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Bundesliga

FC Bayern gegen BVB: Die etwas anderen All-Time-Topteams zum Klassiker

Christian Gaul
Mar 5, 2021, 4:42 PM GMT+1
22 Spieler, die im Klassiker ihre Spuren hinterlassen haben
22 Spieler, die im Klassiker ihre Spuren hinterlassen haben | Stuart Franklin/Getty Images
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Am Samstagabend empfängt der FC Bayern in der Bundesliga die Mannschaft von Borussia Dortmund, zum insgesamt 128. Mal stehen sich die beiden Teams dann gegenüber. Es ist der deutsche Klassiker! In der Vergangenheit gab es einige denkwürdige Momente, wenn der Rekordmeister aus München auf den Ruhrpott-Klub traf. Wir haben ein paar nette Anekdoten gesammelt und präsentieren euch die jeweils etwas andere Klassiker-Topelf der beiden Rivalen.

Die 22 Auserwählten im Überblick:

FC Bayern

1. Oliver Kahn

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Oliver Kahn wollte jeden Klassiker gewinnen | OLIVER LANG/Getty Images

Wenn es einen Spieler gibt, der jede Partie ausnahmslos gewinnen wollte und dies auch auf dem Platz verkörperte, dann war es der Titan.

Nicht nur seine Karate-Einlage gegen Stephane Chapuisat oder sein Knabbern an Heiko Herrlich machen Oliver Kahn dabei zum passenden Bayern-Torwart dieser Auswahl.

Insgesamt 31 Partien absolvierte der Keeper im Trikot des FC Bayern gegen den BVB. Dabei verlor er nur sechs Partien, die bitterste Niederlage war wohl das 0:1 nach Verlängerung im Viertelfinale der Champions League 1998 - nach dem 0:0 im Hinspiel schieden die Bayern damals aus.

Zudem war Kahn mit damals fast 39 Jahren der älteste Spieler, der bislang im Klassiker auf dem Feld stand.

2. Klaus Augenthaler

Klaus Augenthaler
Auch Klaus Augenthaler kennt den Klassiker | Boris Streubel/Getty Images

Der mittlerweile 63-Jährige stand von 1977 bis 1990 in insgesamt 26 Spielen gegen den BVB auf dem Feld und sammelte damit ähnlich große Erfahrung gegen Dortmund, wie Oliver Kahn.

Der ehemalige Libero traf in diesen Partien gleich fünfmal selbst und ging nur sechsmal als Verlierer vom Platz.

3. Lothar Matthäus

Mit Lothar Matthäus reiht sich ein weiterer ehemaliger Weltklasse-Libero in die Mannschaft ein. 21 Partien machte "Loddar" für den FC Bayern gegen Dortmund.

Unvergessen sein Auftritt im Liga-Spiel der Saison 1996/97, als er genug von den Fluganfällen und Beschwerden des Dortmunders Andreas Möller hatte und dies auch gestenreich äußerte - die "Heulsuse Möller" war geboren.

4. Rafinha

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Rafinha trat gegen Dortmund stets motiviert auf | PATRIK STOLLARZ/Getty Images

Rafinha stand zwar nur zwölfmal für die Münchner gegen Dortmund auf dem Platz, dennoch schaffte es der aggressive Brasilianer dabei, als einziger Spieler der Klassiker-Geschichte gleich zweimal vom Feld zu fliegen.

Im Mai 2013 sah er beim 1:1 in Dortmund in der 65. Minute Gelb-Rot, bei der 0:3-Heimniederlage im April 2014 platzte ihm in der Nachspielzeit der Kragen und Rafinha langte Gegenspieler Mkhitaryan in die Visage und sah noch glatt Rot.

5. Paul Breitner

Paul Breitner
Paul Breitner war sicher vom Punkt | Angel Martinez/Getty Images

Auch Elfmeter wurden einige verteilt, wenn sich die beiden Hochkaräter gegenüberstanden. Am erfolgreichsten auf Seiten der Bayern zeigte sich dabei Paul Breitner, der insgesamt drei Strafstöße verwandelte.

1979,1980 und 1982 hatte jeweils der Dortmunder Keeper Eike Immel das Nachsehen.

6. Thorsten Fink

Thorsten Fink
Thorsten Fink hat eine Super-Bilanz im Klassiker | Phil Cole/Getty Images

Aus der Dortmunder Jugend stammend machte Fink zu seiner aktiven Zeit neun Klassiker-Partien in der Bundesliga - allerdings alle für den FC Bayern.

Dabei gewann der jetzige Trainer sechsmal und spielte dreimal Unentschieden - diese (fast) makellose Bilanz teilt er sich mit einem Stürmer dieser Auswahl.

