Serge Gnabry

Gnabry wird als Schienenspieler nicht glücklich: Fünf Alternativ-Optionen für den FCB

Dominik Hager
Serge Gnabry ist mit seiner derzeitigen Rolle nicht zufrieden
Serge Gnabry ist mit seiner derzeitigen Rolle nicht zufrieden / Alexander Hassenstein/GettyImages
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Aufgrund des Fehlens von Alphons Davies hat Bayern-Coach Julian Nagelsmann den Umbruch zur Dreierkette komplett vollzogen und stellt Pavard fast nur noch als rechten Innenverteidiger auf, wohingegen Gnabry und Coman als Schienenspieler agieren. Während Coman mit der Rolle auf der Davies-Position gut zurecht kommt, scheint Gnabry seine Rolle so weit weg vom Tor nicht zu gefallen. Für den FC Bayern ist es angesichts der Vertragssituation natürlich kritisch, den Spieler zu verstimmen. Wir blicken auf Optionen, in denen Gnabry eine andere Rolle übernehmen könnte.


1. Gnabry und Sané tauschen Positionen

Derzeit hat Leroy Sané das "Glück", auf seiner wohl stärksten Position als linker Zehner auflaufen zu können. Julian Nagelsmann verschob Sané bereits zu Beginn der Hinrunde auf diese Position, was der Spieler auf Anhieb mit Leistung zurückzahlte. Andererseits würde es natürlich auch Gnabry entgegenkommen, ein wenig näher am Tor zu sein, wo er seinen Instinkt und seinen Torabschluss besser einsetzen kann.

Sané ist der etwas schnellere und bessere Eins-gegen-Eins-Spieler, was natürlich eher für ihn als Außenbahnspieler spricht. Andererseits wäre er auf der Position zurück, auf der er in der Vergangenheit teilweise so seine Probleme hatte.

Der Effekt eines Positionstausches wäre recht vorhersehbar: Gnabry würde an Leistung zulegen, wohingegen Sané zu kämpfen hätte. Allerdings hat auch der Ex-Schalker derzeit nicht seine beste Phase. Demnach wäre eine solche Maßnahme durchaus in Ordnung.

2. Coman rechts, Gnabry halblinks und Sané links

In diesem Szenario würden alle Offensivspieler, abgesehen vom augenblicklich an Corona erkrankten Thomas Müller, die Positionen tauschen. Prinzipiell wäre die Maßnahme vergleichbar mit der zunächst genannten Option, jedoch würden Coman und Sané noch die Seiten tauschen. Dies hätte den Vorteil, dass Sané nicht auf die rechte Seite müsste, sondern näher an seiner derzeitigen Position agieren könnte.

Für Schienenspieler wäre es ohnehin besser, auf der Seite ihres bevorzugten Fußes zu agieren. Schließlich geht es für die Spieler darum, Breite ins Spiel zu bringen und Flanken zu schlagen, wohingegen es eher die Aufgabe von Gnabry und Müller wäre, den direkten Abschluss zu suchen. Linksfuß Sané auf links und Rechtsfuß Coman auf rechts wäre demnach wohl die sinnvollere Rollenverteilung.

3. Rückkehr zur Viererkette

Prinzipiell können die Bayern natürlich trotz des Davies-Ausfalles mit einer Viererkette auflaufen. Diese könnte dann Pavard - Süle - Upamecano - Hernández lauten. Selbstredend ist eine derart defensive Abwehr-Kette nicht unbedingt Bayern-Like, jedoch wäre eine solche Maßnahme vielleicht gar nicht verkehrt. Die Bayern wären über die Außenbahnen nicht mehr so verwundbar und hätten vorne noch immer eine ganze Reihe an Ausnahmekönnern. Durch den Ausfall von Tolisso wird vermutlich Musiala oder Sabitzer ins Mittelfeldzentrum beordert, was die Angelegenheit ohnehin noch mal offensiver macht.

Schienenspieler würde es dann jedoch keine mehr geben, was auch bedeutet, dass einer aus Gnabry, Coman und Sané auf die Bank müsste. Man hat das Gefühl, dass Nagelsmann alles dafür tut, um sich aus dieser Situation herauszuwinden. Ob es dienlich für den Erfolg ist, sei aber mal dahingestellt.

Gnabry könnte in diesem Szenario wieder auf der rechten Offensivseite agieren, wohingegen Coman und Sané auf der linken Seite wetteifern müssten. Selbstredend könnte in dieser Konstellation auch Gnabry in die Röhre blicken und Sané/Coman nach rechts rücken, jedoch wäre das natürlich keinesfalls förderlich, um Gnabry zu besänftigen.

4. 4-1-4-1-System

Nach der Verletzung von Corentin Tolisso muss Julian Nagelsmann ohnehin umplanen. Es ist durchaus realistisch, dass weder Sabitzer, noch Roca oder Musiala als direkter Ersatz in die Startelf rücken, sondern das System umgestellt wird. Vor der eben benannten Viererkette würde demnach nur Joshua Kimmich als Zentrumspieler agieren.

Dies hätte den Vorteil, dass Gnabry, Müller, Sané und Coman in einer offensiven Viererkette agieren könnten. Hierbei wäre Gnabry zwar auch ein Stück weiter vom Tor weg, müsste aber weniger Defensivaufgaben übernehmen, als es ein Schienenspieler machen muss. Tatsächlich würde es dann eher an Müller und Sané liegen, Kimmich im Zentrum zu unterstützen. Möglich wäre natürlich auch in dieser Konstellation, die Positionen von Sané, Gnabry und evtl. Coman wie oben beschrieben zu tauschen.

Wer es mit den Bayern hält, wird von der Möglichkeit eines 4-1-4-1-Systems aber nicht sonderlich begeistert sein. Auf ähnliche Art und Weise hat man schließlich schon das Duell gegen Bochum vergeigt. Zudem ist es einfach unsinnig, nur einen zentralen Mittelfeldspieler aufzubieten, wo doch genau auf dieser Position Spiele entschieden werden. Kimmich ist auch nicht der Typ Sechser, der das Mittelfeld im Alleingang beherrschen kann und stur auf seiner Position vor der Abwehr verharrt.

5. Gnabry rückt auf die Müller-Position

Diese Option besteht sicherlich nur solange Thomas Müller aufgrund seiner Corona-Erkrankung ausfällt. Stand jetzt kann man natürlich nicht abschätzen, ob dies nur eine Woche oder länger der Fall sein wird.

Für diesen Zeitraum wäre es aber absolut logisch, wenn Gnabry einfach die Position von Thomas Müller einnimmt. Als rechter Zehner, klassischer Zehner oder hängende Spitze könnte der Akteur seine Stärken sicherlich gut entfalten.

Im 4-2-3-1-System würde Gnabry selbstredend von Coman und Sané flankiert werden, wohingegen im 3-5-2-System ein neuer Schienenspieler her müsste. Dieser könnte dann Pavard, Sarr oder Sabitzer heißen. Wirklich gut gefallen uns jedoch alle drei Optionen nicht, weshalb ohne Müller eine Viererkette augenscheinlich sinnvoller wäre.


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