EM 2020

Polen bei der EM 2020: Lewandowski benötigt mehr Unterstützung

Christian Gaul
Polen darf sich nicht nur auf Lewandowski verlassen
Polen darf sich nicht nur auf Lewandowski verlassen / ADAM NURKIEWICZ/Getty Images
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Am 11. Juni 2021 beginnt mit einem Jahr Verspätung die Euro 2020. Im Vorfeld des Turniers werfen wir einen Blick auf die teilnehmenden Nationen und stellen Schlüsselspieler vor. Zudem findet ihr bei uns die Termine und möglichen Aufstellungen aller 24 Mannschaften.

Seit 2008 sind die Polen Dauergäste bei der Europameisterschaft, 2016 scheiterte man gar erst im Viertelfinale nach Elfmeterschießen gegen den späteren Champion aus Portugal.


Dabei hat der Aufschwung des Teams in der letzten Dekade einen Namen: Robert Lewandowski. Der Weltklasse-Stürmer brilliert auch im Trikot der Biało-Czerwoni und hebt das Team auf ein ganz anderes Niveau.

Bei der Euro 2020 werden sich die Gegner auch wieder hauptsächlich auf den Angreifer des FC Bayern fokussieren, doch die Polen tun sich weiterhin schwer, die dann entstehenden Freiräume zu nutzen. Dennoch haben sie alle Chancen, die Gruppe E mit der Slowakei, Spanien und Schweden souverän zu meistern.

Der Kader

Polen wird mit einem Altersschnitt von 27,1 Jahren in das Turnier gehen, damit stellt man das siebtjüngste Team. Allerdings wird sich Trainer Paulo Sousa, der das Amt erst im Januar 2021 antrat, wohl zum Großteil auf die erfahrenen Spieler verlassen. Denn wirkliche Talente sind derzeit rar gesät, auch wenn man mit Spielmacher Kacper Kozlowski (17, Pogon Stettin) und Innenverteidiger Kamil Piatkowski (20, Rakow) zwei junge Ersatz-Spieler nominiert hat.

Besonders im Tor und im Angriff ist man konkurrenzfähig aufgestellt. Zwischen den Pfosten wird Juves 31-jähriger Keeper Wojciech Szczesny stehen, Lukasz Fabianski (36, West Ham) und Lukasz Skorupski (30, FC Bologna) sind dabei gute Vertretungen.

Trainer Sousa scheint sich mit einem 3-4-1-2 angefreundet zu haben, die Dreierkette wird wohl mit Michal Helik (25, FC Barnsley), Kamil Glik (33, Benevento) und Jan Bednarek (25, Southampton) besetzt werden. Piatkowski und Pawel Dawidowicz (26, Hellas Verona) stehen allerdings bereit.

Auf den Außenbahnen haben links Maciej Rybus (31, Lok Moskau) und rechts Bartosz Bereszynski die besten Karten. Im defensiven Mittelfeld wird der 31-Jährige Grzegorz Krychowiak (Lok Moskau) gesetzt sein. Einst galt er als große Hoffnung, doch schon seit Jahren stagniert Krychowiak in seinen Leistungen. An seiner wird mit Jakub Moder (22, Brighton) ein wahrer Lichtblick in Bezug auf die polnische Zukunft erwartet, doch auch Karol Linetty (26, FC Turin) und Mateusz Klich (30, Leeds) stehen bereit.

Im Angriff führt kein Weg an Lewandowski und Arkadiusz Milik (27, zuletzt von Napoli an Marseille verliehen) vorbei, hinter den beiden Stars wird zum Unmut von Kozlowski der 27-Jährige Piotr Zielinski (Napoli) die Fäden ziehen.

Neben dem 24-jährigen Düsseldorfer Dawid Kownacki und dem 28-Jährigen Jakub Swierczok (Piast Gliwice) lauern mit Kamil Jozwiak (23, Derby County), Przemyslaw Placheta (23, Norwich) und Karol Swiderski (24, PAOK) weitere Belege für die traditionelle Sturm-Fokussierung Polens auf ihre Chance.

Die grundsätzliche Qualität, um die Gruppenphase zu überstehen, ist in der polnischen Mannschaft allemal vorhanden. Letztlich wird es darum gehen, Lewandowski zu entlasten und den Weltstar nicht in die Rolle des Alleinunterhalters auf dem ganzen Feld zu drängen.

Zudem müssen Spieler wie Zielinski und Milik die zu erwartenden Freiräume erkennen und annehmen, statt sich auf Lewandowskis fantastischer Qualität auszuruhen.

Die mögliche Aufstellung Polens:


Der Schlüsselspieler - Robert Lewandowski

Robert Lewandowski
Robert Lewandowski kann es nicht alleine richten / PressFocus/MB Media/Getty Images

Weltfußballer, Bundesliga-Rekordhalter, Titelsammler - der 32-Jährige ist der beste Stürmer des Planeten. Im Nationalteam muss er allerdings oft weite Wege gehen, um die mangelnde Kreativität seiner Hintermänner auszugleichen.

Schafft Polen es, den Angreifer in seiner Kernzone zu behalten und ihn dementsprechend zu entlasten, dann wird Lewandowski auch bei der Euro 2020 alles in Grund und Boden ballern.


Der Aufstrebende - Jakub Moder

Jakub Moder
Jakub Moder könnte für frischen Wind sorgen / Thomas Eisenhuth/Getty Images

Der 22-Jährige ging Anfang 2021 aus Posen in die englische Premier League zu Brighton & Hove, wo er sich nach kurzer Eingewöhnungsphase in den Stamm spielte. Dabei überzeugte der zentrale Mittelfeldspieler nicht nur mit einer enormen Robustheit.

Vielmehr traut man Moder zu, die lange vermisste Kreativität und einen gewissen Spielwitz in das polnische Zentrum zu tragen. Bei der Euro 2020 könnte er sich für eine gewichtige Rolle in der Zukunft seiner Landesauswahl bewerben.


Die Termine der Polen in der Vorrunde:

Montag, 14.06.2021, 18:00 Uhr: Polen - Slowakei (St. Petersburg)

Samstag, 19.06.2021, 21:00 Uhr: Spanien - Polen (Sevilla)

Mittwoch, 23.06.2021, 18:00 Uhr: Schweden - Polen (St. Petersburg)

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