Florian Wirtz

Darum nimmt der FC Bayern Abstand von einem Wirtz-Transfer

Dominik Hager
Der FC Bayern hat im Wirtz-Poker offenbar keine Ambitionen
Der FC Bayern hat im Wirtz-Poker offenbar keine Ambitionen / Lukas Schulze/GettyImages
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Bislang war es stets eine Selbstverständlichkeit, dass sich der FC Bayern zumindest bemüht, die größten deutschen Talente im eigenen Kader zu vereinen. Ein wenig Überraschend ist die Meldung von der Münchner Abendzeitung demnach schon, dass der Rekordmeister Abstand von einem Wirtz-Transfer nehmen will. Die Erklärung hierfür ist allerdings durchaus plausibel.


Trotz seiner erst 18 Jahre hat Florian Wirtz bereits 75 Pflichtspiele für Bayer 04 Leverkusen und 40 Scorer-Punkte auf dem Konto. Der technisch grandiose und torgefährliche Mittelfeldspieler gehört mit Jamal Musiala zu den größten Zukunftsversprechungen Deutschlands.

Jener Musiala ist auch ein Grund, warum der FC Bayern im Wirtz-Poker wohl nicht mitmischen wird. Zudem wäre da auch noch der erst 16-jährige Paul Wanner, der ebenfalls ein überragendes Talent ist und intern hoch angesehen wird. Die beiden Münchner Top-Talente bedienen eine ähnliche Position und insbesondere Wanner verfügt über eine ähnliche Spielanlage.

Der Klub möchte den beiden Hoffnungsträgern keinen anderen Akteur vor die Nase setzen, der die Entwicklung der eigenen Nachwuchskräfte stören könnte.

Kaderpolitik ruft zur Sparsamkeit auf: Eigene Talente sollen ihren Weg machen

Die Münchner sehen aufgrund der eigenen Nachwuchs-Kräfte auch nicht die Notwendigkeit für den Leverkusener eine Mega-Ablöse zu zahlen, da dies ohnehin nicht mehr zur Münchner Kaderpolitik passt. Die Verantwortlichen wollen den Weg mit den Eigengewächsen und jungen Spielern gehen, weshalb die Passivität bei Wirtz nur logisch ist.

Es ist auch für die nächsten Generationen im Bayern-Campus wichtig zu sehen, dass der Verein auf sie setzt und nicht zwangsweise einen teuren Spieler in den Weg karrt. Zumal man bei Wirtz befürchtet, dass er noch teuerer werden könnte als Kai Havertz - sprich eine Ablöse im dreistelligen Millionenbereich fällig würde.

Versäumt Bayern die Chance bei Wirtz? Vertrauen in Wanner birgt Risiken

Natürlich muss sich der FC Bayern aber auch im Klaren sein, dass eine Entscheidung gegen Wirtz auch negative Folgen haben könnte. Wirtz ist eben trotz seiner Jugend schon ein ziemlich reifer Spieler und agiert national wie international auf Top-Niveau.

Die Wahrscheinlichkeit ist demnach gering, dass er keine große Karriere hinlegt. Bei einem Wanner kann die Entwicklung noch viele Richtungen einschlagen. Andere einst gefeierte Top-Talente wie Fiete Arp oder Sinan Kurt haben gezeigt, dass der letzte Schritt zum gestandenen Profi besonders hart ist.

Barcelona und Real nehmen Wirtz ins Visier

Über kurz oder lang werden wir die Fähigkeiten von Wirtz demnach in einer anderen Liga bestaunen müssen. Transferexperte Fabrizio Romano ist der Ansicht, dass der FC Barcelona und Real Madrid um den Mittelfeldspieler buhlen. Ein Transfer ist jedoch eher im Sommer 2023 realistisch.

Bis dahin rinnt aber noch viel Wasser über die Isar und der FC Bayern hat Zeit, seine Überlegungen bei Wirtz noch mal in eine andere Richtung zu leiten. Ein weiteres Bewerbungsschreiben kann der Kicker bereits am Samstag hinterlassen, wenn er mit Leverkusen in der Allianz Arena gastiert.


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