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Favres Stuhl beim BVB wackelt - ten Hag als Alternative?

Keine Titel - keine Perspektive? Noch hält Dortmund an Favre fest
Keine Titel - keine Perspektive? Noch hält Dortmund an Favre fest | Lars Baron/Getty Images

Wie sieht die Zukunft des BVB aus? Die Situation um die Borussia und ihrem Trainer Lucien Favre ist angespannt. Nach dem bitteren 0:1 gegen den amtierenden und wohl bald auch erneuten Meister Bayern München musste Dortmund vor einigen Wochen auch die letzte Titelchance in dieser Saison abschreiben. Dennoch hält der BVB bislang gegenüber der Öffentlichkeit an ihrem Coach fest. Doch was, wenn eine geeignete Traineralternative auf den Markt kommt?

Auch im zweiten Jahr schaffte es Favre nicht, mit den Westfalen einen Titel zu holen. Besonders in der laufenden Saison ist der Beigeschmack besonders bitter. Trotz der namhaften Neuzugänge um Julian Brandt, Thorgan Hazard oder Emre Can war in Dortmund kein Land zu sehen. Der schwarz-gelbe Kahn schipperte durch Niederlagen gegen Paris Saint Germain (Champions League), Werder Bremen (DFB-Pokal) und Bayern München (Bundesliga) an den Saisonzielen vorbei.

Dortmund fehlten die letzten Prozente: muss Favre den Verein verlassen?

Für die Borussia natürlich eine herbe Enttäuschung, tönte man im vergangenen Sommer doch noch von der großen Chance auf den Erfolg. In den entscheidenen Momenten ging dem BVB aber die Puste aus.

Zugegeben, Dortmund spielt in der aktuellen Saison (vor allem in der Liga) keinesfalls einen schlechten Fußball. Nicht unberechtigt steht man schließlich auf dem zweiten Platz der Tabelle. Hinter dem FCB stellt man zudem die beste Offensive, zudem besitzt der Kader eine brutale Perspektive, da viele Spieler noch nicht ans Limit ihrer Qualität gekommen sind.

Dennoch brachte all das Lob und die (theoretische) spielerische Klasse dem BVB in dieser Saison keinen zählbaren Erfolg ein. In Dortmund beginnt somit ein Geduldsspiel um die Trainerdiskussion. Traut man Favre in einem möglichen dritten Jahr beim Verein den Coup zu? Oder liegt es überhaupt nicht am Trainer? Was für Faktoren sind für die fehlenden Prozente verantwortlich?

Obwohl man in Dortmund offiziell von einer Trainerdiskussion nichts wissen möchte, ist es kein Geheimnis, dass die Verantwortlichen um Geschäftsführer Aki Watzke und Manager Michael Zorc alle möglichen Optionen für die kommende Saison durchgehen. Zu diesen Optionen gehört womöglich auch eine Veränderung auf dem Trainerstuhl, wo Favre nicht so fest zu sitzen scheint wie man annimmt.

Erik ten Hag als möglicher Favre-Nachfolger gehandelt

Laut des französischen Portals Soccer Link soll der BVB auf der Suche nach einem neuen Trainer bei Ajax Amsterdams Erik ten Hag angeklopft haben. Der niederländische Trainer gehört zu einem der gefragtesten Personalien in der Branche. Auch der FC Bayern hatte ten Hag vor einiger Zeit für die Position des Cheftrainers auf dem Zettel, schließlich war der 50-Jährige bereits Coach des Münchner Nachwuchses.

Erik Ten Hag
Ist er der richtige für den BVB? Trainer Erik ten Hag | Soccrates Images/Getty Images

Bei Ajax setzte ten Hag die lange Vereinstradition fort, mittels vieler junger Talente einen erfrischenden Offensivfußball auf den Platz zu bringen. Dieser Spielstil beförderte den Klub vergangene Saison sogar ins Halbfinale der Königsklasse, nachdem man zuvor Real Madrid und Juventus Turin rauswarf.

Für den BVB soll ten Hag eine geeignete Alternative zu Favre sein. Der Niederländer spricht fließend deutsch, er kennt das Land und den Fußball und ist im europäischen Topfußball bekannt. Viele gute Voraussetzungen also, wodurch sich ten Hag in die Reihe möglicher neuer Trainer für den BVB einreiht. Dort leistet er unter anderem dem vereinslosen Niko Kovac und Jesse Marsch (RB Salzburg) Gesellschaft.

Schwierige Fragen und folgenreiche Entscheidungen

In Dortmund befindet man sich also am Scheideweg. Geht man in ein drittes Jahr Favre, das mit Sicherheit grundsolide wird, doch womöglich ohne den letzen Punch? Oder probiert man einen neuen Trainer aus? Was hilft dem BVB langfristig mehr: eine perspektivische Entwicklung unter Favre oder ein Kahlschlag mittels eines Trainerwechsels?

Beide Optionen haben ihre Gefahren - aber auch ihre Berechtigung. Sicher ist nur, dass der Kader des BVB in seiner aktuellen Form nicht über mehrere Jahre bestehen bleibt. Personalien wie Erling Haaland, Jadon Sancho oder Julian Brandt werden auf kurz oder lang nach einem Klub mit Erfolg streben. Demgegenüber wird sich Erzfeind Bayern weiter aufrüsten. Die Zeit entwickelt sich zum tickenden Gegenspieler der Borussia...