Can wehrt sich gegen schlechtes Image: "Ich kann viel mehr"

Daniel Holfelder
Emre Can
Emre Can / Christof Koepsel/GettyImages
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BVB-Profi Emre Can hat sich in einem Interview zur Kritik an seinen Leistungen geäußert. Der 29-Jährige zeigte sich selbstkritisch, monierte aber auch, dass er in Deutschland zu negativ bewertet werde.


In der Hinrunde kam der Mittelfeldspieler nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinaus. Lediglich ein Bundesligaspiel über 90 Minuten hat Can in der ersten Saisonhälfte bestritten. Zufrieden sei er damit "überhaupt nicht", sagte der gebürtige Frankfurter dem kicker.

"Ich bin wieder mit einer Verletzung aus dem Urlaub gekommen und war danach gefühlt die ganze Zeit hintendran. Und so habe ich nicht so viel gespielt wie erhofft", erklärte der Rechtsfuß. "Deswegen ist die Saison bisher überhaupt nicht befriedigend für mich. Ich will mich im Training aufdrängen, in den Spielen beweisen - und dann wird es hoffentlich besser."

Die bisherige Saison sei nicht gut gewesen, "da muss ich ehrlich zu mir selbst sein." Weiter betonte Can: "Ich kann viel mehr, das weiß ich. Das wissen auch viele im Verein. Mein Ziel ist es, das wieder abzurufen und dafür Gas zu geben. Vielleicht ist mein Fehler aber auch, dass ich manchmal zu viel will, da muss ich ruhiger werden."

"In Deutschland werde ich kritischer gesehen"

Gleichzeitig findet der ehemalige Liverpool-Profi, dass sein Bild in Deutschland klar zu negativ sei. "Ich habe im Ausland ein ganz anderes Standing, in England zum Beispiel. Ich weiß nicht, woran das liegt. Vielleicht respektiert man meine Leistungen da anders oder mag mich als Fußballer-Typ lieber", so Can.

"In Deutschland werde ich schon immer kritischer gesehen. Ich weiß, dass ich nicht den besten Fußball gespielt habe, seit ich in Dortmund bin. Aber ich hatte auch gute Spiele, die vergangene Saison war persönlich gut, und das, obwohl ich größtenteils auf einer anderen Position gespielt habe. Es war nicht so schlecht, wie es oft dargestellt wird, zu dieser Meinung stehe ich."

An einen Wechsel habe er im schwierigen letzten Halbjahr trotzdem nicht gedacht. "Ich bin glücklich hier, im Verein passt es, und ich bin unter anderem auch nah an meiner Familie in Frankfurt. Das passt", unterstrich der 37-fache deutsche Nationalspieler.

Allerdings räumte er ein, sich durchaus Gedanken über seine Zukunft gemacht zu haben. Cans Vertrag beim BVB ist noch bis 2024 datiert. "Was danach passiert, ist noch weit weg", erklärte der Profi, der im Winter 2020 für 25 Millionen Euro von Juventus Turin in den Signal Iduna Park gewechselt war.


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