" Leon Goretzka die Fäden ziehen könnte. Jedoch hat sich der Spanier noch nicht in der Bundesliga etabliert. Corentin Tolisso verfügt auch über ein starkes Passspiel, konnte aber insgesamt nur selten überzeugen.

Auf den gestandenen Mittelfeld-Leader Kimmich wird es also ankommen, auch weil in der Abwehr Alaba und Boateng durch Hernández und Upamecano ersetzt wurden. Aufgrund der daraus resultierenden Schwächung im Spielaufbau wird Kimmichs Rolle als Ballverteiler noch wichtiger werden.

Was die vakante Stelle auf rechts angeht, lässt sich sagen, dass ein System mit zwei Schienenspielern eben nicht das richtige ist, wenn sich kein geeigneter Spieler für die rechten Seite findet. Kimmich nur des Systems wegen nach außen zu schieben, erscheint jedenfalls wenig sinnvoll.

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