Bundesliga

FC Bayern - BVB: Die 10 legendärsten Duelle des deutschen Klassikers

Dominik Hager
Der FC Bayern und Borussia Dortmund haben sich einige packende Spiele geliefert
Der FC Bayern und Borussia Dortmund haben sich einige packende Spiele geliefert / Pool/GettyImages
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Es ist das unumstrittene Topspiel der Bundesliga: Der FC Bayern und Borussia Dortmund haben sich schon die ein oder andere große Schlacht geliefert, wenn es um große Siege und Titel ging. Wir blicken auf die legendärsten Auflagen des Klassikers zurück.


10. Bayern - Dortmund, Bundesliga 2002: 2-1

Jan Koller the striker for Borussia Dortmund as substitute goal keeper
Stuart Franklin/GettyImages

Das Aufeinandertreffen 2002 war zwar nicht das spektakulärste Duell und letztlich auch nicht wirklich entscheidend, hatte jedoch ein ganz besonderes Kuriosum zu bieten. Nach dem 2:1 durch Claudio Pizarro holte sich BVB-Keeper Jens Lehmann die gelb-rote Karte ab.

Blöd für die Dortmunder, dass das Wechselkontingent bereits verbraucht war. Darum zog sich Jan Koller die Torwarthandschuhe an und hielt seinen Kasten die restlichen 25 Minuten sauber. Für was eine Körpergröße von 2,02 Meter also noch so alles gut ist...

Die Dortmunder verloren das Spiel dennoch und hatten zu Saisonende der Spielzeit 2002/03 stolze 17 Punkte Rückstand auf die Bayern.


9. Dortmund - Bayern, Bundesliga 2020: 0-1

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FEDERICO GAMBARINI/GettyImages

Nach der Horror-Hinrunde unter Kovac hatten die Bayern ihre liebe Mühe, den Meistertitel doch noch einzufahren. Eine geniale Siegesserie unter Hansi Flick sorgte jedoch dafür, dass die Bayern letztlich sehr souverän Meister wurden.

So eindeutig war das zum Zeitpunkt des Duells am 28. Spieltag aber noch nicht. Für den BVB war es die letzte Chance, nochmal heranzukommen, jedoch zeigten sich die Bayern abgeklärter und in Person von Joshua Kimmich auch als genialer. Der Mittelfeldspieler entschied das umkämpfte Top-Spiel mit einem grandiosen Lupfer-Tor über Roman Bürki hinweg.


8. Dortmund - Bayern, Bundesliga 2001: 1-1

Lars Ricken Willy Sagnol
Stuart Franklin/GettyImages

Natürlich darf bei einem solchen Klassiker nicht auch ein Duell fehlen, bei dem die Beteiligten mal so richtig über die Stränge geschlagen haben. Insgesamt wurden bei diesem Duell 13 Karten verteilt. Während der BVB mit zwei gelben und einer roten Karte in der 90. Minute noch ganz gut durchkam, lässt sich das von den Bayern nicht behaupten.

Die Bayern spielten nach einer gelb-roten Karte für Lizarazu ab der 35. Minute in Unterzahl und nach Rot für Effenberg (55. Minute) sogar nur noch zu neunt. Hinzu kamen acht gelbe Karten.

Trotz der frühen Führung durch Santa Cruz dürften die Bayern froh gewesen sein, dass der BVB nicht über 1:1 hinauskommen konnte. Insbesondere beim Rosicky-Freistoß in der letzten Minute an den Innenpfosten hatten die Schwarz-Gelben schon den Torschrei auf den Lippen.


7. Bayern - Dortmund, DFB-Pokal-Halbfinale 2017: 2-3

FBL-GER-CUP-BAYERNMUNICH-DORTMUND
CHRISTOF STACHE/GettyImages

Im DFB-Pokal lief es in den 2010er Jahren nicht immer allzu gut für den FC Bayern. So auch beim Halbfinale im April 2017. In typischer Guardiola-Manier dominierten die Bayern die Partie eigentlich ziemlich deutlich und hatten stolze 70 Prozent Ballbesitz und doppelt so viele Torschüsse. Nach dem 0:1 durch Reus konnten Martinez und Hummels noch in Hälfte eins auf 2:1 stellen.