7. Kingsley Coman

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Kingsley Coman gewinnt immer gegen Dortmund | FEDERICO GAMBARINI/Getty Images

Sechsmal stand der junge Franzose in der Liga gegen den BVB auf dem Feld - sechsmal gab es drei Punkte für den FC Bayern. Damit ist Coman der Klassiker-King.

Insgesamt traf der 24-Jährige in 13 Begegnungen auf Dortmund, wobei er zwölf gewann und nur im DFL-Supercup 2019 unterlag.

8. Hasan Salihamidzic

Hasan Salihamidzic
Hasan Salihamidzic blieb dem FC Bayern erhalten | Stuart Franklin/Getty Images

"Brazzo" machte 15 Partien für die Münchener gegen den BVB, dabei musste der jetzige Bayern-Sportvorstand nur eine Niederlage verdauen.

Besonders heiß war Salihamidzic beim 6:2 im Jahr 2000, als er zwei Treffer vorbereitete und zwei weitere selbst erzielte.

9. Arjen Robben

Arjen Robben, Roman Weidenfeller
Arjen Robben sicherte den Bayern den Henkelpott 2013 | Martin Rose/Getty Images

Zwanzigmal wirbelte der Holländer für den FC Bayern gegen den Rivalen aus Dortmund, dabei sammelte Robben 13 Scorerpunkte.

Seine beiden wichtigsten lieferte er wohl im Finale der Königsklasse 2013 ab, als Robben das Münchener 1:0 durch Mandzukic auflegte und kurz vor dem Abpfiff mit einem Gewaltroller an Weidenfeller vorbei selbst für den 2:1-Sieg und damit den Titel sorgte.

10. Carsten Jancker

Carsten Jancker
Carsten Jancker hat eine makellose Liga-Bilanz im Klassiker | Stuart Franklin/Getty Images

Wie Fink, traf auch Jancker neunmal mit dem FC Bayern in der Liga auf Dortmund und kassierte dabei keine Niederlage.

Als der bullige Angreifer 2005 mit 2:4 das einzige Liga-Spiel gegen Dortmund verlor, stand er noch für Kaiserslautern auf dem Feld.

11. Robert Lewandowski

Roman Buerki, Robert Lewandowski, Axel Witsel
Robert Lewandowski ist der Dortmund-Schreck | Boris Streubel/Getty Images

Der Ex-Dortmunder spielte zuvor 14-mal gegen den FC Bayern, konnte dabei insgesamt jedoch "nur" fünf Tore erzielen.

Nachdem der Pole die Seiten wechselte, ballerte er 19 Buden in das Netz seines Ex-Klubs in 22 Spielen. Damit ist Lewandowski der beste Torschütze gegen Dortmund nach Klaus Allofs, der 21 Tore gegen den BVB schoss.

Borussia Dortmund

12. Jan Koller

Jan Koller the striker for Borussia Dortmund as substitute goal keeper
Jan Koller hat eine makellose Bilanz gegen den FC Bayern - als Torwart | Stuart Franklin/Getty Images

Der tschechische Klasse-Stürmer spielte neunmal mit dem BVB gegen den FC Bayern und konnte dabei vier Treffer erzielen.

So auch am 12. Spieltag der Saison 2002/03, als Koller die Dortmunder früh mit 1:0 in Führung schoss. Allerdings musste kurz vor der Pause sein Kollege Torsten Frings mit Gelb-Rot vom Feld und der FC Bayern drehte die Partie bis zur 66. Minute auf 2:1.

Sekunden später flog BVB-Keeper Jens Lehmann ebenso mit Gelb-Rot vom Platz und Dortmund hatte zuvor schon dreimal gewechselt. Für die restliche Spielzeit musste also ein Feldspieler ins Tor und Koller nahm sich der Sache an. Erstaunlicherweise hielt der Tscheche auch in zweifacher Unterzahl seinen Kasten mit Glück und Geschick bis zum Schluss sauber.

Die Bayern gewannen die Partie zwar mit 2:1, doch Koller wurde damals vom Kicker in die "Elf des Spieltags" gewählt - als Torwart.

13. Lukasz Piszczek

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Lukasz Piszczek hat keine negative Bilanz gegen den FC Bayern | JOHN MACDOUGALL/Getty Images

Der Pole hat als einziger aktiver Spieler des BVB keine negative Liga-Bilanz im Klassiker gegen den FC Bayern.

Jeweils sechs Siege und sechs Niederlagen bei zwei Unentschieden kann Piszczek dabei vorweisen.

14. Mats Hummels

Mats Hummels
Mats Hummels ist der Vielspieler des Duells | Lars Baron/Getty Images

Von allen derzeit aktiven Spielern der beiden Kontrahenten sammelte Hummels bislang die meiste Erfahrung im direkten Vergleich. Insgesamt 34 Partien prägte der Abwehrchef, dabei 25 für den BVB und neun für den FC Bayern.

