Bayern München

Chatgruppe "Miami Nights": Woran Niko Kovac bei den Bayern scheiterte

Yannik Möller
Niko Kovac musste den FCB verlassen
Niko Kovac musste den FCB verlassen / Alexander Hassenstein/GettyImages
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Niko Kovac und der FC Bayern, das passte nicht zusammen. Nach etwas mehr als einem Jahr war Schluss. Pikant: den Respekt der Spieler hatte er wohl schon sehr früh verloren - und zwar wegen Party-Nächten in Miami.


Ein für die Verhältnisse des FC Bayern erfolgreiches Kapitel konnte Niko Kovac in seinen rund 16 Monaten als Trainer nie schreiben. Er gewann zwar das Double, aber auch das eher mit Ach und Krach. Wie Bild-Reporter Christian Falk schreibt, hatte der Coach den Respekt der Spieler schon sehr früh verloren. Ein vorzeitiges Verhängnis für den heutigen Monaco-Chef.

In seinem Buch 'Bayern Insider' schreibt Falk von einer Story von der Saisonvorbereitung in Miami, vor der Saison 2018/19. An einem Abend sollen die Spieler zusammengesessen und Pläne für eine Party-Nacht geschmiedet haben. Die Vorfreude soll groß gewesen sein. Kovac hingegen beginnt die damalige Ansprache direkt mit "Keiner geht raus!", was die Stimmung direkt trübt.

Chatgruppe "Miami Nights" zerstört Respekt vor Kovac: Spieler feierten wie sie lustig waren

Die Enttäuschung sei groß gewesen, zumal alle Einheiten zuvor mit bestem Gewissen überstanden wurden. "Wir haben in drei Tagen ein unheimlich wichtiges Testspiel", soll der Trainer weiter - und dann ruhiger - erklärt haben. Der primär als Marketingtour veranstaltete Trip war bis dahin ein anstrengendes Trainingslager gewesen, eine Art Belohnung hatte die Mannschaft wohl erwartet.

Kovac weiter: "Wir müssen fokussiert und konzentriert sein. In sechs Wochen erwartet uns bereits das erste Bundesligaspiel. Feiern geht nicht in der Vorbereitung!" Demotiviert schlurften die Spieler auf ihre Zimmern. Dann sollen David Alaba, Franck Ribery und Rafinha eine Whatsapp-Gruppe ins Leben gerufen haben. Der Name: "Miami Nights". Das Feiern soll gerettet werden.

FC Bayern Muenchen v SL Benfica - UEFA Champions League Group E
Auch Franck Ribery soll sich gegen Kovac gestellt haben / Boris Streubel/GettyImages

Aus ihrer Abfahrt vom Hotel sollen die Spieler erst gar kein Geheimnis gemacht haben. Planungen liefen an, wenig später ging es los. Co-Trainer Robert Kovac soll die Gruppe sogar gesehen haben. James Rodriguez hatte demnach die Chauffeure besorgt, es ging in eine bekannte Disco. Erst um sechs Uhr morgens fielen die Spieler wieder in ihre Betten, mit den zu erwartenden Nebenwirkungen der Nacht.

Vor dem nächsten Training erwartete die Mannschaft eine Reaktion Kovacs, eine harte Ansage. Es passierte: nichts! Ein Spieler soll Falk gesagt haben: "Wenn ein Trainer so eine 'Mr.-Hart-Ansage' macht, muss er Konsequenzen ziehen. Wir hätten das akzeptiert. Indem er nichts sagte, hatte Kovac bei uns verloren."

Eine weitere Partynacht in Miami soll stattgefunden haben, weitere langen Nächte über die nächsten Monate. "Der Respekt vor Kovac war damit von Anfang an weg", so besagter Spieler weiter. Eine Whatsapp-Gruppe, die einen neuen Trainer unmittelbar vor Saisonbeginn vor ungeahnte Herausforderungen stellte. Das Resultat: wenngleich nicht offensichtlich, wurde Kovac von der Wucht des FC Bayern gefressen.

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