In der 69. und 74. Minute folgte dann jedoch der BVB-Doppelschlag durch Aubameyang und Dembélé. Insbesondere die Bude des jungen Franzosen war dabei auch noch (für den neutralen Betrachter) wunderschön. Man kann fast schon sagen, dass der BVB allein durch dieses Tor nochmal locker zehn Millionen Euro mehr an Ablöse für den Flügelstürmer erzielen konnte. Im Gegensatz zum Finale 2015 konnten die Dortmunder nach einem 2:1-Sieg über Frankfurt auch den Cup gewinnen.


6. Dortmund - Bayern, Bundesliga 2012: 1-0

Dortmund's Serbian defender Neven Suboti
CHRISTOF STACHE/GettyImages

Für den FC Bayern war es im Titelkampf 2011/12 die letzte Chance, um nochmal an den BVB heranzukommen. Demzufolge nahmen sich die Münchner viel vor und dominierten die Partie, ohne aber wirklich ein Chancenplus zu erspielen. Pech für die Bayern war auch, dass Robert Lewandowski zu diesem Zeitpunkt noch in Schwarz-Gelb gekleidet war. Der Pole brachte den BVB in Führung, ehe die Bayern in der Schlussphase einen Elfmeter erhielten. Arjen Robben verschoss jedoch und machte damit die letzten Titelträume der Münchner zunichte.

Anstatt punktetechnisch mit einem Sieg aufzuschließen, sorgte die Niederlage dafür, dass der BVB seinen Vorsprung auf sechs Zähler ausbauen konnte. Hängen blieb bei dieser Partie auch die Geste von Neven Subotic, der sich nach dem verschossenen Elfmeter provokant jubelnd vor Arjen Robben aufbaute.


5. Bayern - Dortmund, Bundesliga 2018: 6-0

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CHRISTOF STACHE/GettyImages

Vor allem in den späten 2010er Jahren gingen die Dortmunder in München relativ häufig baden. Keine der Niederlagen war jedoch so grob, wie der Münchner 6:0-Erfolg am 31. März 2018.

Der FC Bayern zeigte Fußball vom anderen Stern und ließ die Dortmunder wie eine Schülermannschaft aussehen. Insbesondere James Rodriguez und Robert Lewandowski sorgten in ersten Halbzeit für ein Feuerwerk und schossen den Rekordmeister mit 5:0 in Führung. In Dortmund wird man froh sein, dass die Roten in Hälfte zwei ein wenig das Tempo rausnahmen und "nur" noch ein weiteres Tor schossen.


4. Bayern - Dortmund, Bundesliga 2019: 5-0

Robert Lewandowski
Koji Watanabe/GettyImages

Ein Jahr nach dem 6:0-Schützenfest der Münchner fingen sich die Schwarz-Gelben immerhin ein Gegentor weniger ein, wenngleich der Schmerz noch ein wenig größer gewesen sein dürfte. Vor dem Klassiker am 28. Spieltag waren die Borussen schließlich sogar Tabellenführer und lagen zwei Punkte vor den Bayern. Wie man so schön sagt, sind die Bayern aber fast immer dann da, wenn sie am meisten gefordert werden. Genauso war es auch an diesem 6. April.

Die Münchner absolvierten die beste Partie der Kovac-Ära und lagen bereits zur Halbzeit mit 4:0 vorn, nachdem ausgerechnet Mats Hummels die Tor-Flut der Münchner eröffnete. Der 5:0-Erfolg brachte den Bayern letztlich die Meisterschaft ein. Zwar stolperten der Rekordmeister beim 1:1 gegen Nürnberg, jedoch ließen sich die Dortmunder einen Tag zuvor mit 2:4 vom FC Schalke abfertigen.

Der 5:0-Sieg war letztlich auch ein entscheidender Bestandteil des fast schon zu kitschigen Endes der Ära Robbery, die sich gegen Frankfurt mit jeweils einem Tor und der Meisterschale verabschiedeten.


