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EM 2020

Frank de Boer nicht mehr Bondscoach der Niederlande

Stefan Janssen
Frank de Boer.
Frank de Boer. / Soccrates Images/Getty Images
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Was nach dem Aus der Niederlande im Achtelfinale der Euro 2020 gegen Tschechien zu erwarten war, ist nun offiziell: Frank de Boers Zeit als Bondscoach der Niederlande ist nach nicht einmal einem Jahr vorbei.

Am Dienstag, also zwei Tage nach dem EM-Fiasko in Budapest, traf sich de Boer mit der Führung des niederländischen Fußballbundes KNVB, um die Zukunft zu besprechen. Dabei einigten sich beide Parteien nach Angaben des KNVB darauf, ihre Arbeit miteinander nicht fortsetzen zu wollen. De Boer habe diese Absicht ebenso klargestellt wie der Verband. Der Vertrag sei durch das Verpassen des Viertelfinals ohnehin ausgelaufen und sollte nicht verlängert werden.

"Schon vor dem Gespräch habe ich mich entschieden, nicht als Bondscoach weiter zu machen", erklärte de Boer. "Wir haben unser Ziel eindeutig nicht erreicht." Er habe den Job als "Ehre" empfunden, sei sich aber auch stets des Drucks bewusst gewesen. Dieser habe jetzt allerdings so stark zugenommen, dass es weder für ihn noch für den niederländischen Fußball im Hinblick auf die WM 2022 gut sei.

Nico-Jan Hoogma, Sportdirektor des KNVB, sagte: "Trotz aller Bemühungen von Frank wurde das Ziel, mindestens das Viertelfinale zu erreichen, nicht erreicht. (...) Wir haben auf eine bessere EM gehofft, aber das hat nicht geklappt. Die Wahl von Frank hat sich anders herausgestellt, als wir gehofft haben."

Schon vor Beginn des Turniers hatte de Boer nur sehr wenig Kredit im Land. Kritisiert wurde der Trainer für sein Vorhaben, in einem 5-3-2-System zu spielen. Zudem verwechselte er auf Pressekonferenzen Spielernamen oder nannte falsche Zahlen. Im Spiel gegen Tschechien wurde ihm dann vor allem ein fehlender Plan gegen den defensiv gut organisierten Gegner vorgeworfen, außerdem erntete de Boer viel Kritik für seine Auswechslungen.

Wer der Nachfolger von Frank de Boer wird, ist aktuell natürlich noch nicht bekannt, Hoogma kündigte aber eine Entscheidung bis zum 1. September an. Dann stehen die nächsten Länderspiele in der WM Qualifikation an.

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