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Spieler-Revolte? ZDF-Experte Peter Hyballa bei neuem Klub schon unter Beschuss

Stefan Janssen
Peter Hyballa.
Peter Hyballa. / Soccrates Images/Getty Images
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Anfang Juni hat Peter Hyballa, der aktuell während der EM als ZDF-Experte arbeitet, erst seine Stelle als Trainer beim dänischen Erstligisten Esbjerg fB angetreten. Doch die Mannschaft ist mit der Arbeitsweise des Trainers angeblich alles andere als einverstanden - und will ihn los werden.


Deutschen Fußballfans ist Peter Hyballa aktuell vor allem aufgrund seiner Tätigkeit als Taktik-Experte des ZDF während der Euro 2020 ein Begriff. Sei einigen Jahren arbeitet der Trainer inzwischen nicht mehr in Deutschland und dort war er auch nie als Chef in der Bundesliga tätig. Stattdessen ist er seit einiger Zeit im Ausland unterwegs, Anfang Juni begann er eine neue Stelle in Dänemark bei Esbjerg fB.

Dort allerdings hatte der 45-Jährige scheinbar einen sehr holprigen Start: Wie die dänische Zeitung BT berichtet (via VI) sind die Spieler seiner neuen Mannschaft überhaupt nicht einverstanden mit der Art und Weise, wie Hyballa arbeitet. Sie sollen angeblich sogar schon seinen Rücktritt gefordert und die Spielergewerkschaft eingeschaltet haben.

Beleidigungen und körperliche Bestrafungen

Sie seien "entsetzt" über die langen Arbeitstage, teilweise vom frühen Morgen bis in die Nacht, und hätten zudem unter psychischen und physischen Bestrafungen zu leiden. So würde Hyballa seinen Spielern Sprüche drücken wie: "Du hast größere Brüste als deine Frau" und Spieler, die sich beklagen würden, Liegestütze machen lassen.

Esbjergs Vorstandschef Michael Kalt bezog gegenüber BT zu den Vorwürfen Stellung: "Es ist nicht normal, Spielern solche Dinge zu sagen oder sie körperlich zu bestrafen. Peter kommt aus einem anderen Land mit einer anderen Kultur. Vielleicht ist so etwas in Deutschland, England oder den USA akzeptabel, aber nicht in Dänemark. Er wird sich hier anpassen und sich daran gewöhnen müssen."

"Werde mit ihm darüber sprechen"

Hyballa aber sei eben sehr leidenschaftlich. "Dazu gehören auch Nebenwirkungen, und das ist uns bewusst. Ich bin mir seiner Aussagen gegenüber den Spielern klar: Das ist eine Sprache, die hier nicht hingehört, und ich werde mit ihm darüber sprechen. Ich mache mir keine Sorgen um die Arbeitszeiten. Die Spieler sind Profisportler."

Gleichzeitig stellte Kalt aber auch klar, dass Hyballa seine volle Unterstützung habe. "Ich glaube nicht, dass die Unzufriedenheit der Spieler in den Medien das Gefühl in der Gruppe gut widerspiegelt. Es wird immer eine Gruppe von Leuten geben, die mit diesem Ansatz unzufrieden sind." Man wolle einen neuen Spielstil mit hoher Intensität und das sehe man nun auch im Training.

Schon bei seinen vorherigen Stationen war Hyballa vor allem wegen Streitereien neben des Platzes in die Kritik geraten, bei NAC Breda in den Niederlanden wurde er nach öffentlicher Kritik und einem Streit mit dem Sportdirektor entlassen. Zuletzt bei Wisla Krakau soll es dich der Trainer mit Vereins-Legende und Ex-BVB-Spieler Jakub Blaszczykowski verscherzt haben, was zum frühen Aus nach wenigen Monaten beitrug.

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