3. Bayern - Dortmund, DFB-Pokal-Halbfinale 2015: 0-2 i.E.

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GUENTER SCHIFFMANN/GettyImages

Ein 0:2 im Elfmeterschießen sieht man auch nicht alle Tage und schon gar nicht wenn der FC Bayern involviert ist. Die Herren Lahm, Alonso und Neuer konnten allesamt nicht verwandeln und sorgten für viel Spott, weil die beiden Erstgenannten jeweils ausrutschten. Bilder, die man sonst nur von der Eisfußball-WM auf Pro7 sieht.

Dabei hätten die Münchner schon zuvor alles klar machen können. Robert Lewandowski brachte die Münchner nach einer halben Stunde in Führung, jedoch glich Aubameyang 15 Minuten vor dem Ende aus. Nach einem Kampl-Platzverweis konnten die Münchner auch keinen Profit mehr aus zwölf Minuten Überzahl erzielen.

Pep Guardiola bezeichnete das Spiel als das beste Auftreten der Bayern gegen Dortmund während seiner bisherigen Amtszeit. Der BVB zog jedoch ins Pokalfinale ein, verlor dieses aber gegen Wolfsburg.


2. Bayern - Dortmund, DFB-Pokal-Finale 2012: 2-5

Dortmund's Polish striker Robert Lewando
ODD ANDERSEN/GettyImages

Es ist knapp zehn Jahre her, als die Bayern im DFB-Pokalfinale vom BVB so richtig verdroschen wurden. Für den FC Bayern war das 2:5 sozusagen die krönende Total-Pleite auf allen Ebenen. Zum einen fing man sich die fünfte Niederlage gegen Schwarz-Gelb in Serie ein und zum anderen komplettierte das Desaster von Berlin das Münchner Vize-Triple der Saison 2011/12.

Diese Niederlage sollte sich später als Startschuss einer grandiosen Ära herausstellen, an diesem Abend wusste das aber natürlich noch keiner.

Die Dortmunder gingen bereits in der dritten Minute durch Kagawa in Führung und konterten die Münchner daraufhin immer wieder gnadenlos aus. Am Ende hatte ein gewisser Robert Lewandowski drei Treffer auf dem Konto stehen. Nach dem Abpfiff verblüffte Philipp Lahm die Zuschauer mit der Aussage, dass die Bayern "eigentlich die bessere Mannschaft waren".

Der BVB feierte den Double-Gewinn und schien spätestens zu diesem Zeitpunkt den endgültigen Machtwechsel im deutschen Fußball vollzogen zu haben. Dabei hatte man aber noch nicht mit der Rache der Bayern gerechnet.


1. Bayern - Dortmund, Champions-League-Finale 2013: 2-1

Arjen Robben
Ian MacNicol/GettyImages

Der deutsche Klassiker im Champions-League-Finale von Wembley! Mehr geht nicht! Die Partie hatte dann auch noch alles zu bieten, was man sich von einem großen Finale erwartet. Der FC Bayern hatte in der ersten Halbzeit große Probleme mit enorm laufstarken und kampfstarken Dortmundern und erarbeitete sich erst im zweiten Durchgang eine Dominanz.

Mario Mandzukic brachte die Münchner schließlich nicht unverdient in Führung. Das Münchner Glücksgefühl dauerte aber nicht lange an. Nach einem plumpen Einsteigen von Dante konnte Ilkay Gündogan per Elfmeter den Ausgleich markieren. Dante hatte derweil ähnlich wie Ribery großes Glück, nicht vom Platz geflogen zu sein.

Die Münchner nutzten dies aus und kamen kurz vor Ablauf der 90 Minuten zum Siegtreffer. Nach Vorlage von Franck Ribery war es ausgerechnet Arjen Robben, der die Bayern ein Jahr nach seinen fatalen Fehlschüssen zum CL-Sieger machte. Robben wurde vom Sündenbock des "Finale Dahoam" zum Mr. Wembley, wohingegen Klopps BVB-Ära zumindest international nicht gekrönt wurde.


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