15. Neven Subotic

Neven Subotic machte zwar nur 16 Partien für den BVB gegen den FC Bayern, doch zwei Szenen bleiben unvergessen.

Als Arjen Robben am 30.Spieltag der Saison 2011/12 bei einem Elfmeter zum möglichen Ausgleich kurz vor Schluss an Dortmunds Keeper Weidenfeller scheiterte, rannte Subotic auf den Fehlschützen zu und schrie ihm mitten ins Gesicht. "Ich habe keinen Bock auf Schwalben", gab Subotic damals zu Protokoll.

Dortmund zog durch den Sieg auf sechs Punkte davon und wurde am Ende Deutscher Meister. Doch ein Jahr später, als der FC Bayern im Finale der Champions League triumphierte, erinnerte sich Jerome Boateng an diese Szene und gab die Geste zurück.

16. Sebastian Kehl

Bastian Schweinsteiger, Mario Goetze, Sebastian Kehl
Auch Sebastian Kehl hat Klassiker-Erfahrung | Boris Streubel/Getty Images

Wie "Brazzo" auf der Gegenseite hat auch der baldige Sportdirektor des BVB eine Spieler-Vergangenheit im Klassiker.

Kehl traf in 22 Partien mit Dortmund auf den FC Bayern, dabei wäre er 2002 fast in München gelandet. Doch der BVB bot seinem damaligen Klub, dem SC Freiburg, einfach mehr Geld, als der Rekordmeister.

Uli Hoeneß hielt damals den Transfer für sehr "unmoralisch", doch der ehemalige BVB-Präsident Gerd Niebaum erwiderte: "Herr Hoeneß sitzt im Glashaus und schmeißt mit Felsbrocken um sich."

17. Michael Zorc

Michael Zorc
Michael Zorc sammelte die meisten Spiele | Boris Streubel/Getty Images

Mit "Susi" Zorc sammelte ein weiterer aktueller Verantwortlicher die meisten Einsätze für den BVB im Klassiker. Insgesamt 33 Partien bestritt der ehemalige Dortmunder Kapitän und jetzige Sportliche Leiter gegen den FC Bayern.

18. Ibrahim Tanko

Der Ghanaer machte nur vier Partien für den BVB gegen die Bayern, doch als er am zehnten Spieltag der Saison 1994/95 für Günter Kutowski eingewechselt wurde, war er gerade einmal 17 Jahre und 88 Tage jung - bis heute ein Rekord im Liga-Klassiker.

Der jüngste Spieler, der jemals im Klassiker in der Startelf stand, ist (noch) Nuri Sahin.

19. Andreas Möller

Auch Andreas Möller trug seinen Teil dazu bei, dass es in den Neunzigerjahren zwischen seinem BVB und dem FC Bayern regelmäßig krachte.

Nicht nur sein Beef mit Matthäus ging dabei in die Geschichte ein, siebzehnmal traf Möller mit Dortmund auf den Rivalen.

Aktuell ist der 53-Jährige als Leiter der Nachwuchsabteilung bei seinem damaligen Ausbildungsverein Eintracht Frankfurt tätig.

20. Marco Reus

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Marco Reus traf bereits elfmal gegen die Bayern | PATRIK STOLLARZ/Getty Images

Ganze elf Tore konnte Marco Reus bereits gegen den FC Bayern erzielen, kein anderer aktueller Dortmunder sammelte mehr Treffer.

Drei Treffer davon gelangen ihm allerdings noch im Trikot der Gladbacher, dennoch ist mit Reus immer zu rechnen, wenn es für den BVB gegen den Rekordmeister geht.

21. Heiko Herrlich

Der jetzige Trainer des FC Augsburg machte 1999 bizarre Bekanntschaft mit dem Ehrgeiz von Oliver Kahn. Als es am 24. Spieltag aus Sicht der Bayern nicht lief, da man mit 0:2 hinten lag, nagte der Bayern-Keeper am damaligen Doppeltorschützen.

"Als er auf mich zu kam und seine Nase an meinen Hals drückte, war ich schon überrascht. Gebissen hat Kahn mich nicht, nur geknabbert, jedenfalls hatte ich kein Loch im Hals", erinnerte sic Herrlich später an diese historische Szene.

In der Folge holten die Münchener noch ein 2:2, bei dem Kahn noch einen Elfmeter von Lars Ricken hielt.

22. Stephane Chapuisat

Nur Sekunden nach dem "Knabbern" an Herrlich nahm sich Kahn damals auch noch dessen Sturmpartner Stephane Chapuisat zur Brust. Oder besser gesagt: Kahn nahm seine ausgestreckten Stollen und flog nur Zentimeter am Dortmunder Stürmer vorbei, der einem langen Ball nachjagte.

"Kung-Fu-Kahn" war geboren und Chapuisat wurde in besagter Partie völlig desillusioniert schon nach 53 Minuten ausgewechselt.

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