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FC Barcelona: Laporta will de Jong halten - aber nicht um jeden Preis

Yannik Möller
Frenkie de Jong
Frenkie de Jong / Eric Alonso/GettyImages
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Beim FC Barcelona zieht sich die Saga um Frenkie de Jong in die Länge. Der Verein hofft weiter auf Einsparungen durch den Niederländer. Präsident Joan Laporta betont den Wunsch, ihn zu halten, aber zugleich wie wichtig es ist, dass auch er sich einsichtig zeigt.


Barcelona kauft und kauft und kauft. Von Robert Lewandowski, über Raphinha und nun Jules Kounde. Es werden immense Summen an Ablöse investiert, um dann festzustellen, dass diese Spieler aufgrund der insgesamt geringen Zahlkraft, mitsamt erdrückender Schulden und einem sehr hohen Gehaltsgefüge, gar nicht richtig angemeldet werden können.

Aktuell fragen sich Fußball-Fans weltweit, wieso Barça so handelt. Es scheint eine Wette auf den sportlichen Erfolg zu sein. Geht diese schief, drohen dem Klub ganz andere Konsequenzen. Doch auch dieses Risiko wird beiseite geschoben. Es wird offenbar darauf gehofft, dass man schlichtweg 'too big to fail' ist und irgendwie gerettet werden würde.

Dass es diese finanziellen Schwierigkeiten aber gibt, und das nicht in einem zu kleinen Maße, ist seit Wochen anhand der Saga um Frenkie de Jong zu beobachten.

Der katalanische Klub schuldet ihm ordentliche Summen an Gehalt und Boni, auf die er freiwillig zwischenzeitlich verzichtet hatte. Nun, so die Bemühungen, soll er gehen. Bestenfalls zeitnah zu Manchester United wechseln. So könnte eine Ablöse generiert und das weitere Gehalt eingespart werden.

Laporta versteckt sich hinter dem Versprechen, er wolle de Jong behalten

Der Niederländer möchte aber eigentlich gar nicht wechseln. Das setzt Barça unter Druck, schließlich ist de Jong damit ein wichtiger Faktor ums zeitliche Rennen der Anmeldung der neuen Spieler.

Öffentlich betont Präsident Joan Laporta jedoch noch immer, dass der Spieler bleiben soll.

"Frenkie möchte bleiben und der Klub möchte, dass er bleibt. Allerdings führen wir viele Gespräche, da es eine neue Gehalts-Grenze gibt. Unsere Gehaltskosten sind 40 Prozent teurer als die der Konkurrenz, und das müssen wir mit unseren Spielern besprechen", so Laporta.

Es ist das bereits bekannte "de Jong soll gerne bleiben, aber...", das er in der jüngeren Vergangenheit schon mehrfach abgespult hat.

Der Präsident wurde dieses Mal noch deutlicher: "Wir werden alles tun, damit Frenkie de Jong bleiben kann. Ich hoffe, dass er das auch tut."

Robert Lewandowski, Joan Laporta
Joan Laporta bei der Lewandowski-Vorstellung / Eric Espada/GettyImages

Ein klarer Wink mit dem Zaunpfahl, das sich der Mittelfeldspieler für deutliche Gehaltskürzungen bereit zeigen müsste. Was so klingt, als wäre es das Handeln des Spielers, das dem Verein Probleme bereitet, sind wohl eher die Verträge, die die Verantwortlichen schließen.

Immer neue Spieler verpflichten, teilweise für sehr hohe Ablösen, aber bereits verpflichteten Spielern ihr vertraglich zugesichertes Gehalt nicht mehr zahlen können und wollen, das ist schon eine recht perfide Taktik, sich so in der Öffentlichkeit zu äußern.

Die Ausgangslage wird gleich bleiben: Barça wird versuchen, de Jong zu verkaufen. Es wären wichtige Einnahmen, die der Klub dringend braucht. Chancen auf einen Verbleib gibt es nur, wenn er (erneut) große Kürzungen in Kauf nimmt.


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