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Bayern München

Zwischen den Stühlen: FC Bayern lässt Dayot Upamecano weiter zappeln

Dominik Hager
Die Bayern verzichten in der ersten Trainingswoche wohl "freiwillig" auf Dayot Upamecano.
Die Bayern verzichten in der ersten Trainingswoche wohl "freiwillig" auf Dayot Upamecano. / Martin Rose/Getty Images
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Es klingt noch immer ein wenig absurd, doch Dayot Upamecano wird wohl tatsächlich zunächst bei RB Leipzig in die Saisonvorbereitung starten. Wie die Sport Bild vor zwei Wochen enthüllte, gilt der Vertrag des Münchner Neuzugangs erst ab dem 15. Juli. Bis dahin ist der Innenverteidiger weiterhin offiziell Spieler von RB Leipzig.


Eigentlich wäre es für Dayot Upamecano hilfreich, möglichst von Beginn an beim FC Bayern zu trainieren, um den Klub und die Mitspieler kennen lernen zu können. Allerdings verhindert dies die Ausstiegsklausel, die Leipzig vor einem Jahr mit dem Spieler verhandelt und festgelegt hatte. Damals einigten sich die Parteien darauf, dass ein möglicher Wechsel erst am 15.Juli stattfinden könne. RB sicherte sich damit vor Pandemie-bedingten Verzögerungen ab.

FC Bayern bleibt stur: Es geht um 200.000 Euro

Zwar ist die Saison planmäßig über die Bühne gegangen, jedoch ändert dies nichts an der bestehenden Klausel. Demnach muss Upamecano am 5. Juli beim amtierenden Vize-Meister zum Trainingsstart antreten. Prinzipiell wäre es natürlich möglich, die Verpflichtung auf den 1. Juli vorzuziehen, jedoch müssten die Bayern ein halbes Monatsgehalt (etwa 200.000 Euro) des Abwehrspielers übernehmen. Sparsam, wie die Bayern derzeit sind, haben sie sich laut Bild bei RB noch nicht gemeldet, um den Deal vorzuverlegen.

Als der Mega-Transfer im Winter über die Bühne ging, hätten die Vereine ebenfalls schon eine Zusatzvereinbarung schließen können, die es Upamecano erlaubt, früher zu wechseln. Dies ist bei solchen Transfers eigentlich auch handelsüblich. Allerdings rechneten die Bayern offenbar fest damit, dass ihr Star-Einkauf mit der Équipe Tricolore auf EM-Reisen sein wird und demnach später ins Training einsteigt.

Allerdings ist dies nicht der Fall, weshalb der Spieler jetzt gewissermaßen in der Luft hängt und der Leidtragende der erstaunlichen Story ist. Jedenfalls gibt es in dieser eigentlich nur Verlierer. Der FC Bayern und Dayot Upamecano verlieren Zeit zum Kennenlernen und in der Vorbereitung, während RB eigentlich keine Verwendung mehr für den 22-Jährigen hat und sein Gehalt für einen halben Monat mehr zahlen muss.

Einigung zwischen Bayern und Leipzig noch nicht absehbar

Nach der Verpflichtung von Co-Trainer Xaver Zembrod streiten sich die beiden Klubs in diesem Sommer also schon zum zweiten Mal wegen Summen im sechsstelligen Bereich. Wie England-Coach Gareth Southgate festgestellt hat, sind halt auch die "Finanzen in der Bundesliga nicht ganz so hoch".

Letztlich wissen die Bayern auch genau, dass RB für Upamecano keine Verwendung mehr hat, weshalb sie nicht unnötig 200.000 Euro herausgeben wollen. Auf der anderen Seite wissen jedoch die Leipziger, dass die Münchner ihren Neuzugang vermutlich doch ganz gerne beim Trainingsstart am 7. Juli dabei hätten. Somit können beide Klubs Druck aufeinander ausüben, wodurch die Angelegenheit derzeit still steht. Zumindest vonseiten der Bayern ist auch keine Veränderung des Standpunktes zu erwarten.

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